VR-Porn im Selbstversuch – wie heiß ist der Erotik-Trend wirklich?

Ein Segen für die Erotik Welt!

Lässt du dich ab und zu mal von Pornos

Lässt du dich ab und zu mal von Pornos „inspirieren“? Dann solltest du vielleicht mal VR-Porn probieren. Denn dabei bist du nicht nur bloßer Zuschauer – sondern mitten drin im Geschehen!

In diesem Artikel erwartet dich:

Klar, Pornos sind nicht jederfraus Sache. Kein Wunder – denn die meisten Filme sind für Männer gemacht und behandeln dementsprechend vor allem deren Fantasien. Wie gut, dass sich in den letzten Jahren einiges geändert hat auf dem Porno-Markt. Produktionen, wie die von Regisseurin Erika Lust, konzentrieren sich zum Beispiel auf die realistische Darstellung der weiblichen Protagonistin – ein Segen für die Erotikwelt!

Doch die Porno-Industrie hat sich nicht nur in puncto Feminismusweiterentwickelt: Auch die Technik wird immer ausgeklügelter. So gibt es mittlerweile nicht nur erotische 3D-Filme, sondern auch Virtual Reality-Pornos – kurz „VR Porn“.

Was ist VR-Porn überhaupt?

VR Porn: Paar sitzt mit VR-Brillen im Bett

Ihr habt sicher schon mal was von Virtual Reality-Brillen gehört. Man setzt sie auf und taucht in eine andere Welt ein. Man sieht Dinge um sich herum, die eigentlich nicht da sind. Da laufen Dinos umher, man steht auf einer Straße oder in einer schönen Landschaft. Und genau das geht eben auch mit Pornos. Man fühlt sich, als wäre man mitten im Geschehen.Zum Beispiel wandert der Blick mit dem eigenen Kopfdrehen. Möchte man der Frau oder dem Mann in der virtuellen Welt zum Beispiel vor allem auf den Hintern schauen, passt sich das Bild mit der Kopfbewegung an.

Durch die Brille sieht der Zuschauer auch seinen „eigenen Körper“, also einen Teil davon, oft sind das die Beine. Dann sieht es zum Beispiel so aus, als würde der Protagonist auf einem Stuhl sitzen, eine leicht bekleidete Frau kommt auf ihn zu und hat mit ihm SexEin haptisches Erlebnis bleibt dabei natürlich aus – alles spielt sich nur über die Sinneswahrnehmung der Augen ab.

Ob das antörnend ist? Das muss jeder für sich herausfinden. Unsere Redakteurin hat mal den Selbstversuch gewagt:

Der Test: „Erst Plätzchen backen, dann Bärenfell-Erotik“

VR-Porn, das hört sich in der Theorie ja alles ganz interessant an – aber klappt das wirklich? Eine BRIGITTE.de-Redakteurin hat den Test gemacht und den Film „Weihnachten für sie“ des VR Porn-Anbieters Reality Lovers durch eine VR-Brille angesehen.

Brille auf und go!

Zuerst zum Technischen: Um voll in die VR-Welt einzutauchen, musste ich mir eine VR-App auf mein Handy laden und den Porno-Film downloaden (als zahlender Kunde kann man direkt über die Website Filme anschauen). Nach ein paar technischen Problemen (was aber auch an meinem Handy gelegen haben könnte), ging es endlich los: Handy in die Brille stecken, aufsetzen und go!

Das Besondere: Der Film ist speziell für die weibliche Zielgruppe gemacht – ich habe also alles aus dem Blickwinkel einer Frau betrachtet.

Was ist genau passiert? Da war dieser Typ, leider nicht mein persönlicher Geschmack, aber für andere Frauen vielleicht attraktiv, der mit mir Plätzchen gebacken hat (der Name Spritzgebäck bekommt an dieser Stelle eine ganz andere Bedeutung 😃). So weit so harmlos. Als er dann seine Kekse abgestellt hatte, widmete er sich meinem VR-Ich. Erst dem Bauch, dann der Intimzone …

Reality Lovers: Porno-Darsteller

Nach dem Plätzchenbacken ging es zur Sache: So sah der Protagonist des VR-Pornos aus!

