Virtueller Sex mit Avataren

Berliner Startup will die Pornografie revolutionieren

Foto: imago/Rolf Kremming (Symbolbild)
Foto: imago/Rolf Kremming (Symbolbild)

Berlin –

Splitternackt tanzt Texas Patti auf ihren Betrachter zu. Sie windet sich verführerisch und setzt sich schließlich auf den Schoß des Kunden. Texas Patti ist egal, was sie da mit wem tut. Es ist ja nicht wirklich sie, die das macht, sondern der Avatar – die computeranimierte Kunstfigur – der Pornodarstellerin.

Strip im Kopf des Besuchers

Real ist der Sex nur im Kopf des Besuchers dieser virtuellen Welt. Diese Vision der (Porno-)Zukunft hat das Berliner Startup Memento 3D erschaffen. Die strippende Texas Patti ist die erste Version davon. Irgendwann einmal könnte jeder Mensch einen realistischen Avatar von sich erstellen lassen, der im Internet sexuelle Abenteuer erleben soll. „Das Produkt hat das Potenzial, eine Revolution zu werden“, sagt Memento-Chef Tobias Platte. Das Produkt heißt vrXcity, eine Onlinewelt, in der Menschen mit den Avataren echter Menschen interaktiv agieren können. Sie können sie anfassen, ihre Beine spreizen, an den Hüften packen, bewegen und mehr.

Die Technik zum Eintauchen in diese Welten gibt es schon und könnte möglicherweise bald größere Verbreitung finden. Die derzeit noch recht teuren VR-Brillen – VR steht für virtuelle Realität – ermöglichen ihrem Träger, sich durch lebensecht wirkende 360-Gradwelten zu bewegen. Der Nutzer hat das Empfinden, sich tatsächlich in diesen Räumen zu befinden – Schwindelgefühle inklusive. Über Fernbedienungen, die vor den Augen des Nutzers als Hände erscheinen, kann er sich selbst genauso bewegen wie Objekte oder die Avatare – im Fall der vrXcity sind dies Sexpartner. 700 Pornodarstellerinnen wurden bereits gescannt, neben den Deutschen Texas Patti und Micaela Schäfer auch das US-Starlet Jessica Drake. „Die Erotikindustrie ist ein Treiber für neue Technologien“, sagt Platte.

„Steckaufsätze“ für den Mann

Pornografie habe schon den VHS-Videokassetten zum Durchbruch verholfen. Nun soll VR folgen. Das Unternehmen des gelernten Bankers investierte viel Entwicklungsarbeit, um die „Mädchen“, wie Platte sagt, bis ins kleinste Detail zu scannen und lebensecht zu animieren. Künftig soll das Programm mit Sexspielzeugen interagieren, um die Optik in physische Erlebnisse zu übersetzen. Platte spricht unter anderem von „Steckaufsätzen“ für den Mann. Zum Start im Herbst sollen monatlich 200.000 neue Nutzer in die vrXcity finden. Ethische Probleme sieht Platte nicht bei seinem „Unterhaltungsprodukt“. Er sagt: „Den richtigen Sex wird es nicht ersetzen können.“

Der auf Sexualfragen spezialisierte Soziologe Sven Lewandowski sieht in dieser neuen Technologie eher eine neue Spielart von Pornografie. „Es scheinen inzwischen zwei Sexualwelten zu existieren: die des Pornos und die – das ist nicht abwertend gemeint – der Alltagssexualität.“ Es gebe keine Hinweise darauf, dass Pornografie die Paarsexualität verdränge oder präge, wie Menschen Sex haben. Skeptisch ist der Wissenschaftler der Universität Würzburg, ob sich über VR-Brillen und Accessoires ausgelebte Sexualität zum Massenphänomen entwickelt. Memento finanziert die Weiterentwicklung seiner vrXcity durch den Verkauf einer eigenen Internetwährung namens Redbux.

Zahlen mit virtueller Währung

Die limitierten Token könnten an Wert gewinnen, wenn sie sich – wie von Platte geplant – als Zahlungsmittel für Erotikprodukte im Internet etablieren sollten. Dutzende Partnerfirmen wollen künftig diese neue Währung akzeptieren. Außerdem sollen vrXcity-Kunden so die Darstellerinnen hinter den Avataren direkt bezahlen können. In der am Sonntag beendeten Vorverkaufsphase zeichneten Investoren nach Unternehmensangabebrund 3,1 Milliarden Redbux.

Mehr als 20 Milliarden Redbux wird es nicht geben. Memento stünden damit bereits über 20 Millionen Euro für die Weiterentwickelung seiner virtuellen Sexwelt zur Verfügung. Platte sagt, er sei „sehr zufrieden“. Er ist nicht der einzige, der an seine Vision von der Zukunft der Pornografie glaubt. (AFP)

Quelle: https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez—stadt/virtueller-sex-mit-avataren-berliner-startup-will-die-pornografie-revolutionieren–30027826?view=fragmentPreview

Selbstversuch im virtuellen Rammelraum

Porno geht jetzt auch in VR. Die größte Online-Plattform für Erwachsenenunterhaltung Pornhub hat eine eigene Abteilung für die 3D-Sparte eingerichtet. Aber ist das wirklich so geil, wenn man quasi selbst zum Pornodarsteller wird?

virtueller Porno
virtueller Porno

Ein bisschen zwickt sie schon auf der Nase, diese Cardboard-Brille, die dem User momentan mit Abstand den günstigsten Zugang zu virtuellen Welten verschaffen kann.  Mit um die 15 Euro ist man schon dabei. Ist natürlich auch nur ein Pappgehäuse, das ein Smartphone zu einem Virtual-Reality-Display umwandelt. Aber der durchschnittliche Pornofreund hat im Normalfall ja auch keine teure Occulus Rift oder HTC Vive neben seiner Kleenex-Box stehen.

