Wie VR-Erotik die Zukunft beeinflussen wird

VR-Erotik

… und dann gab es da diesen Moment, als Morpheus sich zu Neo beugte, die Hände öffnete und sagte, “Wenn Du die blaue Pille nimmst, ist alles vorbei. Du wachst auf in Deiner Welt und glaubst an das, was Du glauben willst. Nimm die rote Pille, und Du bleibst im Wunderland. Und ich führe Dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.” Lasst mich euch dasselbe Angebot unterbreiten und euch in eine verborgene Welt entführen, die hinter den Kulissen von Virtual-Reality, wie wir sie kennen, die Grenzen dessen auslotet, was möglich ist – und irgendwann möglich sein wird.

Oder anders ausgedrückt: Lasst uns über Sex reden.

Leider hatten wir kein erotisches Video in der Datenbank, weswegen ich eines gewählt habe, das euch dabei helfen wird, jegliche erotische und nicht-erotische Inhalte auf eurer VR fleckenfrei zu genießen:

Lasst uns über Sex und VR reden

Reden wir jetzt wirklich über Sex? Hier, auf dieser unschuldigen und völlig seriösen Gaming-Seite, einzig bekannt für stocksteife Tests und bitterernste Kolumnen? Natürlich. Denn Sex gehört zu den Grundkonstanten unseres Lebens, Sex gibt es auf Steam (Klick), auf GOG (Klick), in gigantischen Triple-A-Blockbuster-Wuchtbrummen (Klick und Klick); Sex in Filmen, Büchern, auf RTL, denn Sex ist interessant, anstößig und wie wir alle wissen: Sex sells.

Palmer Luckey: Das Genie hinter der Oculus Rift

Einige unter euch wissen sicher auch, dass Virtual Realitynicht aus Palmer Luckeys glückseeligen Händen wie von Zauberhand hervorbrach. Die Geburt von VR ist eine recht lange, aber ziemlich interessante Story; es gab schon vor der Oculus Rift etliche gescheiterte Versuche und eigentlich sollten wir dem US-amerikanischen Militär die Hand schütteln, wenn wir heute Abend Moss auf unserer PSVR starten. Palmer Luckey, der Kopf hinter der Oculus Rift, benutzte eine VR-Brille des Militärs, um den ersten Prototyp des Wundergeräts zu basteln. Fakt ist auch, dass die Technik für VR schon eine lange Weile vor der Oculus verfügbar war, für die Produktion aber so viel Geld gebraucht wurde, dass eine fertige Brille zu teuer für den Konsumenten gewesen wäre. Eine tolle, neue Gaming-Brille für 3000 Euro gefällig? Auch, wenn es noch keine Spiele dazu gibt? Naja. Deswegen brauchte es jemanden wie Luckey, der aus einem teuren Militärgerät eine Brille zauberte, die für einen Preis von unter 1000 Euro hergestellt und verkauft werden konnte.

Und wer von euch hat im Moment eine VR zu Hause? Trotz allem gab es keinen VR-Boom; tatsächlich ist VR ein schwieriger Markt, für Entwickler ebenso wie für Publisher. Der Gedanke an eine Zukunft á la Matrix (und ich behandle dieses Thema ganz ohne eine negative Konnotation) ist nicht interessant genug, damit wir 400 Euro für eine VR-Brille ausgeben. Der Gedanke an eine nackte Frau oder einen nackten Mann allerdings schon.

Nur eine virtuelle S(t)imulation?

Reality Lovers Now Compatible With All VR Devices – Cyberworlds.uk
Reality Lovers Now Compatible With All VR Devices – Cyberworlds.uk

VR funktioniert. Nur nicht da, wo wir es vielleicht vermuten: Im Interview mit Reality Lovers’ Geschäftsführer René Pour bespreche ich VR-Erotik, die beliebteste Perspektive beim Zuschauen und die technischen Errungenschaften, die bis jetzt erreicht wurden oder in Zukunft den VR-Markt bestimmen werden.

