E-Sport und VR Porn auf der Social Media Week Hamburg

Social Media Week Hamburg Altona. Quelle: SMWHH
Social Media Week Hamburg Altona. Quelle: SMWHH

In rund zwei Wochen startet in Hamburg Altona die Social Media Week Hamburg. Hier sprechen bekannte Personen der digitalen Welt über aktuelle Themen und Bewegungen in den Sozialen Medien.

Beispielsweise die Podiumsdiskussion „VR Porn und die Intimität der Zukunft?“: Verschämt verschwiegen, ist „Erwachsenenunterhaltung“ fester Bestandteil von Film, Online und Virtual Reality. Im Panel wollen Venus-Award-Gewinnerin „Lullu Gun“, Simon Graff (nextReality e.V.) und Prof. Dr. Frank Steinicke (Uni Hamburg) Tabus brechen und über Technologie, Sexualität und Menschlichkeit sprechen.

Gaming und E-Sport

YouTuber „LeFloid“, „Mousesports“-Manager Jan Dominicus, Christian Baltes (Freaks 4U Gaming) und Lucas Petermeier (FUSE – Omnicom Media Group) fragen, welche Rolle Onlineplattformen für Gaming- und E-Sport haben. Moderiert von Daniel Belala diskutieren sie Wechselwirkungen.

Aus den USA wird Joe Federer erwartet. Der langjährige Leiter der Markenkommunikation beim Social-News-Aggregator Reddit ist für Strategieentwicklung in Sozialen Medien bekannt. Er blickt vorab auf die Thesen seines neuen Buchs „The Hidden Psychology of Social Networks“.

Die Hamburger Sparkasse zeigt mit „Der Weg der Haspa zum größten Social Media Team Hamburgs“, wie aus Mitarbeitern Corporate-Influencer werden, wie die Haspa Erfolg misst und wie #haspalove sich auf diversen Social Networks verbreitet. Tipps für StartUps und das Umgehen von Stolperfallen gibt es am Abend in der Filiale Neue Große Bergstraße in „Vom Sofa auf die Pitchbühne“.

Podcasts & mehr

Podcasts sind in aller Ohren. Florian Zastrow, Referent für Digitale Medien und Social Media, berichtet über die Entstehung des neuen Hamburg Airport Podcasts „Auf einen Tomatensaft mit“. Im Anschluss folgt eine Paneldiskussion über Ansätze für Podcasts in Unternehmen.

Die Social Media Week startet am 25. Februar 2020 nachmittags mit einem Pre-Opening im Superstudio zusammen mit Geheimtipp Hamburg. Vom 26. bis 28. Februar finden Vorträge, Diskussionen, Workshops und Masterclasses statt.

Das Programm und Tickets gibt es unter smwhamburg.com/programm.

Quelle: https://www.gaming-grounds.de/e-sport-und-vr-porn-auf-der-social-media-week-hamburg/

Diese Typen bauen Avatare von Exfreundinnen und Prominenten – und haben Sex mit ihnen

„Dank Foto2Vam fühle ich mich so, als würde ich einen Handjob von meiner Ex bekommen“, schreibt ein begeisterter User.

Du kannst im Internet Penisse in verschiedenen Formen kaufen – oder Schambehaarung, Brüste und Zungen. Allesamt deinen individuellen Wünschen und Vorlieben anpassbar. Für das Gesicht fütterst du einen Algorithmus mit einem Porträtfoto deiner Wahl. Das Programm erledigt den Rest. Und fertig ist der 3D-Avatar von einem Menschen, der so vielleicht auch im echten Leben existiert. In ein anderes Programm geladen kannst du mit dieser Person Virtual-Reality-Sex haben. Ihre Zustimmung brauchst du dafür nicht.

Auf Community-Seiten wie Reddit, Patreon und anderen basteln und verkaufen anonyme User 3D-Avatare von Stars und anderen real existierenden Menschen. Die Figuren können in Echtzeit in jede erdenkliche Position bewegt, animiert und angepasst werden. Du kannst mit ihnen interagieren und sie jenseits der Grenzen der körperlichen Realität manipulieren.


VICE-Video: Avatar Sex – Wie Pornostars für VR gescannt werden

Bislang ist das alles noch ziemlich plump. Im Gegensatz zu den aufwendigen Deepfake-Videos, die im Internet kursieren, dürfte niemand die 3D-Modelle, die VICE im Zuge seiner Recherchen gesehen hat, für Abbildungen echter Personen halten. Allerdings sind wir technologisch nicht mehr weit von fotorealistischen 3D-Modellen echter Menschen entfernt. Die nötigen Tools und Programme sind inzwischen so simpel, dass auch Durchschnitts-User sie bedienen können.

Einige dieser Programme automatisieren einen großen Teil der Arbeit, für die vor einigen Jahren noch das Spezialwissen eines ganzen Teams von Designerinnen und Designern in Gaming- und Spezialeffekte-Studios nötig war. Wenn diese Studios einen realen Menschen nachbilden wollten, mussten sie um Erlaubnis fragen. In der Hobbyszene interessiert das niemanden.

„Ich erfülle damit meine sexuellen Fantasien oder baue sexuelle Situationen mit meinen Ex-Freundinnen nach“, schreibt ein User in einem Subreddit zum Programm Virt-a-Mate. Die Software, meistens kurz VaM genannt, ist extra dafür gemacht, um pornografische VR-Spiele und Simulationen zu erstellen. Es können auch 3D-Modelle des beliebten 3D-Tools DAZ importiert werden. Ein weiteres Programm, Foto2Vam, modelliert anhand von Fotos das Gesicht des 3D-Avatars.

„Dank Foto2Vam fühle ich mich so, als würde ich einen Handjob/Footjob von meiner Ex bekommen, die mich lächelnd dabei anschaut. Oder ich lasse mich von einer anderen Ex auf dem Boden vor dem Spiegel in umgekehrter Reiterstellung reiten … die Möglichkeiten sind endlos“, schreibt er.

Ein anderer User schreibt, dass er mit Foto2Vam Ex-Freundinnen bei sexuellen Handlungen rendere. Je mehr und je bessere Fotos man habe, desto besser werde auch das 3D-Modell.

„Von jetzt an sollten wir unsere Freundinnen immer darum bitten, aus verschiedenen Winkeln für Fotos zu posieren, mit neutralem Gesichtsausdruck und Frontalbeleuchtung, damit wir sie in VaM importieren können“, schreibt er. „Oh, und ich spiele gerne etwas mit der Realität und gebe ihnen Brustimplantate, etc. ;)“

In einem VaM-Channel des Gaming-Messengers Discord erklärt ein User, dass niemand einen davon abhalten könne, mit dem Programm Figuren nach reellen Vorbildern, insbesondere Personen des öffentlichen Lebens, zu erstellen:

„Alle holen sich auf alle einen runter, das ist die Natur des Menschen. Das kannst du nicht verhindern, solange du dich nicht komplett ausklinkst, dich nirgends blicken lässt und niemand weiß, dass du überhaupt existierst. Das ist unsere Welt und unsere Freiheit. Sie können uns nicht vom Wichsen abhalten, niemand kann das“, schreibt er.

Keiner der User, die in den Foren und Kanälen darüber sprachen, 3D-Avatare von realen Personen zu erstellen, antwortete auf unsere Anfragen. Einige löschten ihre Posts, nachdem sie von uns kontaktiert worden waren.

Ein Beispiel für eine interaktive Virt-a-Mate-Szene mit einer Standard-Figur von einem der bekannteren Designer in der Community

Die Welt der maßgeschneiderten 3D-Pornos

An sich sind 3D gerenderte Pornos nichts Schlimmes. Seit Jahrzehnten erschaffen Menschen mithilfe von Computergrafiken pornografische Inhalte. Second Life hat immer noch eine große Community, in der sich alles um Sex dreht, Gaming-Modder ziehen regelmäßig Computerspielfiguren aus, verwandeln Inhalte in Pornos. Seiten wie Pornhub sind voll mit 3D-gerenderten Pornovideos.

Aber VaM und die dazugehörige Community, inklusive des 7.600 Mitglieder umfassenden Subreddits, sind anders. Nirgendwo ist es so leicht, einen 3D-Avatar zu erstellen, der wie eine real existierende Person aussieht, und diesen mit anderen zu teilen.

User können mit diesen 3D-Modellen Standbilder und Videos erstellen oder mit ihnen per Virtual-Reality-Headset und smartem Sexspielzeug Sex haben. Die Fleshlight Launch zum Beispiel massiert den Penis des Nutzers synchron zum Geschehen im Video.

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SCREENSHOT VON EINEM VIDEO-TUTORIAL FÜR VAM-USER. MIT DEN SCHIEBERN LASSEN SICH DIE BRÜSTE DER FIGUR ANPASSEN

Der Weg zum eigenen 3D-Porno ist nicht schwer. Auf Seiten wie Renderotica, einem Marktplatz für Comics und 3D-Pornos, kann man einzelne Körperteile und sogenannte Morphs kaufen. Das sind voreingestellte Bewegungsanimationen. Laut Wiki gibt es Morphs für Orgasmus-Gesichtsausdrücke, „große Eier“ und Lippen-Morphs für „deine Blowjob-Sammlung“.