Jetzt noch Kopfhörer in die Ohren, damit ich mich mit allen meinen Sinnen endlich voll immersiv in eine 360-Grad-3-D-Pornowelt begeben kann. Der Film, der auf meine Retina geklatscht wird, kommt von einer der größten Online-Plattformen für Erwachsenenunterhaltung: Pornhub. Seit März gibt es dort auch einen eigenen Kanal ausschließlich für VR-Pornos. Wenige Minuten nach dem Launch schmierte der Server natürlich seinerzeit ab. Hoffen wir mal, dass die dreidimensionale Pornosause mittlerweile ohne Zicken funktioniert.

Die Story ist schon mal nichts neues

Lediglich zwei Beine, nichts Pornografisches | Bild: BR

Los geht’s: irgendeine Frau spricht aus dem Off zu mir, lädt mich zu sich in ihre von außen einigermaßen beeindruckende Villa ein. Aber wo ist sie? Ich muss mich kurz orientieren, schaue nach links, schaue nach rechts und sehe sie schließlich vor mir. Typisches Pornooutfit: kurzer Rock, enges Top, infantile Schulmädchenzöpfe, knallrote Pumps.

Sie lächelt, redet weiter – ich soll irgendetwas in ihrer Bude reparieren. Was genau, das ging in meiner kurzen Orientierungslosikgeit unter. Ist aber auch egal – diese Storyidee kennen wir natürlich alle auch aus ähnlichen Werken und ich glaube, ich werde den Plot schon irgendwie kapieren. Also folge ich der mit zusammengepressten Pobacken vor mir durch die Villa schreitenden, jungen Dame einfach mal. Beziehungsweise folgt ihr die Kamera. Und die imitiert selbstverständlich streng und puristisch den gierig-erigierten, männlichen Blick: P.O.V – Point Of View. Den männlichen Darsteller – also mich – kann ich natürlich nicht sehen.

Schon öffnet sie MEINE Hose

Pornhub | Bild: BaDoink.com

Ein bisschen Gebrabbel zwischen Mann und Frau. Ich nutze die Zeit um mich umzuschauen: große Butze, ziemlich scheiße eingerichtet, mit neonfarbenen Couchen und schlechter, semi-moderner Behauptungskunst. Vermutlich das Anwesen des Produzenten, das er öfter mal für derartige Rammeleien zur Verfügung stellt. Im Hintergrund flackert ein Kaminfeuer – nein, eine Kaminfeuer-DVD. Oder eine Blu-Ray. Wenn ich es mir recht überlege, sollte es schon eine Blu-Ray sein. Die hatte ja einst die DVD abgelöst. Und die DVD zuvor die VHS. Virtual Reality wiederum soll jetzt alles zusammen ablösen. Deswegen bin ich ja auch überhaupt gerade hier und mache mir Gedanken über den Ursprung des digitalen Kaminfeuers.

„Would you like me to suck your cock?“, höre ich die Darstellerin fragen, während ich also gerade noch über Kaminfeuer-DVDs (sorry, Blu-Rays) nachdenke. Antworten kann ich darauf natürlich nicht – und das Fehlen von Interaktion ist in so einer P.O.V-Situation dann schon ein bisschen verwirrend.  Selbst wenn ich jetzt „nö, lass mal gut sein“ sagen würde, würde sie ja trotzdem nicht damit aufhören, an meiner Hose herumzufummeln. Stichwort: MEINE Hose. Ich schaue an mir herab und sehe die Beine des Darstellers und natürlich kurz darauf auch dessen ordentlich durchbluteten Penis. Irritierend. Noch irritierender: plötzlich fängt der gute Mann unangenehm laut zu stöhnen an. Er – nicht ich. Wie ein brünftiger, polygamer Wasserbüffel stößt er gnadenlos unrhythmische Gutturallaute aus: „Mmmhaa…a…a…o…o…mmmmhhh…“ Nein, so möchte ich aber nicht klingen. Das nervt, verstört und ist so gar nicht immersiv.

Was sollen die Männerhände im Bild?

Pornhub VR-Porn Still | Bild: BaDoink.com

Es wird aber noch bizarrer: Schließlich ist das Vorspiel vorbei und das unumgehbare Centerpiece jedes pornösen Vergnügens geht unvermeidbar los: bretthartes Vögeln in allen Lagen. Wahlweise wippen jetzt die Silikonbrüste der Darstellerin direkt vor meinen Augen herum oder ich gucke unangenehm berührt auf ihren rotierenden Hintern herab. Immer wieder fingern die gierigen Griffel des Darstellers in den Bildausschnitt. Nee, nee – so geht das doch nicht. So sehr ich versuche nicht zu lachen und mich mal darauf einzulassen, es fühlt sich einfach zu keinem Zeitpunkt so an, als wäre das mein Körper. Und dann endet der Film. Wie genau muss ich ja niemandem sagen, der schon mal dem dritten und letzten Akt eines Pornos beigewohnt hat. So ist es natürlich auch hier. Nur halt P.O.V.