Ich bin ehrlich: Am Anfang habe ich mich eher in seiner Wohnung umgesehen, als ihn in Aktion zu betrachten. Denn dass das Bild wirklich der Kopfbewegung folgt – das konnte ich mir bis dahin noch nicht vorstellen. Aber: Es hat funktioniert – ich war wirklich mittendrin in seiner Wohnung und im Film! Übrigens hatte ich zwei Brillen zum Ausprobieren: eine Papp- und eine Kunststoffbrille. Interessanterweise hat die sogar Papp-Variante besser funktioniert.

Aber zurück zur Handlung: Irgendwann hat Mr. Plätzchenbacken „mich“ dann aus der Küche ins Wohnzimmer getragen – aufs Bärenfell vor den Kamin, wohin auch sonst?

Juhuu – ganz normaler Sex!

Dort ging es dann zur Sache: Erst hat er vor mir masturbiert und dann mit meinem Avatar Sex gehabt. Zwischendurch bekam ich immer wieder Komplimente für meine Figur. Merci! Auch wenn der Mann, wie gesagt, nicht mein persönlicher Geschmack war und ich mich auch nicht wirklich mit meinem VR-Körper identifizieren konnte, fand ich das VR-Porn-Erlebnis grundsätzlich sehr spannend.

Vor allem fand ich gut, dass sich der Film von den klassischen „Schmuddel-Pornos“ für Männer unterschieden hat. Keine zu nahen Aufnahmen von Geschlechtsteilen, kein wildes Herumejakulieren, keine Körperöffnungen, die man nicht sehen möchte. Und: keine unrealistischen oder herabwürdigenden Darstellungen der Frau. Das war einfach Sex, wie man ihn wohl zu Hause auch mit dem Partner hätte. Am Ende hat der Keksmann sogar noch meine Hand gehalten und mich verliebt angeguckt – da hab ich mich zwar kurz gefragt: Ist das noch Porno oder schon Rosamunde Pilcher? Aber hey, vom Grundsatz her ist das ja ein guter Gedanke!

Ob ich auch in Zukunft VR-Pornos schauen werde? Vielleicht. Unter der Bedingung, dass es ein Anbieter schafft, Ryan Goslings Gesicht auf den Hauptdarsteller zu setzen …

Was benötige ich, um VR-Porn zu konsumieren?

1. Die Brille

Modelle, die mit dem PC gekoppelt werden, sind beispielsweise die Oculus Rift, HTC Vive oder Playstation VR (kosten alle mehrere Hundert Euro.) Günstiger sind Modelle ohne eigenes Display (ca. 70 bis 120 Euro), die man mit Smartphones koppelt, wie zum Beispiel die Samsung Gear VR, Zeiss VR One Plus, Google Daydream View oder Durovis Dive.

Bei der Pappbrille Google Cardboard ist man bereits für unter 10 Euro dabei. Auch Durovis bietet eine Cardboard-Brille an. Allerdings wirkt die Virtual Reality durch die Profi-Brillen echter. Für regelmäßige VR-Nutzer ist es deshalb durchaus sinnvoll, auf die teureren Brillen zu setzen.

2. Die Apps

Entscheidet ihr euch für eine VR-Brille mit Smartphone-Koppelung, benötigt ihr noch die passende App. Eine Auswahl an verschiedenen Produkten findet ihr zum Beispiel im Google Playstore unter dem Suchbegriff „Cardboard“.

3. Die Inhalte

VR-Inhalte bekommt ihr zum Beispiel über YouTube und verschiedene, kostenpflichtige Internetplattformen. Bekannt für Virtual Reality-Pornos sind beispielsweise Reality Lovers, WankzVR, BaDoink.com, Virtual Real Porn, Pornhub VR und SexLikeReal. Reality Lovers hat sogar Filme extra für Frauen im Angebot.