Die Verwendung des Aussehens echter Personen ohne deren Einwilligung ist ein umstrittenes Thema in den 3D-Render-Porno-Communitys.

„Es gibt in den Foren immer wieder Anfragen à la ‚Hey, wenn ich dir ein Foto von meiner Frau oder Freundin gebe, könntest du dann ein Modell machen, das wie sie aussieht?'“, sagt 3D-Designer Davos zu VICE. Davos verkauft extreme Fetisch-Accessoires und Szenen auf Renderotica.

„Niemand will dafür verantwortlich sein, wenn jemand seinen Hass oder seine Rache an einer echten Person auslebt“, sagt Davos. „Ich persönlich sehe das so: Es ist OK, wenn du den Namen änderst und in Kauf nimmst, von einem bösen Anwaltsbrief gestoppt zu werden.“

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WERBUNG FÜR EINS VON DAVOS‘ PRODUKTEN, „THE MORGUE“. DIE OBJEKTE SIND MIT DAZ 3D-MODELLEN KOMPATIBEL

Ein anderer Designer menschlich aussehender 3D-Modelle bestand darauf, dass es in der VaM-Community nicht nur um Pornos gehe – und auch nicht nur darum, echte Menschen nachzubauen.

„VaM ist nichts anderes als jedes andere Spiel für Erwachsene. Und es ist eins der weniger kontroversen Projekte dieser Art, eine Art Sandbox, die es Usern erlaubt, ihre eigenen Fantasien zu erschaffen“, sagt er.

Interaktive VR-Pornos mit Prominenten

Im VaM-Subreddit ist es verboten, Bilder und Videos zu posten, „die illegal, besonders anstößig oder unmoralisch sein könnten“. 3D-Modelle von prominenten Personen hingegen sind explizit erlaubt, solange der Post keine echten Fotos oder ihre Namen beinhaltet. „Abkürzungen, Spitznamen und andere Namen sind vollkommen OK.“

Es überrascht kaum, dass vor allem 3D-Avatare von Stars in der Community geteilt werden. Schließlich sind qualitativ hochwertige Fotos von Prominenten im Internet leicht zu kriegen – und Menschen fantasieren gerne über Sex mit unnahbaren Personen des öffentlichen Lebens. VICE fand Dutzende 3D-Modelle von Personen wie Emilia Clarke, Natalie Portman, Emma Watson und Nicki Minaj. Auch wenn die Namen den Regeln entsprechend in den Posts selten genannt werden, sind sie schnell erkennbar – spätestens in den Kommentaren wird erwähnt, um wen es sich handelt. Fast alle 3D-Modelle, die wir sahen, waren von Frauen. Aber wir entdeckten bei der Recherche auch zwei von Männern: Joaquin Phoenix und Chris Pratt.

Die Posts beinhalten in der Regel einen Link zu einer Filesharing-Seite, wo sich andere User das 3D-Modell runterladen können, um es selbst zu verwenden. Manche Designer verlinken auch ihre Patreon-Seite, über die sie Geld sammeln.

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EIN SCREENSHOT VON EINEM VIDEO, MIT DEM EIN PATREON-USER SEINE VAM-FIGUR BEWIRBT, DIE EINEM CELEBRITY NACHEMPFUNDEN WURDE

Studien zeigen, dass in den allermeisten Fällen Frauen das Ziel von Deepfakes und unautorisierten Pornos sind. Experten und Opfer sind sich einig, dass es, auch wenn die Darstellung nicht „echt“ ist, hochgradig verstörend ist, sein Antlitz in Pornos zu entdecken, die ohne eigene Zustimmung entstanden und im Internet verbreitet werden. Es sei nicht wirklich anders als echte Rachepornos oder die ungefragte Verbreitung von Sextapes und Nacktaufnahmen und komme einem sexuellen Übergriff gleich.

Ein Designer, der seine Arbeiten per Twitter teilt – darunter auch ein 3D-Modell eines Stars, das er gefesselt und fast nackt mit weiß-durchsichtiger Flüssigkeit im Gesicht zeigt –, sagt, dass er seit 30 Jahren professionell 3D-Modelle und Figuren für Videospiele, Fernsehen und andere kommerzielle Zwecke erstellt.

„Ich mache die VaM-Looks und Szenen vor allem für mich selbst. Ich habe meine Arbeiten allerdings auch schon kostenlos mit der VaM-Community geteilt – manchmal die komplette Datei“, sagt er. „Meine Hauptmotivation dahinter ist, Interesse für die Software zu generieren und erfahrenere Entwickler mit reinzubringen, die dabei helfen können, VaM zu einer robusten VR-Sandbox zu machen.“

Auch er habe 3D-Modelle von echten Personen aus seinem Bekanntenkreis gemacht, manchmal mit ihrer Erlaubnis – nicht alle davon sexueller Natur.

„Ich habe eine Ex-Freundin erschaffen, nur um ihr noch einmal am Tisch gegenübersitzen zu können. Für mich persönlich ist es nichts anderes, als eine Tonskulptur oder eine Zeichnung von schönen Erinnerungen und Gesichtern“, sagte er. „Ich verbreite die Inhalte mit Personen aus meinem Umfeld nicht, weil ich selbst gerne anonym bleiben möchte.“

Das gilt bei ihm allerdings nicht für Stars.

„Ich mache gerne Celebrity-Looks als Hommage, manche davon auch in sexuellen Situationen“, sagte er. „Sexualität ist eine universelle menschliche Erfahrung, ich sehe da kein Problem.“

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WERBUNG VON DER DAZ 3D-WEBSITE FÜR GENESIS 3

Mesh VR, die Firma hinter VaM, finanziert sich auch über Patreon. Der Gründer von Mesh VR, der sich im Internet MeshedVR nennt, sagte uns, dass er nicht sicher sei, wie viele Menschen VaM benutzen, das Projekt habe allerdings fast 8.000 Unterstützende auf Patreon.

Man wisse bei Mesh VR, dass mit der Software Figuren aus Filmen und Serien nachgebaut werden, um mit ihnen in VR zu interagieren. Das sei generell „OK“, solange das Modell einer fiktionalen Figur wie zum Beispiel Batgirl nachempfunden sei. Man befürworte allerdings nicht, echte Menschen ohne deren Erlaubnis nachzubilden.

„Ich kenne Leute, die versuchen, echte Personen ohne Einwilligung nachzubauen“, sagt MeshedVR zu VICE. „Für mich ist das eine heikle Angelegenheit und wirft viele juristische und ethische Bedenken auf. Aus diesem Grund habe ich mit Moderatoren in verschiedenen Community-Foren Regeln gegen das Erstellen von Ebenbildern echter Personen etabliert. Wenn jemand einen Nachbau seiner oder ihres Ex posten würde, würde ich darum bitten, dass dieser wieder entfernt wird. Auf meinem Discord-Server würde ich das selbst tun, da ich ihn als offiziellen VaM-Server verstehe.“

„Es wird immer Sachen in Randbereichen und Grauzonen geben, die man schwer unter Kontrolle bekommt.“

Die Stars können selbst wenig dagegen ausrichten, als 3D-Avatar für VR-Sex nachgebaut zu werden. Wie Duncan Crabtree-Ireland, Geschäftsführer der US-amerikanischen Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA VICE sagte, könnten Schauspielerinnen zwar rechtlich gegen Verkäufer von 3D-Modellen vorgehen, die ihnen nachempfunden sind, einfach sei das allerdings nicht:

„Sie müssen einen Anwalt engagieren, eine Klage einreichen und die betroffene Darstellerin muss 10.000 US-Dollar ausgeben, um gegen jede Person klagen zu können. Es ginge definitiv effektiver.“

Ganz unterbinden lasse es sich ohnehin nicht. „Es wird immer Sachen in Randbereichen und Grauzonen geben, die man schwer unter Kontrolle bekommt.“

„Natürlich machen die Leute das.“

John Danaher, Co-Autor des Buches Robot Sex: Social and Ethical Implications, sagte zu VICE, dass solche Bilder und Nachbildungen als eine Form der Rachepornografie gesehen werden könnten, wenn sie ohne Einvernehmen kreiert oder geteilt werden.

„Ist das etwas, das die andere Person möchte? Haben beide Seiten etwas davon? Ich finde nicht, dass irgendjemand derartige Nachbauten erstellen sollte, ohne die echte Person um Erlaubnis zu fragen“, sagt Danaher. „Jeder, der so eine Abbildung von sich selbst machen möchte, sollte dabei in Erwägung ziehen, dass die Nachbildung irgendwann gestohlen, geteilt und zu böswilligen Zwecken genutzt wird.“

Kyle Machulis programmiert Open-Source-Software, mit der sich Sexspielzeuge kontrollieren lassen. Er stieß auf die VaM-Community, weil sie seine Tools verwendete, um VaM mit einem automatisierten Masturbator für Männer zu verbinden. Wenn eine Figur in VaM ihre Hand an einem virtuellen Penis hoch und runter bewegt, stimuliert der Launch den echten Penis des Nutzers synchron zum Bildgeschehen.