Das ist es dann auch schon. Brille wieder abziehen, Kopfhörer aus den Ohren nehmen. Nach einer guten Viertelstunde ist der Ausflug in die virtuelle Pornowelt wieder vorbei. Ganz überzeugend war es nicht. Weder die Immersion, noch die technische Umsetzung mit massenhaft Bildkompressionsfehlern läuft so richtig rund. Noch ist der User recht orientierungslos im virtuellen Rammelraum unterwegs und wird von einem virtuellen Fremdkörper an- und zugestöhnt.

Die Pornoindustrie setzt auf Brille

Die Pornoindustrie positioniert sich bei der Durchsetzung technologischer Entwicklungen traditionell schon immer als treibende Kraft – das war bei der Einführung der VHS-Kassette so und natürlich auch beim Internet. Und das ist mit Virtual Reality jetzt auch wieder der Fall. Momentan bleibt die 2D-Variante für Pornoenthusiasten allerdings noch die befriedigendere Alternative. Jedenfalls im preisgünstigen Segment. Doch es stehen bereits genügend Premiumanbieter mit teuren Varianten in den Startlöchern: Und die sind nach wie vor fest und steif davon überzeugt, dass die Zukunft des Pornos Brille trägt.

Wie VR-Erotik die Zukunft beeinflussen wird

VR-Erotik

… und dann gab es da diesen Moment, als Morpheus sich zu Neo beugte, die Hände öffnete und sagte, “Wenn Du die blaue Pille nimmst, ist alles vorbei. Du wachst auf in Deiner Welt und glaubst an das, was Du glauben willst. Nimm die rote Pille, und Du bleibst im Wunderland. Und ich führe Dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.” Lasst mich euch dasselbe Angebot unterbreiten und euch in eine verborgene Welt entführen, die hinter den Kulissen von Virtual-Reality, wie wir sie kennen, die Grenzen dessen auslotet, was möglich ist – und irgendwann möglich sein wird.

Oder anders ausgedrückt: Lasst uns über Sex reden.

Leider hatten wir kein erotisches Video in der Datenbank, weswegen ich eines gewählt habe, das euch dabei helfen wird, jegliche erotische und nicht-erotische Inhalte auf eurer VR fleckenfrei zu genießen:

Lasst uns über Sex und VR reden

Reden wir jetzt wirklich über Sex? Hier, auf dieser unschuldigen und völlig seriösen Gaming-Seite, einzig bekannt für stocksteife Tests und bitterernste Kolumnen? Natürlich. Denn Sex gehört zu den Grundkonstanten unseres Lebens, Sex gibt es auf Steam (Klick), auf GOG (Klick), in gigantischen Triple-A-Blockbuster-Wuchtbrummen (Klick und Klick); Sex in Filmen, Büchern, auf RTL, denn Sex ist interessant, anstößig und wie wir alle wissen: Sex sells.

Palmer Luckey: Das Genie hinter der Oculus Rift

Einige unter euch wissen sicher auch, dass Virtual Realitynicht aus Palmer Luckeys glückseeligen Händen wie von Zauberhand hervorbrach. Die Geburt von VR ist eine recht lange, aber ziemlich interessante Story; es gab schon vor der Oculus Rift etliche gescheiterte Versuche und eigentlich sollten wir dem US-amerikanischen Militär die Hand schütteln, wenn wir heute Abend Moss auf unserer PSVR starten. Palmer Luckey, der Kopf hinter der Oculus Rift, benutzte eine VR-Brille des Militärs, um den ersten Prototyp des Wundergeräts zu basteln. Fakt ist auch, dass die Technik für VR schon eine lange Weile vor der Oculus verfügbar war, für die Produktion aber so viel Geld gebraucht wurde, dass eine fertige Brille zu teuer für den Konsumenten gewesen wäre. Eine tolle, neue Gaming-Brille für 3000 Euro gefällig? Auch, wenn es noch keine Spiele dazu gibt? Naja. Deswegen brauchte es jemanden wie Luckey, der aus einem teuren Militärgerät eine Brille zauberte, die für einen Preis von unter 1000 Euro hergestellt und verkauft werden konnte.

Und wer von euch hat im Moment eine VR zu Hause? Trotz allem gab es keinen VR-Boom; tatsächlich ist VR ein schwieriger Markt, für Entwickler ebenso wie für Publisher. Der Gedanke an eine Zukunft á la Matrix (und ich behandle dieses Thema ganz ohne eine negative Konnotation) ist nicht interessant genug, damit wir 400 Euro für eine VR-Brille ausgeben. Der Gedanke an eine nackte Frau oder einen nackten Mann allerdings schon.

Nur eine virtuelle S(t)imulation?

Reality Lovers Now Compatible With All VR Devices – Cyberworlds.uk
Reality Lovers Now Compatible With All VR Devices – Cyberworlds.uk

VR funktioniert. Nur nicht da, wo wir es vielleicht vermuten: Im Interview mit Reality Lovers’ Geschäftsführer René Pour bespreche ich VR-Erotik, die beliebteste Perspektive beim Zuschauen und die technischen Errungenschaften, die bis jetzt erreicht wurden oder in Zukunft den VR-Markt bestimmen werden.