Kann ich meine Aktivitäten auch verbergen?

Viele Porno-Nutzer möchten die „Spuren“ auf dem PC verwischen. Der Partner oder Freunde sollen schließlich nicht gleich im Verlauf entdecken, dass man sich in der Erotik-Welt herumgetrieben hat. Zum Glück gibt es eine Methode, um das zu verhindern. Je nach Browser müsst ihr einfach in einem anonymen Tab, also im „Privaten Fenster“ oder „Inkognito-Fenster“ surfen. Die findet ihr unter dem Menüpunkt „Datei“ oder „Ablage“.

 Wie wirken sich die Cyber-Pornos auf die Beziehung aus?

Die Frage stellt sich bei Pornos natürlich generell. Die Antwort ist hier recht simpel: Solange die Partner auch noch echten Sex miteinander haben und sie das Gefühl haben, gemeinsam eine erfüllte Sexualität zu leben, ist alles in Ordnung.

Kritisch wird es, wenn eine Porno-Sucht besteht oder die Darstellungen in den Erotikfilmen dazu führen, dass man übersteigerte Erwartungen an den Partner oder die Partnerin entwickelt. Es ist wie in so vielen Lebensbereichen eben das richtige Maß und der richtige Umgang, den man beim Konsum von VR-Porn finden muss.

Übrigens: Laut einer Statistik von „Reality Lovers“ schauen sich vor allem die Sachsen VR-Pornos an. Immerhin 14,5 Prozent bekommen sie vom Konsumenten-Kuchen ab. Und ihr, werdet ihr demnächst auch zu Liebhabern der erotischen Virtual Reality? Probiert es aus!

Quelle: https://www.brigitte.de/liebe/sex-flirten/vr-porn-alles-ueber-den-erotik-trend-10978026.html

«Das ist die nächste grosse Porno-Revolution»

Ein Berliner Startup entwickelt eine VR-Welt für Sex – ein digitaler Puff quasi. Im Interview verrät uns der Gründer, wen wir dort antreffen, wie die Avatare von echten Stars gescannt werden und wo die ethischen Grenzen liegen.

Willkommen in der «vrXcity» – einer Art Bordell in der virtuellen Realität.
Willkommen in der «vrXcity» – einer Art Bordell in der virtuellen Realität.

Nix gegen Pornos aber bei näherer Betrachtung mutet die klassische Internet-Wichsvorlage mittlerweile ziemlich altbacken an. Völlig unbeteiligt schaust du Menschen beim Sex zu, ohne das Geschehen in irgendeiner Weise beeinflussen zu können. In Zeiten von High-End-Games und Virtual Reality eigentlich ziemlich langweilig.

Das Berliner Startup Memento arbeitet daran, Masturbation auf das nächste Level zu bringen. In seiner Welt namens «vrXcity» kannst du dich virtuell mit Avataren von echten Pornostars vergnügen. Wir haben mit dem Gründer Tobias Platte gesprochen.

Woran arbeitet ihr bei Memento aktuell?
Momentan schrauben wir weiter an der Software von «vrXcity» rum. Ausserdem müssen wir noch mehr Mädels animieren, damit wir zum Start der Open-Beta im dritten Quartal 2018 mit mindestens 15 bis 20 Avataren online gehen können.

Die meisten interaktiven Pornos, die ich bisher gesehen habe, sahen eher aus wie Comics. Wie wird das bei euch sein?
Wir haben ziemlich hohe Ansprüche und wollen keine Comic-Figuren – man soll sich fühlen wie in der realen Welt. Das macht die Scans relativ aufwendig. Du siehst jede Pore, jeden Pickel, jede Narbe. Klar, es fehlt, wie bei allen digitalen Avataren, immer noch ein letzter Hauch Leben. Aber daran arbeiten wir.

Wie muss ich mir so einen Scan vorstellen?
Unser Scanner lichtet die Darstellerinnen mit 150 Spiegelreflexkameras und anderen Sensoren ab. Im Anschluss werden auch Bewegungen aufgezeichnet: Die Damen tragen einen Motion-Capture-Anzug und haben dann in unserem Studio Sex.