Machulis fragte die User im VaM-Subreddit, wie genau sie den Sex-Simulator einsetzen. Die Antworten hätten ihn etwas überrascht, sagt er.

„Die Tatsache, dass ich erstaunt darüber war, dass Leute ihre Ex-Liebschaften damit nachbauen, sagt wahrscheinlich mehr über mich und meine Naivität als über die Community“, sagt er. „Natürlich machen die Leute das. Sie visualisieren Erinnerungen, die in ihre Neuronen eingebrannt sind. Sie füttern die Schnipsel in ihrem Hirn mit auditiver, visueller und möglicherweise haptischer Realität.“

Einige Menschen in dieser Community sagten uns, dass sie 3D-Avatare von echten Menschen machen, weil es für sie ein Art Katharsis sei. Manche begründeten es mit ästhetischen Vorlieben. Fast immer waren es die Körper von Frauen. Danaher sagt, es sei potenziell ungesund, sich so sehr an seiner Vergangenheit festzuklammern. Aber die Menschen in der Community sagten zu VICE, dass Programme wie VaM ihnen ermöglichten, in der Zeit zurückzureisen oder zu einem bestimmten Gefühl, das sie anderweitig nie wieder erreichen könnten.

Quelle: https://www.vice.com/de/article/j5yzpk/3d-avatare-von-exfreundinnen-fuer-sex

The Best Of Adult XR Of 2019

Consumer Tech

I cover the human side of VR/AR, Blockchain, AI, Startups, & Media.
The top virtual and augmented reality adult content of 2019JESSE DAMIANI

Here are the best immersive adult studios, scenes, apps, devices of 2019.

From web-based video streaming to the widespread adoption of online payments, it’s not hard to make the case that the adult industry was one of the primary drivers of innovation in the development of the Internet from its early days to its current state.

Of course, this relationship between our smuttier proclivities and technology was well-documented long before the Internet—so it’s not hard to imagine how immersive formats such as virtual and augmented reality, known for their ability to create a sense of presence and interaction, would similarly see innovation coming from the adult vertical.

“Perhaps even more than we’ve seen in recent decades, the adult industry is focused on pushing boundaries and finding a way forward in unexplored territories,” said Ela Darling, adult performer and marketing director of sextech company ViRo Club, in an interview with the author. “In part because standout creators in the space are always explorers of curiosities and in part because historically this kind of forward thinking means survival and longevity of a particular extension of the world’s oldest profession.”

Today In: Innovation

Like all young formats, innovations here require risk and experimentation; they’re expensive in the face of small mainstream understanding. Notably with XR, incumbent “Big Tech” companies like Facebook and Google play an outsized role in the overall development of the ecosystem—and as the recent censoring of Tumblr indicates—that role serves to largely gate out adult content.

“2019 marked a year of pushing forward and exploring potential new areas of interest for consumers of adult XR,” Darling said. “Whether that meant video producers exploring new niches or tech leaders finding new venues to test the waters with the hope of thriving in a nascent space in the early days, the adult industry has demonstrated that it is still a tidal force in the intersection of future tech and eroticism.”

Like all year-end posts, this one is intended to highlight notable developments from the past year. Where this one differs slightly from my other lists, though, is the inclusion of an “ongoing support” category to highlight companies founded in prior years but that continue to play an important role in the ecosystem.

NOTE: while there is no explicit imagery in this post, much of what is included here will understandably be perceived as NSFW.


Adult XR Studio of the Year: 2049 Entertainment

Founded by Adult VR veteran Anna Lee, 2049 Entertainment released its first series this year titled The Black Box Collection: Season 1, a series of solo ASMR scenes set in a black box stage. Lee, the first and only VR director to have been nominated for Director of the Year by AVN and Xbiz, tailors each experience around the performer’s personality—with unscripted scenes that use inclusive, gender-neutral and non-binary language in the richly detailed sonic environments.

Adult AR App of the Year: AR Conk

While many of the major players on the VR side of the industry have established themselves, it’s still early days for adult mobile AR content. Earlier this year, AR Conk released an Android app this year that puts a 3D scanned performer in your room with you (or wherever you are). The visuals and latency hold up despite the limitations of mobile AR, and the low price point ($4.99) have quickly established AR Conk as the name to know in AR adult content.

Adult VR App of the Year: ViRo Club

If the “dream” of VR is presence and interaction, ViRo (“Virtual Romance”) Club stands out as a full embodiment of the medium’s potential. The app features high-quality, customizable experiences that focus on haptics, supporting more than 45 haptic/teledildonic devices. In the months since its launch, it has grown a dedicated following because of its curated library of diverse, high-quality solo experiences, as well as its intent to launch social spaces with a focus on consent, privacy, and judgement-free self-exploration.

Top Adult Immersive Streaming of the Year: Stripchat VR

With the shuttering of CAM4VR, there was a gap in the adult VR space: live cam streaming. Stripchat, already a popular 2D cam site, worked with a VR team to release StripchatVR in 2019. Users navigate to the site through the GizmoVR Video Player to watch, tip, and even enter private chats with the cam performer—allowing for new forms of immersive audience-performer interaction.

Top Adult Immersive Apps of the Year (Ongoing Support)

SexLikeReal

SexLikeReal is a veteran adult VR content aggregator, with content from almost every adult VR studio and producer. It remains a top name in adult VR due to its continued efforts to provide broad content offerings, which can be accessed by every major headset on the market via the SLR app.

Virt-A-Mate

Virt-A-Mate is the go-to sandbox app in adult VR, letting users upload and engage with custom 3D avatars. The app’s online community encourages users to share scenes, models, and other mods, which sparked polarizing opinions among users and critics—notably in recent months for its potential function within deepfake culture. Like many emerging technology tools, it carries with it the potential for abuse, but remains a popular CGI-centered application, particularly for developers and tech-savvy folks.

Top Immersive Adult Devices of 2019

Fleshlight Launch – Kiiroo

The Fleshlight Launch is the product of a partnership between Fleshlight and Kiiroo, one of the top producers in the teledildonic space. The device, which “automates” the Fleshlight for users, remains a favorite among adult VR fans with penises, who cite its quality and versatility of offerings. The Launch is compatible with most standard Fleshlight products, which offers the opportunity to customize the experience, and it syncs with most VR video and game experiences. It is also designed to pair with the Fuse by OhMiBod, an interactive Rabbit-style vibrator that is also produced by Kiiroo, for partner play.

Max 2 – Lovense

The Max 2, a device for people with penises, has become a favorite among adult VR users since its release in early 2019. The latest release from Lovense is sleek and easy to clean, boasting 360-degree contractions and a redesigned vibrator. Like most teledildonic devices, it has the ability to sync to the content on-screen(s) as well as other Lovense devices for long-distance partner play. It uses a Bluetooth connection to sync with video or other devices for easy setup and has a longer battery life than previous releases.

Osci 2 – Lovense

Lovense has gained a reputation as being cutting edge in the field of interactive sex toys with its thoughtful design and catalogue that caters to any gender. The Osci 2 is a step away from the standard Rabbit-style or clitoral-focused options that dominate the market and instead focuses on G-spot stimulation. As referenced with the Max 2, The Osci 2 can pair with content and other Lovense offerings for more immersive experiences. While the Osci 2 is certainly not the first toy to promise G-spot orgasms, users claim it’s a device that fully delivers on the promise.

Top Adult Immersive Productions of the Year

Black Box Collection, Season One, 2049 Entertainment

Not surprisingly, The Black Box Collection: Season 1, delivers some of the most thoughtful, innovative adult content of 2019. Director Anna Lee features a variety of top-billed performers in this ASMR series, including Tera Patrick, who came out of retirement to perform for it. Lee’s choice to use gender-neutral language is also an important step toward broadening the audience of adult XR content.

Fidelio III, Naughty America

Naughty America has been at the forefront of the XR space for years, known by fans for the clean, high-end production style and curated list of top-notch performers. With stars including Bridgette B., Romi Rain, Whitney Wright, Dolly Leigh, Naomi Blue, Kayla Paris and Emma Starletto, Fidelio III is a New Year’s Eve-themed, boudoir group scene, evoking the sense of being at a luxe private sex party (think Eyes Wide Shut).

Jumanjizz, VR Bangers

The adult parody porn lives on in VR with Jumanjizz, which stars Lacy Lennon. Inspired by the iconic adventure film, Jumanji, the film combines a good script, beautiful outdoor location, and incredible effects to create an experience that brings an erotic, immersive angle to the classic.


So what’s in store for adult XR in 2020?

Darling expects to see growth in the AR and indie verticals as new creators enter the adult XR industry, as well as more experiences that make use of connected hardware.

“I think in 2020 we will see more exploration of AR technology in the adult industry, expanded VR production, and more specialized and niche content from new producers,” Darling said. “I think we will see more independent producers this year as performers are empowered to explore the space as well, and I think we will see the introduction of even more great auxiliary and teledildonic devices to supplement the viewing experience.”