Im Reality-Lovers-Abonnement erhaltet ihr kostenlos eine VR-Brille.

Reality Lovers gibt es mittlerweile schon seit fast zwei Jahren und ja, auf unserer Seite gibt es ausschließlich VR-Filme sowohl aus der männlichen als auch der weiblichen Perspektive”, erzählt Pour über Reality Lovers, die erste deutsche VR-only Erotik-Plattform. Das Portal bietet entsprechende Erotik-Videos an, die Benutzer mit einer im Abo enthaltenen VR-Brille (eine, in der ihr euer Handy als Display benutzt) erleben können. Ist VR-Porn ein Ding? Machen das viele Menschen? Die genauen Zahlen verrät mir Pour nicht, aber die Anfragen nach VR-Erotik-Filmchen auf Google steigen seit 2015 immer weiter an; das Interesse ist da. Natürlich ist es das.

Der deutsche Markt ist immens wichtig für uns und steht – was die Umsätze und Member betrifft – auf dem zweiten Platz direkt hinter den USA. Besonders anhand der VR-Sets, bestehend aus VR-Brille und USB-Stick mit den beliebtesten 180-Grad-Filmen, wird es deutlich. Diese vertreiben wir seit geraumer Zeit deutschlandweit in den Erotik-Shops.

Wenn du Geld machen willst, steig’ in die Porno-Industrie ein. Oder anders ausgedrückt: Sex verkauft sich und wird sich immer verkaufen. Der stetige Strom von erotischen Inhalten fließt verstohlen unter dem Mantel der Gesellschaft, ungebrochen; ein Fluss, der niemals versiegen wird. Deswegen gibt es kaum eine andere Industrie, die den technischen Fortschritt dermaßen vorantreiben konnte; in der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart. Falls ihr es genau wissen wollt, sollte ihr The Erotic Engine lesen.

Die VR-Erotik selbst bewegt sich bereits jetzt in einem Bereich, der weit über den üblichen Porno hinausgeht. Auf Reality Lovers gibt es nicht nur erotische Videos, die plötzlich in VR angeschaut werden könne: Es gibt unterschiedliche Perspektiven; entweder der Voyeur-Modus (das übliche Prinzip des Zuschauen) oder der Blick direkt aus den Augen der Darsteller. Welcher Modus beliebter ist, könnt ihr euch sicherlich denken:

René Pour, der Geschäftsführer von Reality Lovers.

Der POV-Modus wird häufiger genutzt, da in dieser Perspektive die User die volle Kraft von VR spüren können”, betont Pour, “Eine spannende Erfahrung, von der uns Männer immer wieder berichten: Sie schauen häufig Filme aus der Frauen-Sicht. Die Folgen: Ihr Einfühlungsvermögen steigt und sie können sich besser in die eigene Partnerin versetzen. Natürlich gilt das auch umgekehrt

Was noch? Über Chroma-Keying und Green-Screens werden Szenen aufgenommen, in denen der Zuschauer selbst den Hintergrund wählt: Ab ins Schlafzimmer, mitten im Wald oder sich auf einem Raumschiff vergnügen? Auch die Qualität wird vorangetrieben; demnächst will Reality Lovers Videos in 5K-Qualität anbieten und in naher Zukunft soll Anfassen und Fühlen in den Fokus gerückt werden. Nichts Neues für VR-Enthusiasten oder kreative Entwickler, diverse futuristische Anzüge oder Ganz-Körper-Kapseln gibt es bereits in Erlebnisparks oder VR-Laboren, aber nicht zu Hause. Nicht im privaten Raum; dort, wo erotische Inhalte meist zu Hause sind.

Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie

VR und Pornografie

Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie
Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie

Poronografie: Ein Rückblick in die späten 1970er Jahre: Die beiden Magnetbandsysteme Betamax von Sony und VHS von JVC kommen auf den Markt. Objektiv ein klar vorentschiedenes Rennen, zumal das Betamax-Format qualitativ eindeutig die Nase vorne hat. Und trotzdem geht das Home Video System von JVC als klarer Sieger aus dem Etablierungskrieg hervor. Knapp 25 Jahre später kommt es zu einer ähnlichen Konkurrenzsituation, diesmal unterliegt die HD DVD der heute überall erhältlichen BluRay-Disc. In beiden Fällen hatte das Siegerformat einen entscheidenden Vorteil, wenngleich keineswegs technischer Natur: Nein, die Pornoindustrie hatte ihre Finger im Spiel und besiegelte durch ihre Unterstützung die Schicksale der jeweiligen Systeme.(1)

Zurück in der Gegenwart könnten Sex- und Erotikfilme abermals ein entscheidender Faktor bei der breitwirksamen Durchsetzung einer neuen Technologie sein: Virtual Reality. Einem Artikel der BBC zufolge machten 2010 „Adult Movies“ bereits mehr als ein Drittel des weltweiten Internet-Traffics aus (2) – ein Ausmaß also, dem man eine gewisse Bedeutung bei der Etablierung neuer Technologien kaum absprechen kann. Todd Glider, CEO der Porno-Plattform BaDoink, sieht dies in einem Gespräch mit der futurezone sehr ähnlich:

„Ich glaube, dass Pornos die Killer-Apps für Virtual Reality sind. […] Jeder in der VR-Branche, sei es nun Oculus oder Google, weiß von uns und hofft auch ein bisschen auf die Pornobranche, dass sie Virtual Reality voranbringt. Jeder weiß davon, aber niemand will darüber sprechen.“(3)

2015 verschenkte Gliders Unternehmen im Rahmen einer Marketing-Kampagne 10.000 Google-Cardboard-Gestelle. Als diese wegen der großen Nachfrage bereits innerhalb von 24 Stunden zur Gänze vergeben waren, brachte BaDoink weitere 20.000 kostenlose Brillen in den Umlauf. Ein weiterer kleiner Indikator, der vermuten lässt, dass die Pornografie -Industrie VR schon bald zum Durchbruch verhelfen könnte.(4)

Doch worin genau besteht das Potenzial? Und welche Problematiken ergeben sich im Vergleich zu konventionellen Produkten? Noch vor wenigen Jahren waren 3D-Fernseher in aller Munde und auch vonseiten diverser Erotikfilm-Hersteller*innen und -Konsument*innen setzte man durchaus Erwartungen in diese Zusatzfunktion. 2018 gilt TV-Stereoskopie als tot, die dreidimensionale Wiedergabe von Home Entertainment-Inhalten taugt längst nicht mehr als Verkaufsargument. Warum sollte das nun bei VR anders sein? Zur Beantwortung der Frage ist eine Analyse der Konsument*innenwünsche unerlässlich: Trendprognosen und -bewertungen wie jene im Rahmen der trenDNA geben jedenfalls Tendenzen zu erkennen, die das Bedürfnis nach einem in virtuellen Welten verankerten „Second Life“ reflektieren. Kurzum: Es geht nicht um eine möglichst realistische Rekonstruktion gewöhnlichen Contents (und dabei behilfliche technische „Spielereien“ wie 3D), sondern um die Erweiterung von Alltagsrealitäten.

Gerade der Pornofilm (Pornografie) ist nicht unbedingt für seine inhaltliche oder audiovisuelle Komplexität bekannt (Stichwort: Warum liegt hier Stroh?) und dramaturgisch-repetitive Abläufe haben alle Hoffnung auf Abwechslung im Genre verfliegen lassen. Doch VR verspricht dahingehend erstmals revolutionäre Änderungen: Anstatt in die Rolle eines unbeteiligten Voyeurs zu schlüpfen, erleben VR-Porno-Zuschauer*innen das Geschehen erstmals aus Ich-Perspektive. Die bei der Produktion verwendeten Kameras werden mit entsprechenden Vorrichtungen am Kopf eines (zumeist männlichen) Protagonisten angebracht, aus dessen Blickwinkel der gesamte Film zu sehen ist. Die mit Virtual Reality einhergehende Blickfreiheit sorgt überdies für ein zusätzliches Immersionsgefühl.(5)