Klingt aufregend.
Ja, teilweise war das sehr lustig und für die Darsteller definitiv anstrengend – wir haben die voll zur Sache gehen lassen. Ein Mann hat sich danach beschwert, dass das Loch im Anzug der Frau untenrum gescheuert hat.

Was für Models werden wir in eurer virtuellen Realität antreffen?
Wir arbeiten mit grossen Namen: Asa Akira kennt man vielleicht. Aus Deutschland haben wir gerade letzte Woche Micaela Schäfer gescannt.

Und mit denen können wir dann virtuell Sex haben?
Genau. Es ist also nicht wie in einem klassischen 360-Grad-Porno – in der vrXcity interagierst du mit den Figuren. Du hast zwei Controller und siehst somit deine Hände auf dem Screen. Damit kannst du dein Gegenüber wie in der realen Welt anfassen und ihm auch Anweisungen geben.

Bietet ihr nur weibliche Avatare an?
Natürlich wird es auch Männer und Transsexuelle geben. Wir wollen jede sexuelle Neigung ansprechen.

Es stellen sich auch gewisse Ethikfragen. Bietet ihr auch virtuellen Sex mit Kindern an?
Definitiv nein. Wir lassen auch keinen Sex mit Tieren zu. In der virtuellen Realität können sich User momentan noch keine eigenen Welten erschaffen. Deshalb haben wir die volle Kontrolle.

Wie sieht es mit Gewalt aus?
Im BDSM-Bereich gehört das zu einem gewissen Grad dazu, trotzdem setzen wir klare Grenzen. Unsere Darstellerinnen legen ausserdem selbst fest, was für Praktiken ihr Avatar mitmacht.

Wie macht ihr die vrXcity profitabel? Ich nehme an, der Sex wird nicht gratis sein.
Grundsätzlich ist der Zutritt kostenlos. Wenn du aber mehr erleben und zum Beispiel mit Asa Akira ins Séparée gehen möchtest, bezahlst du mit unserer eigenen Kryptowährung redBUX – das ist anonym, schnell und sicher. Dank der Blockchain-Technologie profitieren hier alle sofort: Akiras Anteil landet dann direkt in ihrem Wallet.

Wie hoch muss ich mir die Preise vorstellen?
Natürlich wird vrXcity günstiger sein als ein Besuch im Puff. Die Preise sind noch nicht klar definiert aber wenn du einen grossen Star wie Akira buchen willst, wird dies irgendwo zwischen und fünf und 20 Euro kosten.

VR-Brillen sind ja schön und gut aber werdet ihr in Zukunft auch andere Sinne miteinbeziehen?
Da existieren erste Ansätze. Ein Londoner Unternehmen entwickelt einen Anzug, der Berührungen überträgt. Das dauert höchstens noch ein paar Jahre, dann wird der Tastsinn auf diesem Weg virtuell stimuliert. Wir arbeiten auch mit Toy-Herstellern, damit unsere User Spielzeug verwenden können, das sich mit der Interaktion in der vrXcity synchronisieren lässt.

Glaubst du, ihr macht echten Sex irgendwann obsolet?
Naja, VR ist die nächste Porno-Revolution. Trotzdem bin ich überzeugt, dass echter Sex nie aussterben wird – den gab es bereits vor tausend Jahren und es wird ihn auch in tausend Jahren noch geben. Das Gefühl eines echten Partners kann man letzten Endes nicht digital darstellen.


Ein erster Einblick in die Welt von «vrXcity». (Quelle: Youtube / redBUX ICO)

Was hältst du vom Konzept der «vrXcity»? Freust du dich auf virtuellen Sex mit deinen Lieblings-Pornostars oder findest du die ganze Entwicklung beängstigend? Diskutier mit!

Quelle: http://www.tilllate.com/de/story/vrxcity-virtual-reality-porno-puff?ref=20min-story