Quelle: https://www.forbes.com/sites/jessedamiani/2020/01/23/the-best-of-adult-xr-of-2019/#3c69279a5c75

Sex and the city – Serien-Hit kommt bald als Erotikfilm

Sex And The City“-Version des Anbieters „Reality Lovers“.
Sex And The City“-Version des Anbieters „Reality Lovers“.

Virtual Reality Pornos – kurz: VR-Porn – sind ein grosser Trend und wachsender Markt. Alles was zum virtuellen Sex benötigt wird, ist eine VR-Brille, eine App und der Film. Am 16. Mai erscheint eine schlüpfrige „Sex And The City“-Version des Anbieters „Reality Lovers“.

Einen dritten Teil von „Sex and the City“ auf der Kinoleinwand wird es wohl nicht geben. Die Unstimmigkeiten zwischen Sarah Jessica Parker, 53, und Kim Cattrall, 61, sind mindestens ein Grund. Doch am 16. Mai 2018 gibt es bald eine schlüpfrige Abwandlung der Serie – und zwar für Sex- und Virtual-Reality-Begeisterte.

„Sex and the City“ als VR-Sexfilm

„Erste Klasse Virtual Reality Porno mit den heissesten Talenten für Ihr erotisches Vergnügen“ – so lautet der Slogan des VR-Porn-Anbieters „Reality Lovers“. Dieser bringt jetzt, wie die US-Website TMZ berichtet, eine Sex-Version der Hit-Serie über Carrie, Charlotte, Miranda und Samantha auf den boomenden VR-Markt. So soll „Sex In The City“ die erste richtige Serie sein, die die Firma in diesem Segment anbietet. Mithilfe einer VR-Brille können die Zuschauer dann virtuellen Sex mit den Darstellerinnen haben. Nimm an den Sex-Abenteuern der berühmtesten BFFs teil! Die Zuschauer sollen nicht mehr bloss zuschauen, sondern die Schlafzimmer-Fantasien von Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte erleben.

Diese Sex-Darstellerin spielen Carrie, Miranda, Samantha und Charlotte

Dabei handelt es sich nicht um Sarah Jessica Parker (Carrie Bradshaw), Kristen Davies (Charlotte Yorke), Kim Catrall (Samantha Jones) und Cynthia Nixon (Miranda Hobbes), sondern um professionelle Sex-Darstellerinnen. Auf Instagram stellt der Hersteller die Protagonistinnen der virtuellen Serie vor: Carrie („Cherry Kiss“), Charlotte („Tina Kay“), Samantha („Nikky Dream“) und Miranda („Elena Vega“).

Der Titel „Sex IN The City“ ist ebenfalls nicht zufällig gewählt, denn nicht nur die Charaktere sollen möglichst nah am Original sein. Die Handlung der VR-Serie orientiert sich an den Originalfolgen der HBO Produktion und deren Inhalt. Die Interpretation der Charaktere dürfte sicherlich etwas „offener“ ausfallen. Ob die Darstellerinnen der echten Serie Freude an diesem Projekt haben, ist zu bezweifeln.

Einen kurzen Einblick gab es mal auf Youtube. Das Video wurde aber wieder entfernt.

Quelle: Gala / Bild / Youtube

Virtueller Sex mit Avataren

Berliner Startup will die Pornografie revolutionieren

Foto: imago/Rolf Kremming (Symbolbild)
Foto: imago/Rolf Kremming (Symbolbild)

Berlin –

Splitternackt tanzt Texas Patti auf ihren Betrachter zu. Sie windet sich verführerisch und setzt sich schließlich auf den Schoß des Kunden. Texas Patti ist egal, was sie da mit wem tut. Es ist ja nicht wirklich sie, die das macht, sondern der Avatar – die computeranimierte Kunstfigur – der Pornodarstellerin.

Strip im Kopf des Besuchers

Real ist der Sex nur im Kopf des Besuchers dieser virtuellen Welt. Diese Vision der (Porno-)Zukunft hat das Berliner Startup Memento 3D erschaffen. Die strippende Texas Patti ist die erste Version davon. Irgendwann einmal könnte jeder Mensch einen realistischen Avatar von sich erstellen lassen, der im Internet sexuelle Abenteuer erleben soll. „Das Produkt hat das Potenzial, eine Revolution zu werden“, sagt Memento-Chef Tobias Platte. Das Produkt heißt vrXcity, eine Onlinewelt, in der Menschen mit den Avataren echter Menschen interaktiv agieren können. Sie können sie anfassen, ihre Beine spreizen, an den Hüften packen, bewegen und mehr.

Die Technik zum Eintauchen in diese Welten gibt es schon und könnte möglicherweise bald größere Verbreitung finden. Die derzeit noch recht teuren VR-Brillen – VR steht für virtuelle Realität – ermöglichen ihrem Träger, sich durch lebensecht wirkende 360-Gradwelten zu bewegen. Der Nutzer hat das Empfinden, sich tatsächlich in diesen Räumen zu befinden – Schwindelgefühle inklusive. Über Fernbedienungen, die vor den Augen des Nutzers als Hände erscheinen, kann er sich selbst genauso bewegen wie Objekte oder die Avatare – im Fall der vrXcity sind dies Sexpartner. 700 Pornodarstellerinnen wurden bereits gescannt, neben den Deutschen Texas Patti und Micaela Schäfer auch das US-Starlet Jessica Drake. „Die Erotikindustrie ist ein Treiber für neue Technologien“, sagt Platte.

„Steckaufsätze“ für den Mann

Pornografie habe schon den VHS-Videokassetten zum Durchbruch verholfen. Nun soll VR folgen. Das Unternehmen des gelernten Bankers investierte viel Entwicklungsarbeit, um die „Mädchen“, wie Platte sagt, bis ins kleinste Detail zu scannen und lebensecht zu animieren. Künftig soll das Programm mit Sexspielzeugen interagieren, um die Optik in physische Erlebnisse zu übersetzen. Platte spricht unter anderem von „Steckaufsätzen“ für den Mann. Zum Start im Herbst sollen monatlich 200.000 neue Nutzer in die vrXcity finden. Ethische Probleme sieht Platte nicht bei seinem „Unterhaltungsprodukt“. Er sagt: „Den richtigen Sex wird es nicht ersetzen können.“

Der auf Sexualfragen spezialisierte Soziologe Sven Lewandowski sieht in dieser neuen Technologie eher eine neue Spielart von Pornografie. „Es scheinen inzwischen zwei Sexualwelten zu existieren: die des Pornos und die – das ist nicht abwertend gemeint – der Alltagssexualität.“ Es gebe keine Hinweise darauf, dass Pornografie die Paarsexualität verdränge oder präge, wie Menschen Sex haben. Skeptisch ist der Wissenschaftler der Universität Würzburg, ob sich über VR-Brillen und Accessoires ausgelebte Sexualität zum Massenphänomen entwickelt. Memento finanziert die Weiterentwicklung seiner vrXcity durch den Verkauf einer eigenen Internetwährung namens Redbux.

Zahlen mit virtueller Währung

Die limitierten Token könnten an Wert gewinnen, wenn sie sich – wie von Platte geplant – als Zahlungsmittel für Erotikprodukte im Internet etablieren sollten. Dutzende Partnerfirmen wollen künftig diese neue Währung akzeptieren. Außerdem sollen vrXcity-Kunden so die Darstellerinnen hinter den Avataren direkt bezahlen können. In der am Sonntag beendeten Vorverkaufsphase zeichneten Investoren nach Unternehmensangabebrund 3,1 Milliarden Redbux.

Mehr als 20 Milliarden Redbux wird es nicht geben. Memento stünden damit bereits über 20 Millionen Euro für die Weiterentwickelung seiner virtuellen Sexwelt zur Verfügung. Platte sagt, er sei „sehr zufrieden“. Er ist nicht der einzige, der an seine Vision von der Zukunft der Pornografie glaubt. (AFP)

Quelle: https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez—stadt/virtueller-sex-mit-avataren-berliner-startup-will-die-pornografie-revolutionieren–30027826?view=fragmentPreview

Selbstversuch im virtuellen Rammelraum

Porno geht jetzt auch in VR. Die größte Online-Plattform für Erwachsenenunterhaltung Pornhub hat eine eigene Abteilung für die 3D-Sparte eingerichtet. Aber ist das wirklich so geil, wenn man quasi selbst zum Pornodarsteller wird?

virtueller Porno
virtueller Porno

Ein bisschen zwickt sie schon auf der Nase, diese Cardboard-Brille, die dem User momentan mit Abstand den günstigsten Zugang zu virtuellen Welten verschaffen kann.  Mit um die 15 Euro ist man schon dabei. Ist natürlich auch nur ein Pappgehäuse, das ein Smartphone zu einem Virtual-Reality-Display umwandelt. Aber der durchschnittliche Pornofreund hat im Normalfall ja auch keine teure Occulus Rift oder HTC Vive neben seiner Kleenex-Box stehen.

Jetzt noch Kopfhörer in die Ohren, damit ich mich mit allen meinen Sinnen endlich voll immersiv in eine 360-Grad-3-D-Pornowelt begeben kann. Der Film, der auf meine Retina geklatscht wird, kommt von einer der größten Online-Plattformen für Erwachsenenunterhaltung: Pornhub. Seit März gibt es dort auch einen eigenen Kanal ausschließlich für VR-Pornos. Wenige Minuten nach dem Launch schmierte der Server natürlich seinerzeit ab. Hoffen wir mal, dass die dreidimensionale Pornosause mittlerweile ohne Zicken funktioniert.