Im Reality-Lovers-Abonnement erhaltet ihr kostenlos eine VR-Brille.

Reality Lovers gibt es mittlerweile schon seit fast zwei Jahren und ja, auf unserer Seite gibt es ausschließlich VR-Filme sowohl aus der männlichen als auch der weiblichen Perspektive”, erzählt Pour über Reality Lovers, die erste deutsche VR-only Erotik-Plattform. Das Portal bietet entsprechende Erotik-Videos an, die Benutzer mit einer im Abo enthaltenen VR-Brille (eine, in der ihr euer Handy als Display benutzt) erleben können. Ist VR-Porn ein Ding? Machen das viele Menschen? Die genauen Zahlen verrät mir Pour nicht, aber die Anfragen nach VR-Erotik-Filmchen auf Google steigen seit 2015 immer weiter an; das Interesse ist da. Natürlich ist es das.

Der deutsche Markt ist immens wichtig für uns und steht – was die Umsätze und Member betrifft – auf dem zweiten Platz direkt hinter den USA. Besonders anhand der VR-Sets, bestehend aus VR-Brille und USB-Stick mit den beliebtesten 180-Grad-Filmen, wird es deutlich. Diese vertreiben wir seit geraumer Zeit deutschlandweit in den Erotik-Shops.

Wenn du Geld machen willst, steig’ in die Porno-Industrie ein. Oder anders ausgedrückt: Sex verkauft sich und wird sich immer verkaufen. Der stetige Strom von erotischen Inhalten fließt verstohlen unter dem Mantel der Gesellschaft, ungebrochen; ein Fluss, der niemals versiegen wird. Deswegen gibt es kaum eine andere Industrie, die den technischen Fortschritt dermaßen vorantreiben konnte; in der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart. Falls ihr es genau wissen wollt, sollte ihr The Erotic Engine lesen.

Die VR-Erotik selbst bewegt sich bereits jetzt in einem Bereich, der weit über den üblichen Porno hinausgeht. Auf Reality Lovers gibt es nicht nur erotische Videos, die plötzlich in VR angeschaut werden könne: Es gibt unterschiedliche Perspektiven; entweder der Voyeur-Modus (das übliche Prinzip des Zuschauen) oder der Blick direkt aus den Augen der Darsteller. Welcher Modus beliebter ist, könnt ihr euch sicherlich denken:

René Pour, der Geschäftsführer von Reality Lovers.

Der POV-Modus wird häufiger genutzt, da in dieser Perspektive die User die volle Kraft von VR spüren können”, betont Pour, “Eine spannende Erfahrung, von der uns Männer immer wieder berichten: Sie schauen häufig Filme aus der Frauen-Sicht. Die Folgen: Ihr Einfühlungsvermögen steigt und sie können sich besser in die eigene Partnerin versetzen. Natürlich gilt das auch umgekehrt

Was noch? Über Chroma-Keying und Green-Screens werden Szenen aufgenommen, in denen der Zuschauer selbst den Hintergrund wählt: Ab ins Schlafzimmer, mitten im Wald oder sich auf einem Raumschiff vergnügen? Auch die Qualität wird vorangetrieben; demnächst will Reality Lovers Videos in 5K-Qualität anbieten und in naher Zukunft soll Anfassen und Fühlen in den Fokus gerückt werden. Nichts Neues für VR-Enthusiasten oder kreative Entwickler, diverse futuristische Anzüge oder Ganz-Körper-Kapseln gibt es bereits in Erlebnisparks oder VR-Laboren, aber nicht zu Hause. Nicht im privaten Raum; dort, wo erotische Inhalte meist zu Hause sind.

VR-Porn im Selbstversuch – wie heiß ist der Erotik-Trend wirklich?

Ein Segen für die Erotik Welt!

Lässt du dich ab und zu mal von Pornos

Lässt du dich ab und zu mal von Pornos „inspirieren“? Dann solltest du vielleicht mal VR-Porn probieren. Denn dabei bist du nicht nur bloßer Zuschauer – sondern mitten drin im Geschehen!

In diesem Artikel erwartet dich:

Klar, Pornos sind nicht jederfraus Sache. Kein Wunder – denn die meisten Filme sind für Männer gemacht und behandeln dementsprechend vor allem deren Fantasien. Wie gut, dass sich in den letzten Jahren einiges geändert hat auf dem Porno-Markt. Produktionen, wie die von Regisseurin Erika Lust, konzentrieren sich zum Beispiel auf die realistische Darstellung der weiblichen Protagonistin – ein Segen für die Erotikwelt!

Doch die Porno-Industrie hat sich nicht nur in puncto Feminismusweiterentwickelt: Auch die Technik wird immer ausgeklügelter. So gibt es mittlerweile nicht nur erotische 3D-Filme, sondern auch Virtual Reality-Pornos – kurz „VR Porn“.

Was ist VR-Porn überhaupt?

VR Porn: Paar sitzt mit VR-Brillen im Bett

Ihr habt sicher schon mal was von Virtual Reality-Brillen gehört. Man setzt sie auf und taucht in eine andere Welt ein. Man sieht Dinge um sich herum, die eigentlich nicht da sind. Da laufen Dinos umher, man steht auf einer Straße oder in einer schönen Landschaft. Und genau das geht eben auch mit Pornos. Man fühlt sich, als wäre man mitten im Geschehen.Zum Beispiel wandert der Blick mit dem eigenen Kopfdrehen. Möchte man der Frau oder dem Mann in der virtuellen Welt zum Beispiel vor allem auf den Hintern schauen, passt sich das Bild mit der Kopfbewegung an.