Doch eben diese Machart hat auch ihre Nachteile: Die „beglückten“ Darstellenden dürfen sich aus Gründen der Bildstabilität kaum bis gar nicht bewegen, geschweige denn andere Akteur*innen berühren. Selbst zu schweres Atmen kann bereits negative Auswirkungen auf die Qualität der Aufnahmen haben. Eben diese Passivität mindert in einer Art Gegenbewegung zum Format das intensive Erlebnis des „Mittendrin-Seins“. Überdies birgt vor allem die Verwendung günstiger Cardboard-Lösungen mehrere Probleme. Während die Bewegungserfassung Smartphone-basierter Systeme im Vergleich zu teuren VR-Brillen merklich schlechter ausfällt, sind einige Nutzende auch von der völligen Beschlagnahmung von Augen und Ohren irritiert. Und: Insbesondere klobige Brillen bringen die Tragenden bei längerer Nutzung oftmals zum Schwitzen.(6)

Von Gay bis Hetero, von Gruppensex bis Masturbation – das Angebot an VR-Pornofilmen wird immer facettenreicher und nähert sich langsam der breit gefächerten Vielfalt regulärer 2D-Videos an. Neben kostenlosen Filmen in speziellen VR-Kanälen beliebter Streamingseiten wie YouPorn oder xHamster, sind auch Abo-Modelle wie jene von Reality Lovers oder VirtualRealGay am Vormarsch.(7)Mit zunehmenden Angebot rücken auch wieder Fragen in den Vordergrund, die seit dem Aufkommen erster Erotikfilme Anfang des 20. Jahrhunderts von Kritiker*innen ins Treffen geführt werden: Verzerrt Pornografie unser Normalverständnis von Sexualität? Werden unrealistische oder gar unerfüllbare Erwartungen geschaffen? Und, jetzt neu: Könnte VR-Sex bald physische zwischenmenschliche Intimität ersetzen?

In der kurzen VICE-Dokumentation „The Digital Love Industry“ führt Robert Weiss vom The Sexual Recovery Institute seine Überlegungen zu dieser Problematik aus:

„People who are needful or at certain life stages can get caught up in the virtual, thinking that it’s more real than it is. And that’s cause they want it to be. A healthy person is gonna know what a healthy relationship is. A healthy person is gonna know what good sexuality is, safe sexuality is. A healthy person is gonna be able to define a casual sexual experience from something meaningful that they wanna carry out – whether they are doing it in avatar-form, in a second life world, or they’re doing it in some kind of virtual experience or webcam. And whatever it is, they still realise that’s not the same as holding, touching and being next to a person. And I think that until virtual reality becomes so immersive that we cannot tell the difference […] people will still know the difference between fantasy and reality – and they’re gonna long for the real thing.”(8)

Nichtsdestotrotz versprechen interaktive Sextoys in Kombination mit VR eine immer realistischere Simulation echter zwischenmenschlicher Berührung. Neben der Firma Lovesense ist vor allem auch das niederländische Unternehmen Kiiroo in diesem Segment ein international relevanter Player.(9) Spannend ist hierbei, dass die Produktkonzeption weniger das Ziel verfolgt, Käufer*innen sexuelle Interaktion mit einem „fiktiven“ Gegenüber vorzugaukeln, sondern vielmehr Intimität auch über große Distanzen hinweg ermöglichen soll. Insbesondere Pärchen in Fernbeziehungen werden so zum Nutznießer derartiger technologischer Entwicklungen: Sensoren in den miteinander gekoppelten Vibratoren und Fleshlights übertragen Bewegungen und Berührungen in Echtzeit.(10)