Die Story ist schon mal nichts neues

Lediglich zwei Beine, nichts Pornografisches | Bild: BR

Los geht’s: irgendeine Frau spricht aus dem Off zu mir, lädt mich zu sich in ihre von außen einigermaßen beeindruckende Villa ein. Aber wo ist sie? Ich muss mich kurz orientieren, schaue nach links, schaue nach rechts und sehe sie schließlich vor mir. Typisches Pornooutfit: kurzer Rock, enges Top, infantile Schulmädchenzöpfe, knallrote Pumps.

Sie lächelt, redet weiter – ich soll irgendetwas in ihrer Bude reparieren. Was genau, das ging in meiner kurzen Orientierungslosikgeit unter. Ist aber auch egal – diese Storyidee kennen wir natürlich alle auch aus ähnlichen Werken und ich glaube, ich werde den Plot schon irgendwie kapieren. Also folge ich der mit zusammengepressten Pobacken vor mir durch die Villa schreitenden, jungen Dame einfach mal. Beziehungsweise folgt ihr die Kamera. Und die imitiert selbstverständlich streng und puristisch den gierig-erigierten, männlichen Blick: P.O.V – Point Of View. Den männlichen Darsteller – also mich – kann ich natürlich nicht sehen.

Schon öffnet sie MEINE Hose

Pornhub | Bild: BaDoink.com

Ein bisschen Gebrabbel zwischen Mann und Frau. Ich nutze die Zeit um mich umzuschauen: große Butze, ziemlich scheiße eingerichtet, mit neonfarbenen Couchen und schlechter, semi-moderner Behauptungskunst. Vermutlich das Anwesen des Produzenten, das er öfter mal für derartige Rammeleien zur Verfügung stellt. Im Hintergrund flackert ein Kaminfeuer – nein, eine Kaminfeuer-DVD. Oder eine Blu-Ray. Wenn ich es mir recht überlege, sollte es schon eine Blu-Ray sein. Die hatte ja einst die DVD abgelöst. Und die DVD zuvor die VHS. Virtual Reality wiederum soll jetzt alles zusammen ablösen. Deswegen bin ich ja auch überhaupt gerade hier und mache mir Gedanken über den Ursprung des digitalen Kaminfeuers.

„Would you like me to suck your cock?“, höre ich die Darstellerin fragen, während ich also gerade noch über Kaminfeuer-DVDs (sorry, Blu-Rays) nachdenke. Antworten kann ich darauf natürlich nicht – und das Fehlen von Interaktion ist in so einer P.O.V-Situation dann schon ein bisschen verwirrend.  Selbst wenn ich jetzt „nö, lass mal gut sein“ sagen würde, würde sie ja trotzdem nicht damit aufhören, an meiner Hose herumzufummeln. Stichwort: MEINE Hose. Ich schaue an mir herab und sehe die Beine des Darstellers und natürlich kurz darauf auch dessen ordentlich durchbluteten Penis. Irritierend. Noch irritierender: plötzlich fängt der gute Mann unangenehm laut zu stöhnen an. Er – nicht ich. Wie ein brünftiger, polygamer Wasserbüffel stößt er gnadenlos unrhythmische Gutturallaute aus: „Mmmhaa…a…a…o…o…mmmmhhh…“ Nein, so möchte ich aber nicht klingen. Das nervt, verstört und ist so gar nicht immersiv.

Was sollen die Männerhände im Bild?

Pornhub VR-Porn Still | Bild: BaDoink.com

Es wird aber noch bizarrer: Schließlich ist das Vorspiel vorbei und das unumgehbare Centerpiece jedes pornösen Vergnügens geht unvermeidbar los: bretthartes Vögeln in allen Lagen. Wahlweise wippen jetzt die Silikonbrüste der Darstellerin direkt vor meinen Augen herum oder ich gucke unangenehm berührt auf ihren rotierenden Hintern herab. Immer wieder fingern die gierigen Griffel des Darstellers in den Bildausschnitt. Nee, nee – so geht das doch nicht. So sehr ich versuche nicht zu lachen und mich mal darauf einzulassen, es fühlt sich einfach zu keinem Zeitpunkt so an, als wäre das mein Körper. Und dann endet der Film. Wie genau muss ich ja niemandem sagen, der schon mal dem dritten und letzten Akt eines Pornos beigewohnt hat. So ist es natürlich auch hier. Nur halt P.O.V.

Das ist es dann auch schon. Brille wieder abziehen, Kopfhörer aus den Ohren nehmen. Nach einer guten Viertelstunde ist der Ausflug in die virtuelle Pornowelt wieder vorbei. Ganz überzeugend war es nicht. Weder die Immersion, noch die technische Umsetzung mit massenhaft Bildkompressionsfehlern läuft so richtig rund. Noch ist der User recht orientierungslos im virtuellen Rammelraum unterwegs und wird von einem virtuellen Fremdkörper an- und zugestöhnt.

Die Pornoindustrie setzt auf Brille

Die Pornoindustrie positioniert sich bei der Durchsetzung technologischer Entwicklungen traditionell schon immer als treibende Kraft – das war bei der Einführung der VHS-Kassette so und natürlich auch beim Internet. Und das ist mit Virtual Reality jetzt auch wieder der Fall. Momentan bleibt die 2D-Variante für Pornoenthusiasten allerdings noch die befriedigendere Alternative. Jedenfalls im preisgünstigen Segment. Doch es stehen bereits genügend Premiumanbieter mit teuren Varianten in den Startlöchern: Und die sind nach wie vor fest und steif davon überzeugt, dass die Zukunft des Pornos Brille trägt.

Im Porno-Business heißt die Zukunft Hologramm

HoloLens: 3D Hologramm Brille von Microsoft
HoloLens: 3D Hologramm Brille von Microsoft
Eine Brille, ein Raum, mehrere Sensoren: Wie funktioniert Virtual Reality? Was kann eine Datenbrille, und was ist stereoskopisches Sehen? Der Weg zur perfekten Simulation.

Quelle: WELT

Virtuelle Realität steht noch am Anfang, aber im Porno-Geschäft nimmt die neue Technik gerade Fahrt auf. Der Chef einer Erotik-Firma erzählt, wie seine Branche die Technologie vorantreibt.

René Pour ist seit neun Jahren im Porno-Business aktiv. Er betreibt das Affiliate-Unternehmen Smart Media Star, produziert erotische Filme und vermarktet diese über Onlineportale, die er selbst baut. Seit er seine erste Virtual-Reality-Brille aufsetzte, ist ihm klar: Diese Technik könnte die Zukunft der Erotikbranche sein.

DIE WELT: René, warst du betriebswirtschaftlich gezwungen, etwas Neues auszuprobieren und auf Virtual Reality zu setzen?

René Pour: Wir waren schon immer ein innovativer Treiber der Branche. Wir haben zum Beispiel eine der ersten mobilen Erotikseiten weltweit gebaut. Und VR war einfach der nächste Schritt. Natürlich wachsen auch die Umsätze nicht mehr so stark und stagnieren eher.

DIE WELT: Wegen des Aufkommens von Youporn, Pornotube und Co?

Pour: Genau. Die waren ein richtiges Problem, weil der Nutzer dort Content gratis bekommt. Aber mittlerweile legt sich das wieder, weil auch diese Tube-Seiten nur mit viel Geld neue Inhalte liefern können. Und die Nutzer sind bereit, für neue Inhalte zu zahlen.

DIE WELT: Welchen Weg gehen diese Tube-Seiten heute?

Die Akzeptanz ist groß

Pour: Viele von diesen Seiten haben mittlerweile ein Premium-Angebot eingebaut, wo es bessere Inhalte für Geld gibt. Am Anfang haben sie den Inhalt von anderen Seiten gestohlen und haben erst nach einiger Zeit Inhalte lizensiert und dafür gezahlt. Sie wollten den Traffic dann mit Werbung monetarisieren, aber auch das funktioniert nur mit guten Inhalten, und irgendwann ging das nicht mehr auf. Heute teasern sie Gratis-Content fast nur noch an.

DIE WELT: Ist VR marktreif? Für mein Gefühl steht sie noch ganz am Anfang.

Pour: Ich gebe dir teilweise recht. Es ist preislich erschwinglich, sich VR zuzulegen. Und wir wollten ganz vorn mit dabei sein und VR im Erotikbereich mitgestalten. Die Akzeptanz ist groß, 90 Prozent der Messe-Besucher auf der letzten „Venus“ waren davon begeistert, sich einen Porno aus dieser neuen Perspektive anzuschauen.

DIE WELT: Ist VR wirklich so erschwinglich?

Virtuell und doch irgendwie ganz real

Quelle: Die Welt

Pour: Es geht bei VR-Pornos nicht zwangsläufig um einen leistungsstarken Computer und eine teure Brille. Unsere Inhalte konsumiert der Nutzer noch passiv, es gibt keine Interaktivität, er kann sich im Video zum Beispiel nicht bewegen. Dafür reicht die preiswerte Alternative aus Smartphone und Google Cardboard völlig aus. In Zukunft könnten Sexszenen auch von computeranimierten Models gespielt werden.