Durch die Brille sieht der Zuschauer auch seinen „eigenen Körper“, also einen Teil davon, oft sind das die Beine. Dann sieht es zum Beispiel so aus, als würde der Protagonist auf einem Stuhl sitzen, eine leicht bekleidete Frau kommt auf ihn zu und hat mit ihm SexEin haptisches Erlebnis bleibt dabei natürlich aus – alles spielt sich nur über die Sinneswahrnehmung der Augen ab.

Ob das antörnend ist? Das muss jeder für sich herausfinden. Unsere Redakteurin hat mal den Selbstversuch gewagt:

Der Test: „Erst Plätzchen backen, dann Bärenfell-Erotik“

VR-Porn, das hört sich in der Theorie ja alles ganz interessant an – aber klappt das wirklich? Eine BRIGITTE.de-Redakteurin hat den Test gemacht und den Film „Weihnachten für sie“ des VR Porn-Anbieters Reality Lovers durch eine VR-Brille angesehen.

Brille auf und go!

Zuerst zum Technischen: Um voll in die VR-Welt einzutauchen, musste ich mir eine VR-App auf mein Handy laden und den Porno-Film downloaden (als zahlender Kunde kann man direkt über die Website Filme anschauen). Nach ein paar technischen Problemen (was aber auch an meinem Handy gelegen haben könnte), ging es endlich los: Handy in die Brille stecken, aufsetzen und go!

Das Besondere: Der Film ist speziell für die weibliche Zielgruppe gemacht – ich habe also alles aus dem Blickwinkel einer Frau betrachtet.

Was ist genau passiert? Da war dieser Typ, leider nicht mein persönlicher Geschmack, aber für andere Frauen vielleicht attraktiv, der mit mir Plätzchen gebacken hat (der Name Spritzgebäck bekommt an dieser Stelle eine ganz andere Bedeutung 😃). So weit so harmlos. Als er dann seine Kekse abgestellt hatte, widmete er sich meinem VR-Ich. Erst dem Bauch, dann der Intimzone …

Reality Lovers: Porno-Darsteller

Nach dem Plätzchenbacken ging es zur Sache: So sah der Protagonist des VR-Pornos aus!

Ich bin ehrlich: Am Anfang habe ich mich eher in seiner Wohnung umgesehen, als ihn in Aktion zu betrachten. Denn dass das Bild wirklich der Kopfbewegung folgt – das konnte ich mir bis dahin noch nicht vorstellen. Aber: Es hat funktioniert – ich war wirklich mittendrin in seiner Wohnung und im Film! Übrigens hatte ich zwei Brillen zum Ausprobieren: eine Papp- und eine Kunststoffbrille. Interessanterweise hat die sogar Papp-Variante besser funktioniert.

Aber zurück zur Handlung: Irgendwann hat Mr. Plätzchenbacken „mich“ dann aus der Küche ins Wohnzimmer getragen – aufs Bärenfell vor den Kamin, wohin auch sonst?

Juhuu – ganz normaler Sex!

Dort ging es dann zur Sache: Erst hat er vor mir masturbiert und dann mit meinem Avatar Sex gehabt. Zwischendurch bekam ich immer wieder Komplimente für meine Figur. Merci! Auch wenn der Mann, wie gesagt, nicht mein persönlicher Geschmack war und ich mich auch nicht wirklich mit meinem VR-Körper identifizieren konnte, fand ich das VR-Porn-Erlebnis grundsätzlich sehr spannend.

Vor allem fand ich gut, dass sich der Film von den klassischen „Schmuddel-Pornos“ für Männer unterschieden hat. Keine zu nahen Aufnahmen von Geschlechtsteilen, kein wildes Herumejakulieren, keine Körperöffnungen, die man nicht sehen möchte. Und: keine unrealistischen oder herabwürdigenden Darstellungen der Frau. Das war einfach Sex, wie man ihn wohl zu Hause auch mit dem Partner hätte. Am Ende hat der Keksmann sogar noch meine Hand gehalten und mich verliebt angeguckt – da hab ich mich zwar kurz gefragt: Ist das noch Porno oder schon Rosamunde Pilcher? Aber hey, vom Grundsatz her ist das ja ein guter Gedanke!

Ob ich auch in Zukunft VR-Pornos schauen werde? Vielleicht. Unter der Bedingung, dass es ein Anbieter schafft, Ryan Goslings Gesicht auf den Hauptdarsteller zu setzen …

Was benötige ich, um VR-Porn zu konsumieren?

1. Die Brille

Modelle, die mit dem PC gekoppelt werden, sind beispielsweise die Oculus Rift, HTC Vive oder Playstation VR (kosten alle mehrere Hundert Euro.) Günstiger sind Modelle ohne eigenes Display (ca. 70 bis 120 Euro), die man mit Smartphones koppelt, wie zum Beispiel die Samsung Gear VR, Zeiss VR One Plus, Google Daydream View oder Durovis Dive.

Bei der Pappbrille Google Cardboard ist man bereits für unter 10 Euro dabei. Auch Durovis bietet eine Cardboard-Brille an. Allerdings wirkt die Virtual Reality durch die Profi-Brillen echter. Für regelmäßige VR-Nutzer ist es deshalb durchaus sinnvoll, auf die teureren Brillen zu setzen.