Werden wir künftig, vor einem ersten physischen Treffen, erstmal die sexuelle Kompatibilität mithilfe von Sexspielzeug überprüfen – ähnlich, wie dies jetzt schon über Sexting geschieht? Schafft VR-Pornografie einen Mehrwert für ein erfülltes Sexualleben oder ist es doch nur eine verzerrende Belastung? Entfremden wir uns dadurch zunehmend – oder nehmen wir solche Entwicklungen einfach als neue, nicht weniger bedeutsame Form von Zwischenmenschlichkeit wahr? Und ist Sex mit VR-Brille und Toys überhaupt weniger „real“ als die physische Variante? Die nächsten Jahre werden Antworten auf diese Fragen bereithalten. Und wohl eng mit dem endgültigen Durchbruch von Virtual Reality zusammenhängen.

 

 

Autor: Mattias Fabian | Bildquelle: Pixabay, https://pixabay.com/de/frau-bett-weiblich-attraktiv-506120/
Textquellen: (1) https://futurezone.at/digital-life/badoink-pornos-sind-die-killer-app-fuer-vr/212.990.315 | (2) http://www.bbc.com/news/technology-23030090 | (3) https://futurezone.at/digital-life/badoink-pornos-sind-die-killer-app-fuer-vr/212.990.315 | (4) https://futurezone.at/digital-life/porno-webseite-verschenkt-vr-headsets/142.416.387 | (5) http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/vr-pornos-virtual-reality-sex-fuer-oculus-rift-und-gear-vr-a-1066625.html | (6) http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/vr-pornos-virtual-reality-sex-fuer-oculus-rift-und-gear-vr-a-1066625.html | (7) http://www.vrpornofilme.com/ | (8) https://www.vice.com/de/article/dpedvv/the-digital-love-industry-das-geschaeft-mit-virtueller-liebe-469 | (9) http://www.vrpornofilme.com/ | (10) https://www.kiiroo.com/products/onyx2-pearl2-couples-set-purple

VR-Porn im Selbstversuch – wie heiß ist der Erotik-Trend wirklich?

Ein Segen für die Erotik Welt!

Lässt du dich ab und zu mal von Pornos

Lässt du dich ab und zu mal von Pornos „inspirieren“? Dann solltest du vielleicht mal VR-Porn probieren. Denn dabei bist du nicht nur bloßer Zuschauer – sondern mitten drin im Geschehen!

In diesem Artikel erwartet dich:

Klar, Pornos sind nicht jederfraus Sache. Kein Wunder – denn die meisten Filme sind für Männer gemacht und behandeln dementsprechend vor allem deren Fantasien. Wie gut, dass sich in den letzten Jahren einiges geändert hat auf dem Porno-Markt. Produktionen, wie die von Regisseurin Erika Lust, konzentrieren sich zum Beispiel auf die realistische Darstellung der weiblichen Protagonistin – ein Segen für die Erotikwelt!

Doch die Porno-Industrie hat sich nicht nur in puncto Feminismusweiterentwickelt: Auch die Technik wird immer ausgeklügelter. So gibt es mittlerweile nicht nur erotische 3D-Filme, sondern auch Virtual Reality-Pornos – kurz „VR Porn“.

Was ist VR-Porn überhaupt?

VR Porn: Paar sitzt mit VR-Brillen im Bett

Ihr habt sicher schon mal was von Virtual Reality-Brillen gehört. Man setzt sie auf und taucht in eine andere Welt ein. Man sieht Dinge um sich herum, die eigentlich nicht da sind. Da laufen Dinos umher, man steht auf einer Straße oder in einer schönen Landschaft. Und genau das geht eben auch mit Pornos. Man fühlt sich, als wäre man mitten im Geschehen.Zum Beispiel wandert der Blick mit dem eigenen Kopfdrehen. Möchte man der Frau oder dem Mann in der virtuellen Welt zum Beispiel vor allem auf den Hintern schauen, passt sich das Bild mit der Kopfbewegung an.