DIE WELT: Wann wird es mehr VR-Pornos geben?

Pour: Ab 2018 wird man damit Geld verdienen können. Und in den nächsten drei Jahren werden sie die klassische 2-D-Porno-Produktion einholen.

DIE WELT: Werden sich dadurch auch die Geschäftsmodelle ändern?

Pour: Die Geschäftsmodelle sind der 2-D-Thematik ähnlich. Man lädt den Inhalt herunter und zahlt dafür einmalig oder monatlich im Abo. Das wird sich kaum ändern.

DIE WELT: Werden sich die Geschäftsmodelle ändern, wenn die Inhalte interaktiv werden?

Ein Amazon für Sex?

DIE WELT: Wird es also einen VR-Shop für Pornos geben? Ein Alibaba oder Amazon für Sex?

Pour: Das kann ich mir gut vorstellen. Ich bin gespannt, wer da als Erstes investiert.

DIE WELT: Dem Porno-Business wird nachgesagt, es habe Technologien wie das Internet vorangetrieben. Wird das auch beim Thema VR so sein, oder ist die Games-Branche zu stark?

Pour: Um ehrlich zu sein, sind die Gamer der Sex-Branche zuvorgekommen. Sie hatten es auch leichter, weil die Einstiegshürde für ein VR-Game niedriger ist als bei einem Porno.

Resident Evil in der VR-Version macht richtig Angst

Quelle: Zoom.in

DIE WELT: Ihr arbeitet derzeit für eure VR-Pornos mit realen Models. Wird es bald nur noch virtuelle Darsteller geben?

Pour: Um eine annehmbare Qualität für computeranimierte Pornoszenen vorzustellen, sind heutige PCs noch nicht schnell genug oder viel zu teuer. Wenn sich die Hardware weiterentwickelt, was sie immer tut, wird das kommen. Es wird wahrscheinlich ein Mix werden aus realen Pornostars und computeranimierten Möglichkeiten.

DIE WELT: Die Charaktere aus dem Computer werden die realen Darsteller also nicht verdrängen?

DIE WELT: Du sprichst von Augmented Reality. Macht ihr da etwas?

Pour: Derzeit noch nicht. Ich kenne auch keinen Konkurrenten, der sich damit beschäftigt. Das Thema ist einfach noch zu jung, und es gibt zu wenig technische Hardware, die die Inhalte darstellen könnte.

DIE WELT: Gelten für VR-Pornos die selben Einschränkungen im Netz wie für herkömmliche? Google beispielsweise listet ja keine Erotikinhalte.

Pour: Es gibt starke Einschränkungen. Man könnte für das Smartphone sehr leicht Anwendungen bauen, aber die Apps hätten dann in den App-Stores von Apple und Google Probleme, weil die keine Erotik haben wollen. Es könnte auch passieren, dass die Hersteller selbst es unterbinden, dass Pornos auf ihren Geräten abgespielt werden. Ich habe keine Ahnung, was da auf uns zukommt.

DIE WELT: Wie siehst du diese Einschränkungen persönlich?

Pour: Ich finde es nicht gut, einen Menschen in seiner Freiheit einzuschränken. Warum muss man legale Erotik verstecken?

DIE WELT: Gibt es auch technische Probleme?

Pour: Gibt es, die Kosten für das Downloaden von solchen Filmen sind derzeit zu teuer, wenn man sich nicht gerade im WLAN befindet. Wir würden die Filme sehr gern streamen, aber dafür ist die Bandbreite der meisten Internetleitungen zu gering. Der Nutzer lädt den Film also normal herunter und kann ihn dadurch leichter verbreiten, ohne dass jemand anderes dafür zahlt.

Quelle: https://www.welt.de/sonderthemen/noahberlin/article165740818/Im-Porno-Business-heisst-die-Zukunft-Hologramm.html

 

Wie VR-Erotik die Zukunft beeinflussen wird

VR-Erotik

… und dann gab es da diesen Moment, als Morpheus sich zu Neo beugte, die Hände öffnete und sagte, “Wenn Du die blaue Pille nimmst, ist alles vorbei. Du wachst auf in Deiner Welt und glaubst an das, was Du glauben willst. Nimm die rote Pille, und Du bleibst im Wunderland. Und ich führe Dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.” Lasst mich euch dasselbe Angebot unterbreiten und euch in eine verborgene Welt entführen, die hinter den Kulissen von Virtual-Reality, wie wir sie kennen, die Grenzen dessen auslotet, was möglich ist – und irgendwann möglich sein wird.

Oder anders ausgedrückt: Lasst uns über Sex reden.

Leider hatten wir kein erotisches Video in der Datenbank, weswegen ich eines gewählt habe, das euch dabei helfen wird, jegliche erotische und nicht-erotische Inhalte auf eurer VR fleckenfrei zu genießen:

Lasst uns über Sex und VR reden

Reden wir jetzt wirklich über Sex? Hier, auf dieser unschuldigen und völlig seriösen Gaming-Seite, einzig bekannt für stocksteife Tests und bitterernste Kolumnen? Natürlich. Denn Sex gehört zu den Grundkonstanten unseres Lebens, Sex gibt es auf Steam (Klick), auf GOG (Klick), in gigantischen Triple-A-Blockbuster-Wuchtbrummen (Klick und Klick); Sex in Filmen, Büchern, auf RTL, denn Sex ist interessant, anstößig und wie wir alle wissen: Sex sells.

Palmer Luckey: Das Genie hinter der Oculus Rift

Einige unter euch wissen sicher auch, dass Virtual Realitynicht aus Palmer Luckeys glückseeligen Händen wie von Zauberhand hervorbrach. Die Geburt von VR ist eine recht lange, aber ziemlich interessante Story; es gab schon vor der Oculus Rift etliche gescheiterte Versuche und eigentlich sollten wir dem US-amerikanischen Militär die Hand schütteln, wenn wir heute Abend Moss auf unserer PSVR starten. Palmer Luckey, der Kopf hinter der Oculus Rift, benutzte eine VR-Brille des Militärs, um den ersten Prototyp des Wundergeräts zu basteln. Fakt ist auch, dass die Technik für VR schon eine lange Weile vor der Oculus verfügbar war, für die Produktion aber so viel Geld gebraucht wurde, dass eine fertige Brille zu teuer für den Konsumenten gewesen wäre. Eine tolle, neue Gaming-Brille für 3000 Euro gefällig? Auch, wenn es noch keine Spiele dazu gibt? Naja. Deswegen brauchte es jemanden wie Luckey, der aus einem teuren Militärgerät eine Brille zauberte, die für einen Preis von unter 1000 Euro hergestellt und verkauft werden konnte.

Und wer von euch hat im Moment eine VR zu Hause? Trotz allem gab es keinen VR-Boom; tatsächlich ist VR ein schwieriger Markt, für Entwickler ebenso wie für Publisher. Der Gedanke an eine Zukunft á la Matrix (und ich behandle dieses Thema ganz ohne eine negative Konnotation) ist nicht interessant genug, damit wir 400 Euro für eine VR-Brille ausgeben. Der Gedanke an eine nackte Frau oder einen nackten Mann allerdings schon.

Nur eine virtuelle S(t)imulation?

Reality Lovers Now Compatible With All VR Devices – Cyberworlds.uk
Reality Lovers Now Compatible With All VR Devices – Cyberworlds.uk

VR funktioniert. Nur nicht da, wo wir es vielleicht vermuten: Im Interview mit Reality Lovers’ Geschäftsführer René Pour bespreche ich VR-Erotik, die beliebteste Perspektive beim Zuschauen und die technischen Errungenschaften, die bis jetzt erreicht wurden oder in Zukunft den VR-Markt bestimmen werden.

Im Reality-Lovers-Abonnement erhaltet ihr kostenlos eine VR-Brille.

Reality Lovers gibt es mittlerweile schon seit fast zwei Jahren und ja, auf unserer Seite gibt es ausschließlich VR-Filme sowohl aus der männlichen als auch der weiblichen Perspektive”, erzählt Pour über Reality Lovers, die erste deutsche VR-only Erotik-Plattform. Das Portal bietet entsprechende Erotik-Videos an, die Benutzer mit einer im Abo enthaltenen VR-Brille (eine, in der ihr euer Handy als Display benutzt) erleben können. Ist VR-Porn ein Ding? Machen das viele Menschen? Die genauen Zahlen verrät mir Pour nicht, aber die Anfragen nach VR-Erotik-Filmchen auf Google steigen seit 2015 immer weiter an; das Interesse ist da. Natürlich ist es das.

Der deutsche Markt ist immens wichtig für uns und steht – was die Umsätze und Member betrifft – auf dem zweiten Platz direkt hinter den USA. Besonders anhand der VR-Sets, bestehend aus VR-Brille und USB-Stick mit den beliebtesten 180-Grad-Filmen, wird es deutlich. Diese vertreiben wir seit geraumer Zeit deutschlandweit in den Erotik-Shops.