2. Die Apps

Entscheidet ihr euch für eine VR-Brille mit Smartphone-Koppelung, benötigt ihr noch die passende App. Eine Auswahl an verschiedenen Produkten findet ihr zum Beispiel im Google Playstore unter dem Suchbegriff „Cardboard“.

3. Die Inhalte

VR-Inhalte bekommt ihr zum Beispiel über YouTube und verschiedene, kostenpflichtige Internetplattformen. Bekannt für Virtual Reality-Pornos sind beispielsweise Reality Lovers, WankzVR, BaDoink.com, Virtual Real Porn, Pornhub VR und SexLikeReal. Reality Lovers hat sogar Filme extra für Frauen im Angebot.

Kann ich meine Aktivitäten auch verbergen?

Viele Porno-Nutzer möchten die „Spuren“ auf dem PC verwischen. Der Partner oder Freunde sollen schließlich nicht gleich im Verlauf entdecken, dass man sich in der Erotik-Welt herumgetrieben hat. Zum Glück gibt es eine Methode, um das zu verhindern. Je nach Browser müsst ihr einfach in einem anonymen Tab, also im „Privaten Fenster“ oder „Inkognito-Fenster“ surfen. Die findet ihr unter dem Menüpunkt „Datei“ oder „Ablage“.

 Wie wirken sich die Cyber-Pornos auf die Beziehung aus?

Die Frage stellt sich bei Pornos natürlich generell. Die Antwort ist hier recht simpel: Solange die Partner auch noch echten Sex miteinander haben und sie das Gefühl haben, gemeinsam eine erfüllte Sexualität zu leben, ist alles in Ordnung.

Kritisch wird es, wenn eine Porno-Sucht besteht oder die Darstellungen in den Erotikfilmen dazu führen, dass man übersteigerte Erwartungen an den Partner oder die Partnerin entwickelt. Es ist wie in so vielen Lebensbereichen eben das richtige Maß und der richtige Umgang, den man beim Konsum von VR-Porn finden muss.

Übrigens: Laut einer Statistik von „Reality Lovers“ schauen sich vor allem die Sachsen VR-Pornos an. Immerhin 14,5 Prozent bekommen sie vom Konsumenten-Kuchen ab. Und ihr, werdet ihr demnächst auch zu Liebhabern der erotischen Virtual Reality? Probiert es aus!

Quelle: https://www.brigitte.de/liebe/sex-flirten/vr-porn-alles-ueber-den-erotik-trend-10978026.html

«Das ist die nächste grosse Porno-Revolution»

Ein Berliner Startup entwickelt eine VR-Welt für Sex – ein digitaler Puff quasi. Im Interview verrät uns der Gründer, wen wir dort antreffen, wie die Avatare von echten Stars gescannt werden und wo die ethischen Grenzen liegen.

Willkommen in der «vrXcity» – einer Art Bordell in der virtuellen Realität.
Willkommen in der «vrXcity» – einer Art Bordell in der virtuellen Realität.

Nix gegen Pornos aber bei näherer Betrachtung mutet die klassische Internet-Wichsvorlage mittlerweile ziemlich altbacken an. Völlig unbeteiligt schaust du Menschen beim Sex zu, ohne das Geschehen in irgendeiner Weise beeinflussen zu können. In Zeiten von High-End-Games und Virtual Reality eigentlich ziemlich langweilig.

Das Berliner Startup Memento arbeitet daran, Masturbation auf das nächste Level zu bringen. In seiner Welt namens «vrXcity» kannst du dich virtuell mit Avataren von echten Pornostars vergnügen. Wir haben mit dem Gründer Tobias Platte gesprochen.

Woran arbeitet ihr bei Memento aktuell?
Momentan schrauben wir weiter an der Software von «vrXcity» rum. Ausserdem müssen wir noch mehr Mädels animieren, damit wir zum Start der Open-Beta im dritten Quartal 2018 mit mindestens 15 bis 20 Avataren online gehen können.

Die meisten interaktiven Pornos, die ich bisher gesehen habe, sahen eher aus wie Comics. Wie wird das bei euch sein?
Wir haben ziemlich hohe Ansprüche und wollen keine Comic-Figuren – man soll sich fühlen wie in der realen Welt. Das macht die Scans relativ aufwendig. Du siehst jede Pore, jeden Pickel, jede Narbe. Klar, es fehlt, wie bei allen digitalen Avataren, immer noch ein letzter Hauch Leben. Aber daran arbeiten wir.

Wie muss ich mir so einen Scan vorstellen?
Unser Scanner lichtet die Darstellerinnen mit 150 Spiegelreflexkameras und anderen Sensoren ab. Im Anschluss werden auch Bewegungen aufgezeichnet: Die Damen tragen einen Motion-Capture-Anzug und haben dann in unserem Studio Sex.

Klingt aufregend.
Ja, teilweise war das sehr lustig und für die Darsteller definitiv anstrengend – wir haben die voll zur Sache gehen lassen. Ein Mann hat sich danach beschwert, dass das Loch im Anzug der Frau untenrum gescheuert hat.

Was für Models werden wir in eurer virtuellen Realität antreffen?
Wir arbeiten mit grossen Namen: Asa Akira kennt man vielleicht. Aus Deutschland haben wir gerade letzte Woche Micaela Schäfer gescannt.