Durch die Brille sieht der Zuschauer auch seinen „eigenen Körper“, also einen Teil davon, oft sind das die Beine. Dann sieht es zum Beispiel so aus, als würde der Protagonist auf einem Stuhl sitzen, eine leicht bekleidete Frau kommt auf ihn zu und hat mit ihm SexEin haptisches Erlebnis bleibt dabei natürlich aus – alles spielt sich nur über die Sinneswahrnehmung der Augen ab.

Ob das antörnend ist? Das muss jeder für sich herausfinden. Unsere Redakteurin hat mal den Selbstversuch gewagt:

Der Test: „Erst Plätzchen backen, dann Bärenfell-Erotik“

VR-Porn, das hört sich in der Theorie ja alles ganz interessant an – aber klappt das wirklich? Eine BRIGITTE.de-Redakteurin hat den Test gemacht und den Film „Weihnachten für sie“ des VR Porn-Anbieters Reality Lovers durch eine VR-Brille angesehen.

Brille auf und go!

Zuerst zum Technischen: Um voll in die VR-Welt einzutauchen, musste ich mir eine VR-App auf mein Handy laden und den Porno-Film downloaden (als zahlender Kunde kann man direkt über die Website Filme anschauen). Nach ein paar technischen Problemen (was aber auch an meinem Handy gelegen haben könnte), ging es endlich los: Handy in die Brille stecken, aufsetzen und go!

Das Besondere: Der Film ist speziell für die weibliche Zielgruppe gemacht – ich habe also alles aus dem Blickwinkel einer Frau betrachtet.

Was ist genau passiert? Da war dieser Typ, leider nicht mein persönlicher Geschmack, aber für andere Frauen vielleicht attraktiv, der mit mir Plätzchen gebacken hat (der Name Spritzgebäck bekommt an dieser Stelle eine ganz andere Bedeutung 😃). So weit so harmlos. Als er dann seine Kekse abgestellt hatte, widmete er sich meinem VR-Ich. Erst dem Bauch, dann der Intimzone …

Reality Lovers: Porno-Darsteller

Nach dem Plätzchenbacken ging es zur Sache: So sah der Protagonist des VR-Pornos aus!

Ich bin ehrlich: Am Anfang habe ich mich eher in seiner Wohnung umgesehen, als ihn in Aktion zu betrachten. Denn dass das Bild wirklich der Kopfbewegung folgt – das konnte ich mir bis dahin noch nicht vorstellen. Aber: Es hat funktioniert – ich war wirklich mittendrin in seiner Wohnung und im Film! Übrigens hatte ich zwei Brillen zum Ausprobieren: eine Papp- und eine Kunststoffbrille. Interessanterweise hat die sogar Papp-Variante besser funktioniert.

Aber zurück zur Handlung: Irgendwann hat Mr. Plätzchenbacken „mich“ dann aus der Küche ins Wohnzimmer getragen – aufs Bärenfell vor den Kamin, wohin auch sonst?

Juhuu – ganz normaler Sex!

Dort ging es dann zur Sache: Erst hat er vor mir masturbiert und dann mit meinem Avatar Sex gehabt. Zwischendurch bekam ich immer wieder Komplimente für meine Figur. Merci! Auch wenn der Mann, wie gesagt, nicht mein persönlicher Geschmack war und ich mich auch nicht wirklich mit meinem VR-Körper identifizieren konnte, fand ich das VR-Porn-Erlebnis grundsätzlich sehr spannend.

Vor allem fand ich gut, dass sich der Film von den klassischen „Schmuddel-Pornos“ für Männer unterschieden hat. Keine zu nahen Aufnahmen von Geschlechtsteilen, kein wildes Herumejakulieren, keine Körperöffnungen, die man nicht sehen möchte. Und: keine unrealistischen oder herabwürdigenden Darstellungen der Frau. Das war einfach Sex, wie man ihn wohl zu Hause auch mit dem Partner hätte. Am Ende hat der Keksmann sogar noch meine Hand gehalten und mich verliebt angeguckt – da hab ich mich zwar kurz gefragt: Ist das noch Porno oder schon Rosamunde Pilcher? Aber hey, vom Grundsatz her ist das ja ein guter Gedanke!