Wenn du Geld machen willst, steig’ in die Porno-Industrie ein. Oder anders ausgedrückt: Sex verkauft sich und wird sich immer verkaufen. Der stetige Strom von erotischen Inhalten fließt verstohlen unter dem Mantel der Gesellschaft, ungebrochen; ein Fluss, der niemals versiegen wird. Deswegen gibt es kaum eine andere Industrie, die den technischen Fortschritt dermaßen vorantreiben konnte; in der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart. Falls ihr es genau wissen wollt, sollte ihr The Erotic Engine lesen.

Die VR-Erotik selbst bewegt sich bereits jetzt in einem Bereich, der weit über den üblichen Porno hinausgeht. Auf Reality Lovers gibt es nicht nur erotische Videos, die plötzlich in VR angeschaut werden könne: Es gibt unterschiedliche Perspektiven; entweder der Voyeur-Modus (das übliche Prinzip des Zuschauen) oder der Blick direkt aus den Augen der Darsteller. Welcher Modus beliebter ist, könnt ihr euch sicherlich denken:

René Pour, der Geschäftsführer von Reality Lovers.

Der POV-Modus wird häufiger genutzt, da in dieser Perspektive die User die volle Kraft von VR spüren können”, betont Pour, “Eine spannende Erfahrung, von der uns Männer immer wieder berichten: Sie schauen häufig Filme aus der Frauen-Sicht. Die Folgen: Ihr Einfühlungsvermögen steigt und sie können sich besser in die eigene Partnerin versetzen. Natürlich gilt das auch umgekehrt

Was noch? Über Chroma-Keying und Green-Screens werden Szenen aufgenommen, in denen der Zuschauer selbst den Hintergrund wählt: Ab ins Schlafzimmer, mitten im Wald oder sich auf einem Raumschiff vergnügen? Auch die Qualität wird vorangetrieben; demnächst will Reality Lovers Videos in 5K-Qualität anbieten und in naher Zukunft soll Anfassen und Fühlen in den Fokus gerückt werden. Nichts Neues für VR-Enthusiasten oder kreative Entwickler, diverse futuristische Anzüge oder Ganz-Körper-Kapseln gibt es bereits in Erlebnisparks oder VR-Laboren, aber nicht zu Hause. Nicht im privaten Raum; dort, wo erotische Inhalte meist zu Hause sind.

Porn Trolling: Warum der Livestream-Hit ‚VR Chat‘ jetzt einen Panic Button hat

In der Welt von ‚VR Chat‘ ist fast alles erlaubt. Das nutzen seit Wochen Trolle aus, um ihre Avatare in Porno-Szenen zu verwandeln und die Karrieren von Streamern zu gefährden – und die waren lange Zeit hilflos.

Screenshot: YouTube | VR Chat Inc.
Screenshot: YouTube | VR Chat Inc.

Seit rund einem Jahr dient die anarchische Virtual-Reality-Community von VR Chat als Zufluchtsort für zehntausende Spieler, die nicht sonderlich viel von Regeln, dafür aber umso mehr von surrealen Gesprächen, unvorhersehbaren Begegnungen oder rassistischen Memes halten.

Folgt Motherboard auf FacebookInstagramSnapchat und Twitter

Die Einstiegshürde ist niedrig: VR Chat ist komplett kostenfrei und lockt seine Community mit lockeren Nutzungsbedingungen, die im Grunde jede Verantwortung und Moderation an seine Spieler abtreten – und diese Gelegenheit wird von den VR Chat-Fans dankend angenommen. Vor allem die Option, sich selbst einen beliebigen Avatar zu erstellen, mit dem dann die Chaträume betreten werden können, ist der Hauptgrund für das bunte Treiben auf den Servern, wo gigantische Porno-Felltiere, Zucchini mit Schauspieler-Gesichtern und sprechende Unterhosen aufeinander treffen.

Es liegt auf der Hand, dass eine solche unregulierte Spielwelt natürlich auch Trolle anlockt, die ihren Mitspielern zur eigenen Belustigung den Spaß verderben wollen. Ins Visier der Attacken sind dabei insbesondere die vielen Twitch-Streamer gerückt, die in immer größeren Gruppen auf die Server von VR Chat drängen, um dort für ihre Zuschauer zu spielen. Der Grund für ihren Opfer-Status ist denkbar einfach: Im Gegensatz zu allen anderen Usern müssen die Streamer sehr wohl strenge Regeln und Nutzungsbedingungen einhalten – und zwar die ihrer jeweiligen Livestreaming-Plattformen.

Porno auf der Kurzwahltaste: Wie die Trolle Streamer-Karrieren sabotieren wollen

Das wissen auch die Trolle von VR Chat – und machen sich seit Wochen einen Spaß daraus, die Accounts der Twitch-Streamer zu gefährden. Diese Trollerei funktioniert dabei nach dem immer gleichen Prinzip: Zuerst suchen sich die Übeltäter einen Streamer aus, der gerade online ist, und warten anschließend darauf, dass sie einen Hinweis bekommen, auf welchem Server sich ihr Opfer momentan aufhält. Anschließend stürmen die Trolle, von denen viele zu den regulären Zuschauern gehören, den jeweiligen virtuellen Chatraum und „verkleiden“ ihren Avatar als Screenshot oder 3D-Modell einer pornografischen Szene. Das funktioniert mit nur wenigen Klicks – und wird von den Entwicklern auf ihrer eigenen Homepage genau erklärt.

Das sogenannte „Porn Trolling“ ist in der Welt von VR Chat für allem für Streamer ein Problem | Screenshot: Rage Fit Gamer

Anschließend versuchen die virtuell verkleideten Trolle, so lange wie möglich im Blickfeld – und damit auch der Kamera – des Streamers zu verharren, um die jeweilige Streaming-Plattform zu einem Einschreiten zu provozieren.

Das Porno-Trolling kann für die Opfer unangenehme Folgen haben oder sogar ihre Karriere sabotieren: Zeigen Streamer nämlich explizit pornografische Szenen während ihrer Sessions, kann Twitch die Streamer vorübergehend sperren oder komplett bannen – das legen die Nutzungsbedingungen der Streaming-Plattformunmissverständlich fest.

Die Entwickler reagieren spät, aber richtig

Ende 2017 scheint diese besondere Form des Trollens zu einem spürbaren Problem in der Community geworden zu sein, im Januar und Februar dieses Jahres nimmt die Anzahl der hilfesuchenden und genervten Threads von Betroffenen in Foren und Spielgruppen zu. Die Entwickler von VR Chat verfolgen diese Entwicklung offenbar mit – und kündigen schließlich Ende Februar 2018 einen Patch an, der Troll-Opfer endlich die Chance geben soll, sich gegen die Porno-Angriffe rechtzeitig zu wehren. Im Zentrum dieses neuen Patches: der sogenannte Panic Button. Gerät ein Spieler ins Visier der Porno-Angreifer, kann er mit einer einfachen Tastenkombination diesen Panic Button auslösen: Daraufhin werden sofort alle Avatare in unmittelbarer Nähe nicht nur stummgeschaltet, sondern auch durch ein Standard-Modell in hübsch-unspektakulären Grau ersetzt.


Ebenfalls auf Motherboard: The Secret of Monkey Island

Dieses Feature ist für Streamer definitiv eine große Hilfe, um sich vor den nervigen Trollen zu schützen, doch scheint die neue Funktion noch immer nicht allzu große Runden in der Community gedreht zu haben. Weiterhin klagen viele VR Chat-Nutzer über die Troll-Attacken und auch auf YouTube gibt es derzeit (Stand: 28. Februar 2018, vier Tage nach dem „Panic Button“-Patch) offenbar noch keine Videos, die das neue Feature in Aktion zeigen. Vielleicht ist ausgerechnet jetzt also der richtige Zeitpunkt für euch, das Spiel herunterzuladen und einen ersten, vorsichtigen Fuß in die absurde Welt von VR Chat zu setzen – immerhin seid ihr nun mit dem wichtigsten Feature ausgerüstet, um euch vor den nervigsten Bewohnern dieser eigentlich faszinierenden Spielwelt zu schützen.

Folgt Dom auf Twitter.