Und mit denen können wir dann virtuell Sex haben?
Genau. Es ist also nicht wie in einem klassischen 360-Grad-Porno – in der vrXcity interagierst du mit den Figuren. Du hast zwei Controller und siehst somit deine Hände auf dem Screen. Damit kannst du dein Gegenüber wie in der realen Welt anfassen und ihm auch Anweisungen geben.

Bietet ihr nur weibliche Avatare an?
Natürlich wird es auch Männer und Transsexuelle geben. Wir wollen jede sexuelle Neigung ansprechen.

Es stellen sich auch gewisse Ethikfragen. Bietet ihr auch virtuellen Sex mit Kindern an?
Definitiv nein. Wir lassen auch keinen Sex mit Tieren zu. In der virtuellen Realität können sich User momentan noch keine eigenen Welten erschaffen. Deshalb haben wir die volle Kontrolle.

Wie sieht es mit Gewalt aus?
Im BDSM-Bereich gehört das zu einem gewissen Grad dazu, trotzdem setzen wir klare Grenzen. Unsere Darstellerinnen legen ausserdem selbst fest, was für Praktiken ihr Avatar mitmacht.

Wie macht ihr die vrXcity profitabel? Ich nehme an, der Sex wird nicht gratis sein.
Grundsätzlich ist der Zutritt kostenlos. Wenn du aber mehr erleben und zum Beispiel mit Asa Akira ins Séparée gehen möchtest, bezahlst du mit unserer eigenen Kryptowährung redBUX – das ist anonym, schnell und sicher. Dank der Blockchain-Technologie profitieren hier alle sofort: Akiras Anteil landet dann direkt in ihrem Wallet.

Wie hoch muss ich mir die Preise vorstellen?
Natürlich wird vrXcity günstiger sein als ein Besuch im Puff. Die Preise sind noch nicht klar definiert aber wenn du einen grossen Star wie Akira buchen willst, wird dies irgendwo zwischen und fünf und 20 Euro kosten.

VR-Brillen sind ja schön und gut aber werdet ihr in Zukunft auch andere Sinne miteinbeziehen?
Da existieren erste Ansätze. Ein Londoner Unternehmen entwickelt einen Anzug, der Berührungen überträgt. Das dauert höchstens noch ein paar Jahre, dann wird der Tastsinn auf diesem Weg virtuell stimuliert. Wir arbeiten auch mit Toy-Herstellern, damit unsere User Spielzeug verwenden können, das sich mit der Interaktion in der vrXcity synchronisieren lässt.

Glaubst du, ihr macht echten Sex irgendwann obsolet?
Naja, VR ist die nächste Porno-Revolution. Trotzdem bin ich überzeugt, dass echter Sex nie aussterben wird – den gab es bereits vor tausend Jahren und es wird ihn auch in tausend Jahren noch geben. Das Gefühl eines echten Partners kann man letzten Endes nicht digital darstellen.


Ein erster Einblick in die Welt von «vrXcity». (Quelle: Youtube / redBUX ICO)

Was hältst du vom Konzept der «vrXcity»? Freust du dich auf virtuellen Sex mit deinen Lieblings-Pornostars oder findest du die ganze Entwicklung beängstigend? Diskutier mit!

Quelle: http://www.tilllate.com/de/story/vrxcity-virtual-reality-porno-puff?ref=20min-story

Virtual Reality-Porno

Selbstversuch im virtuellen Rammelraum

Porno geht jetzt auch in VR. Die größte Online-Plattform für Erwachsenenunterhaltung Pornhub hat eine eigene Abteilung für die 3D-Sparte eingerichtet. Aber ist das wirklich so geil, wenn man quasi selbst zum Pornodarsteller wird?

Porno geht jetzt auch in VR. Die größte Online-Plattform für Erwachsenenunterhaltung Pornhub
Porno geht jetzt auch in VR. Die größte Online-Plattform für Erwachsenenunterhaltung Pornhub

Ein bisschen zwickt sie schon auf der Nase, diese Cardboard-Brille, die dem User momentan mit Abstand den günstigsten Zugang zu virtuellen Welten verschaffen kann.  Mit um die 15 Euro ist man schon dabei. Ist natürlich auch nur ein Pappgehäuse, das ein Smartphone zu einem Virtual-Reality-Display umwandelt. Aber der durchschnittliche Pornofreund hat im Normalfall ja auch keine teure Occulus Rift oder HTC Vive neben seiner Kleenex-Box stehen.

Jetzt noch Kopfhörer in die Ohren, damit ich mich mit allen meinen Sinnen endlich voll immersiv in eine 360-Grad-3-D-Pornowelt begeben kann. Der Film, der auf meine Retina geklatscht wird, kommt von einer der größten Online-Plattformen für Erwachsenenunterhaltung: Pornhub. Seit März gibt es dort auch einen eigenen Kanal ausschließlich für VR-Pornos. Wenige Minuten nach dem Launch schmierte der Server natürlich seinerzeit ab. Hoffen wir mal, dass die dreidimensionale Pornosause mittlerweile ohne Zicken funktioniert.