Ob ich auch in Zukunft VR-Pornos schauen werde? Vielleicht. Unter der Bedingung, dass es ein Anbieter schafft, Ryan Goslings Gesicht auf den Hauptdarsteller zu setzen …

Was benötige ich, um VR-Porn zu konsumieren?

1. Die Brille

Modelle, die mit dem PC gekoppelt werden, sind beispielsweise die Oculus Rift, HTC Vive oder Playstation VR (kosten alle mehrere Hundert Euro.) Günstiger sind Modelle ohne eigenes Display (ca. 70 bis 120 Euro), die man mit Smartphones koppelt, wie zum Beispiel die Samsung Gear VR, Zeiss VR One Plus, Google Daydream View oder Durovis Dive.

Bei der Pappbrille Google Cardboard ist man bereits für unter 10 Euro dabei. Auch Durovis bietet eine Cardboard-Brille an. Allerdings wirkt die Virtual Reality durch die Profi-Brillen echter. Für regelmäßige VR-Nutzer ist es deshalb durchaus sinnvoll, auf die teureren Brillen zu setzen.

2. Die Apps

Entscheidet ihr euch für eine VR-Brille mit Smartphone-Koppelung, benötigt ihr noch die passende App. Eine Auswahl an verschiedenen Produkten findet ihr zum Beispiel im Google Playstore unter dem Suchbegriff „Cardboard“.

3. Die Inhalte

VR-Inhalte bekommt ihr zum Beispiel über YouTube und verschiedene, kostenpflichtige Internetplattformen. Bekannt für Virtual Reality-Pornos sind beispielsweise Reality Lovers, WankzVR, BaDoink.com, Virtual Real Porn, Pornhub VR und SexLikeReal. Reality Lovers hat sogar Filme extra für Frauen im Angebot.

Kann ich meine Aktivitäten auch verbergen?

Viele Porno-Nutzer möchten die „Spuren“ auf dem PC verwischen. Der Partner oder Freunde sollen schließlich nicht gleich im Verlauf entdecken, dass man sich in der Erotik-Welt herumgetrieben hat. Zum Glück gibt es eine Methode, um das zu verhindern. Je nach Browser müsst ihr einfach in einem anonymen Tab, also im „Privaten Fenster“ oder „Inkognito-Fenster“ surfen. Die findet ihr unter dem Menüpunkt „Datei“ oder „Ablage“.

 Wie wirken sich die Cyber-Pornos auf die Beziehung aus?

Die Frage stellt sich bei Pornos natürlich generell. Die Antwort ist hier recht simpel: Solange die Partner auch noch echten Sex miteinander haben und sie das Gefühl haben, gemeinsam eine erfüllte Sexualität zu leben, ist alles in Ordnung.

Kritisch wird es, wenn eine Porno-Sucht besteht oder die Darstellungen in den Erotikfilmen dazu führen, dass man übersteigerte Erwartungen an den Partner oder die Partnerin entwickelt. Es ist wie in so vielen Lebensbereichen eben das richtige Maß und der richtige Umgang, den man beim Konsum von VR-Porn finden muss.

Übrigens: Laut einer Statistik von „Reality Lovers“ schauen sich vor allem die Sachsen VR-Pornos an. Immerhin 14,5 Prozent bekommen sie vom Konsumenten-Kuchen ab. Und ihr, werdet ihr demnächst auch zu Liebhabern der erotischen Virtual Reality? Probiert es aus!