Quelle: https://motherboard.vice.com/de/article/ywqkg7/porn-trolling-warum-der-livestream-hit-vr-chat-jetzt-einen-panic-button-hat

Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie

VR und Pornografie

Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie
Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie

Poronografie: Ein Rückblick in die späten 1970er Jahre: Die beiden Magnetbandsysteme Betamax von Sony und VHS von JVC kommen auf den Markt. Objektiv ein klar vorentschiedenes Rennen, zumal das Betamax-Format qualitativ eindeutig die Nase vorne hat. Und trotzdem geht das Home Video System von JVC als klarer Sieger aus dem Etablierungskrieg hervor. Knapp 25 Jahre später kommt es zu einer ähnlichen Konkurrenzsituation, diesmal unterliegt die HD DVD der heute überall erhältlichen BluRay-Disc. In beiden Fällen hatte das Siegerformat einen entscheidenden Vorteil, wenngleich keineswegs technischer Natur: Nein, die Pornoindustrie hatte ihre Finger im Spiel und besiegelte durch ihre Unterstützung die Schicksale der jeweiligen Systeme.(1)

Zurück in der Gegenwart könnten Sex- und Erotikfilme abermals ein entscheidender Faktor bei der breitwirksamen Durchsetzung einer neuen Technologie sein: Virtual Reality. Einem Artikel der BBC zufolge machten 2010 „Adult Movies“ bereits mehr als ein Drittel des weltweiten Internet-Traffics aus (2) – ein Ausmaß also, dem man eine gewisse Bedeutung bei der Etablierung neuer Technologien kaum absprechen kann. Todd Glider, CEO der Porno-Plattform BaDoink, sieht dies in einem Gespräch mit der futurezone sehr ähnlich:

„Ich glaube, dass Pornos die Killer-Apps für Virtual Reality sind. […] Jeder in der VR-Branche, sei es nun Oculus oder Google, weiß von uns und hofft auch ein bisschen auf die Pornobranche, dass sie Virtual Reality voranbringt. Jeder weiß davon, aber niemand will darüber sprechen.“(3)

2015 verschenkte Gliders Unternehmen im Rahmen einer Marketing-Kampagne 10.000 Google-Cardboard-Gestelle. Als diese wegen der großen Nachfrage bereits innerhalb von 24 Stunden zur Gänze vergeben waren, brachte BaDoink weitere 20.000 kostenlose Brillen in den Umlauf. Ein weiterer kleiner Indikator, der vermuten lässt, dass die Pornografie -Industrie VR schon bald zum Durchbruch verhelfen könnte.(4)

Doch worin genau besteht das Potenzial? Und welche Problematiken ergeben sich im Vergleich zu konventionellen Produkten? Noch vor wenigen Jahren waren 3D-Fernseher in aller Munde und auch vonseiten diverser Erotikfilm-Hersteller*innen und -Konsument*innen setzte man durchaus Erwartungen in diese Zusatzfunktion. 2018 gilt TV-Stereoskopie als tot, die dreidimensionale Wiedergabe von Home Entertainment-Inhalten taugt längst nicht mehr als Verkaufsargument. Warum sollte das nun bei VR anders sein? Zur Beantwortung der Frage ist eine Analyse der Konsument*innenwünsche unerlässlich: Trendprognosen und -bewertungen wie jene im Rahmen der trenDNA geben jedenfalls Tendenzen zu erkennen, die das Bedürfnis nach einem in virtuellen Welten verankerten „Second Life“ reflektieren. Kurzum: Es geht nicht um eine möglichst realistische Rekonstruktion gewöhnlichen Contents (und dabei behilfliche technische „Spielereien“ wie 3D), sondern um die Erweiterung von Alltagsrealitäten.

Gerade der Pornofilm (Pornografie) ist nicht unbedingt für seine inhaltliche oder audiovisuelle Komplexität bekannt (Stichwort: Warum liegt hier Stroh?) und dramaturgisch-repetitive Abläufe haben alle Hoffnung auf Abwechslung im Genre verfliegen lassen. Doch VR verspricht dahingehend erstmals revolutionäre Änderungen: Anstatt in die Rolle eines unbeteiligten Voyeurs zu schlüpfen, erleben VR-Porno-Zuschauer*innen das Geschehen erstmals aus Ich-Perspektive. Die bei der Produktion verwendeten Kameras werden mit entsprechenden Vorrichtungen am Kopf eines (zumeist männlichen) Protagonisten angebracht, aus dessen Blickwinkel der gesamte Film zu sehen ist. Die mit Virtual Reality einhergehende Blickfreiheit sorgt überdies für ein zusätzliches Immersionsgefühl.(5)

Doch eben diese Machart hat auch ihre Nachteile: Die „beglückten“ Darstellenden dürfen sich aus Gründen der Bildstabilität kaum bis gar nicht bewegen, geschweige denn andere Akteur*innen berühren. Selbst zu schweres Atmen kann bereits negative Auswirkungen auf die Qualität der Aufnahmen haben. Eben diese Passivität mindert in einer Art Gegenbewegung zum Format das intensive Erlebnis des „Mittendrin-Seins“. Überdies birgt vor allem die Verwendung günstiger Cardboard-Lösungen mehrere Probleme. Während die Bewegungserfassung Smartphone-basierter Systeme im Vergleich zu teuren VR-Brillen merklich schlechter ausfällt, sind einige Nutzende auch von der völligen Beschlagnahmung von Augen und Ohren irritiert. Und: Insbesondere klobige Brillen bringen die Tragenden bei längerer Nutzung oftmals zum Schwitzen.(6)

Von Gay bis Hetero, von Gruppensex bis Masturbation – das Angebot an VR-Pornofilmen wird immer facettenreicher und nähert sich langsam der breit gefächerten Vielfalt regulärer 2D-Videos an. Neben kostenlosen Filmen in speziellen VR-Kanälen beliebter Streamingseiten wie YouPorn oder xHamster, sind auch Abo-Modelle wie jene von Reality Lovers oder VirtualRealGay am Vormarsch.(7)Mit zunehmenden Angebot rücken auch wieder Fragen in den Vordergrund, die seit dem Aufkommen erster Erotikfilme Anfang des 20. Jahrhunderts von Kritiker*innen ins Treffen geführt werden: Verzerrt Pornografie unser Normalverständnis von Sexualität? Werden unrealistische oder gar unerfüllbare Erwartungen geschaffen? Und, jetzt neu: Könnte VR-Sex bald physische zwischenmenschliche Intimität ersetzen?

In der kurzen VICE-Dokumentation „The Digital Love Industry“ führt Robert Weiss vom The Sexual Recovery Institute seine Überlegungen zu dieser Problematik aus:

„People who are needful or at certain life stages can get caught up in the virtual, thinking that it’s more real than it is. And that’s cause they want it to be. A healthy person is gonna know what a healthy relationship is. A healthy person is gonna know what good sexuality is, safe sexuality is. A healthy person is gonna be able to define a casual sexual experience from something meaningful that they wanna carry out – whether they are doing it in avatar-form, in a second life world, or they’re doing it in some kind of virtual experience or webcam. And whatever it is, they still realise that’s not the same as holding, touching and being next to a person. And I think that until virtual reality becomes so immersive that we cannot tell the difference […] people will still know the difference between fantasy and reality – and they’re gonna long for the real thing.”(8)

Nichtsdestotrotz versprechen interaktive Sextoys in Kombination mit VR eine immer realistischere Simulation echter zwischenmenschlicher Berührung. Neben der Firma Lovesense ist vor allem auch das niederländische Unternehmen Kiiroo in diesem Segment ein international relevanter Player.(9) Spannend ist hierbei, dass die Produktkonzeption weniger das Ziel verfolgt, Käufer*innen sexuelle Interaktion mit einem „fiktiven“ Gegenüber vorzugaukeln, sondern vielmehr Intimität auch über große Distanzen hinweg ermöglichen soll. Insbesondere Pärchen in Fernbeziehungen werden so zum Nutznießer derartiger technologischer Entwicklungen: Sensoren in den miteinander gekoppelten Vibratoren und Fleshlights übertragen Bewegungen und Berührungen in Echtzeit.(10)

Werden wir künftig, vor einem ersten physischen Treffen, erstmal die sexuelle Kompatibilität mithilfe von Sexspielzeug überprüfen – ähnlich, wie dies jetzt schon über Sexting geschieht? Schafft VR-Pornografie einen Mehrwert für ein erfülltes Sexualleben oder ist es doch nur eine verzerrende Belastung? Entfremden wir uns dadurch zunehmend – oder nehmen wir solche Entwicklungen einfach als neue, nicht weniger bedeutsame Form von Zwischenmenschlichkeit wahr? Und ist Sex mit VR-Brille und Toys überhaupt weniger „real“ als die physische Variante? Die nächsten Jahre werden Antworten auf diese Fragen bereithalten. Und wohl eng mit dem endgültigen Durchbruch von Virtual Reality zusammenhängen.

 

 

Autor: Mattias Fabian | Bildquelle: Pixabay, https://pixabay.com/de/frau-bett-weiblich-attraktiv-506120/
Textquellen: (1) https://futurezone.at/digital-life/badoink-pornos-sind-die-killer-app-fuer-vr/212.990.315 | (2) http://www.bbc.com/news/technology-23030090 | (3) https://futurezone.at/digital-life/badoink-pornos-sind-die-killer-app-fuer-vr/212.990.315 | (4) https://futurezone.at/digital-life/porno-webseite-verschenkt-vr-headsets/142.416.387 | (5) http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/vr-pornos-virtual-reality-sex-fuer-oculus-rift-und-gear-vr-a-1066625.html | (6) http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/vr-pornos-virtual-reality-sex-fuer-oculus-rift-und-gear-vr-a-1066625.html | (7) http://www.vrpornofilme.com/ | (8) https://www.vice.com/de/article/dpedvv/the-digital-love-industry-das-geschaeft-mit-virtueller-liebe-469 | (9) http://www.vrpornofilme.com/ | (10) https://www.kiiroo.com/products/onyx2-pearl2-couples-set-purple