Die Story ist schon mal nichts neues

irgendeine Frau spricht aus dem Off zu mir
irgendeine Frau spricht aus dem Off zu mir

Los geht’s: irgendeine Frau spricht aus dem Off zu mir, lädt mich zu sich in ihre von außen einigermaßen beeindruckende Villa ein. Aber wo ist sie? Ich muss mich kurz orientieren, schaue nach links, schaue nach rechts und sehe sie schließlich vor mir. Typisches Pornooutfit: kurzer Rock, enges Top, infantile Schulmädchenzöpfe, knallrote Pumps.

Sie lächelt, redet weiter – ich soll irgendetwas in ihrer Bude reparieren. Was genau, das ging in meiner kurzen Orientierungslosikgeit unter. Ist aber auch egal – diese Storyidee kennen wir natürlich alle auch aus ähnlichen Werken und ich glaube, ich werde den Plot schon irgendwie kapieren. Also folge ich der mit zusammengepressten Pobacken vor mir durch die Villa schreitenden, jungen Dame einfach mal. Beziehungsweise folgt ihr die Kamera. Und die imitiert selbstverständlich streng und puristisch den gierig-erigierten, männlichen Blick: P.O.V – Point Of View. Den männlichen Darsteller – also mich – kann ich natürlich nicht sehen.

BaDoink VR Pornhub
BaDoink VR Pornhub

Ein bisschen Gebrabbel zwischen Mann und Frau. Ich nutze die Zeit um mich umzuschauen: große Butze, ziemlich scheiße eingerichtet, mit neonfarbenen Couchen und schlechter, semi-moderner Behauptungskunst. Vermutlich das Anwesen des Produzenten, das er öfter mal für derartige Rammeleien zur Verfügung stellt. Im Hintergrund flackert ein Kaminfeuer – nein, eine Kaminfeuer-DVD. Oder eine Blu-Ray. Wenn ich es mir recht überlege, sollte es schon eine Blu-Ray sein. Die hatte ja einst die DVD abgelöst. Und die DVD zuvor die VHS. Virtual Reality wiederum soll jetzt alles zusammen ablösen. Deswegen bin ich ja auch überhaupt gerade hier und mache mir Gedanken über den Ursprung des digitalen Kaminfeuers.

„Would you like me to suck your cock?“, höre ich die Darstellerin fragen, während ich also gerade noch über Kaminfeuer-DVDs (sorry, Blu-Rays) nachdenke. Antworten kann ich darauf natürlich nicht – und das Fehlen von Interaktion ist in so einer P.O.V-Situation dann schon ein bisschen verwirrend.  Selbst wenn ich jetzt „nö, lass mal gut sein“ sagen würde, würde sie ja trotzdem nicht damit aufhören, an meiner Hose herumzufummeln. Stichwort: MEINE Hose. Ich schaue an mir herab und sehe die Beine des Darstellers und natürlich kurz darauf auch dessen ordentlich durchbluteten Penis. Irritierend. Noch irritierender: plötzlich fängt der gute Mann unangenehm laut zu stöhnen an. Er – nicht ich. Wie ein brünftiger, polygamer Wasserbüffel stößt er gnadenlos unrhythmische Gutturallaute aus: „Mmmhaa…a…a…o…o…mmmmhhh…“ Nein, so möchte ich aber nicht klingen. Das nervt, verstört und ist so gar nicht immersiv.

Was sollen die Männerhände im Bild?

Vorspiel
Vorspiel

Es wird aber noch bizarrer: Schließlich ist das Vorspiel vorbei und das unumgehbare Centerpiece jedes pornösen Vergnügens geht unvermeidbar los: bretthartes Vögeln in allen Lagen. Wahlweise wippen jetzt die Silikonbrüste der Darstellerin direkt vor meinen Augen herum oder ich gucke unangenehm berührt auf ihren rotierenden Hintern herab. Immer wieder fingern die gierigen Griffel des Darstellers in den Bildausschnitt. Nee, nee – so geht das doch nicht. So sehr ich versuche nicht zu lachen und mich mal darauf einzulassen, es fühlt sich einfach zu keinem Zeitpunkt so an, als wäre das mein Körper. Und dann endet der Film. Wie genau muss ich ja niemandem sagen, der schon mal dem dritten und letzten Akt eines Pornos beigewohnt hat. So ist es natürlich auch hier. Nur halt P.O.V.

Das ist es dann auch schon. Brille wieder abziehen, Kopfhörer aus den Ohren nehmen. Nach einer guten Viertelstunde ist der Ausflug in die virtuelle Pornowelt wieder vorbei. Ganz überzeugend war es nicht. Weder die Immersion, noch die technische Umsetzung mit massenhaft Bildkompressionsfehlern läuft so richtig rund. Noch ist der User recht orientierungslos im virtuellen Rammelraum unterwegs und wird von einem virtuellen Fremdkörper an- und zugestöhnt.

Die Pornoindustrie setzt auf Brille

Die Pornoindustrie positioniert sich bei der Durchsetzung technologischer Entwicklungen traditionell schon immer als treibende Kraft – das war bei der Einführung der VHS-Kassette so und natürlich auch beim Internet. Und das ist mit Virtual Reality jetzt auch wieder der Fall. Momentan bleibt die 2D-Variante für Pornoenthusiasten allerdings noch die befriedigendere Alternative. Jedenfalls im preisgünstigen Segment. Doch es stehen bereits genügend Premiumanbieter mit teuren Varianten in den Startlöchern: Und die sind nach wie vor fest und steif davon überzeugt, dass die Zukunft des Pornos Brille trägt.

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