Quelle: https://www.brigitte.de/liebe/sex-flirten/vr-porn-alles-ueber-den-erotik-trend-10978026.html

Pornhub hat gerade einen eigenen Kanal nur für Virtual-Reality-Pornos gelauncht

Vorerst stehen 26 Videos für den heterosexuell interessierten männlichen Pornokonsumenten zur Verfügung. Eine Google Cardboard-Brille gibt’s gratis oben drauf.

Foto: Screenshot Pornhub
Foto: Screenshot Pornhub

Die größte Porno-Website der Welt hat heute ihren heiß erwarteten Kanal für Virtual Reality-Pornos gestartet. Auf einer Sub-Domain der Seite, deren Server schon wenige Stunden nach dem Launch komplett abgeschmiert war, stehen ab sofort 26 von der Firma BaDoink produzierte 180- und 360-Grad-Videos zur Verfügung. Die Werke von fünf bis sechs Minuten Länge dürften dabei wohl vor allem den heterosexuellen männlichen Pornokonsumenten zufrieden stellen.

Die für Android- und iOS-Geräte sowie die Oculus Rift optimierten Videos stellt Pornhub dabei zum kostenlosen Downlaod zur Verfügung „Jetzt können unsere Nutzer nicht nur einfach unsere Content sehen, sondern die Protagonisten in Aktion erleben und mit ihren Lieblingspornostars interargieren“, erklärte Corey Price, seines Zeichens stellvertretender Chef von Pornhub.

Dass nun auch eine der größten Porno-Website der Welt, die damit natürlich auch eine der größten Seiten des Internets ist, eine eigene VR-Sektion eröffnet, könnte dabei den ersten Schritt von Virtual Reality-Anwendungen auf dem Weg zum Massenmarkt markieren. Bisher besitzen erst wenige Menschen überhaupt VR-Brillen wie Oculus Rift und die Anschaffungspreise liegen noch immer im oberen dreistelligen Euro-Bereich.

Doch Pornhub präsentiert auch hier eine Lösung, die dem eigenen Unternehmen noch ein paar mehr Klicks beschert: Man verschenkt einfach 10.000 Google Cardboards, die über die eigene Website verlost werden. Tatsächlich war die Verlosungsseite genauso wie Pornhub insgesamt zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung anscheinend überlastet und nicht zu erreichen.

Wie es sich anfühlt Virtual Reality-Pornos zu schauen haben wir schon vor einigen Monaten getestet

Und ganz so schnell kommt die Virtuelle Realität dann auch bei laufenden Servern noch nicht auf den Streaming-Seiten an. Denn Cardboard ist nicht der Real Deal, wenn es um VR-Erfahrungen geht, sondern dient meist als günstiges Einstiegsmodell, das längst nicht das volle Potential von VR-Erlebnissen bietet, wie es andere Brillen wie Oculus Rift ermöglichen. Cardboard nutzt das Display des Smartphones und bietet so eine merklich schwächere Videoqualität, die jegliches Gefühl einer realistischen Welt, in die der Nutzer eintaucht, recht schnell dämpft.

Außerdem findet sich unter den 26 bisher veröffentlichten Videos nur ein einziges echtes Point-of-View-Video, das den Zuschauer (in diesem Fall wenig überraschend ein Mann) unmittelbar zum Protagonisten des Geschehens macht, und so zumindest vom Setup her das volle immersive Potential der Technologie ausschöpft. Das 180-Grad-Video zeigt einen Mann, der Sex mit dem Pornostar Aletta Ocean hat. Da es allerdings nur ein 180-Grad-Video ist, bedeutet das auch, dass es als Nutzer relativ wenig bringt, seinen Kopf zu bewegen, um immersiv in die Welt des Pornos einzutauchen. Momentan ist noch nicht klar, wie viele Videos Pornhub noch in den Kanal aufnehmen will und ob es bald auch technisch aufwändigere Videos geben wird.

Quelle: https://motherboard.vice.com/de/article/qve5zd/neun-instagram-tricks-die-ihr-unbedingt-ausprobieren-solltet