Im Porno-Business heißt die Zukunft Hologramm

HoloLens: 3D Hologramm Brille von Microsoft
HoloLens: 3D Hologramm Brille von Microsoft
Eine Brille, ein Raum, mehrere Sensoren: Wie funktioniert Virtual Reality? Was kann eine Datenbrille, und was ist stereoskopisches Sehen? Der Weg zur perfekten Simulation.

Quelle: WELT

Virtuelle Realität steht noch am Anfang, aber im Porno-Geschäft nimmt die neue Technik gerade Fahrt auf. Der Chef einer Erotik-Firma erzählt, wie seine Branche die Technologie vorantreibt.

René Pour ist seit neun Jahren im Porno-Business aktiv. Er betreibt das Affiliate-Unternehmen Smart Media Star, produziert erotische Filme und vermarktet diese über Onlineportale, die er selbst baut. Seit er seine erste Virtual-Reality-Brille aufsetzte, ist ihm klar: Diese Technik könnte die Zukunft der Erotikbranche sein.

DIE WELT: René, warst du betriebswirtschaftlich gezwungen, etwas Neues auszuprobieren und auf Virtual Reality zu setzen?

René Pour: Wir waren schon immer ein innovativer Treiber der Branche. Wir haben zum Beispiel eine der ersten mobilen Erotikseiten weltweit gebaut. Und VR war einfach der nächste Schritt. Natürlich wachsen auch die Umsätze nicht mehr so stark und stagnieren eher.

DIE WELT: Wegen des Aufkommens von Youporn, Pornotube und Co?

Pour: Genau. Die waren ein richtiges Problem, weil der Nutzer dort Content gratis bekommt. Aber mittlerweile legt sich das wieder, weil auch diese Tube-Seiten nur mit viel Geld neue Inhalte liefern können. Und die Nutzer sind bereit, für neue Inhalte zu zahlen.

DIE WELT: Welchen Weg gehen diese Tube-Seiten heute?

Die Akzeptanz ist groß

Pour: Viele von diesen Seiten haben mittlerweile ein Premium-Angebot eingebaut, wo es bessere Inhalte für Geld gibt. Am Anfang haben sie den Inhalt von anderen Seiten gestohlen und haben erst nach einiger Zeit Inhalte lizensiert und dafür gezahlt. Sie wollten den Traffic dann mit Werbung monetarisieren, aber auch das funktioniert nur mit guten Inhalten, und irgendwann ging das nicht mehr auf. Heute teasern sie Gratis-Content fast nur noch an.

DIE WELT: Ist VR marktreif? Für mein Gefühl steht sie noch ganz am Anfang.

Pour: Ich gebe dir teilweise recht. Es ist preislich erschwinglich, sich VR zuzulegen. Und wir wollten ganz vorn mit dabei sein und VR im Erotikbereich mitgestalten. Die Akzeptanz ist groß, 90 Prozent der Messe-Besucher auf der letzten „Venus“ waren davon begeistert, sich einen Porno aus dieser neuen Perspektive anzuschauen.

DIE WELT: Ist VR wirklich so erschwinglich?

Virtuell und doch irgendwie ganz real

Quelle: Die Welt

Pour: Es geht bei VR-Pornos nicht zwangsläufig um einen leistungsstarken Computer und eine teure Brille. Unsere Inhalte konsumiert der Nutzer noch passiv, es gibt keine Interaktivität, er kann sich im Video zum Beispiel nicht bewegen. Dafür reicht die preiswerte Alternative aus Smartphone und Google Cardboard völlig aus. In Zukunft könnten Sexszenen auch von computeranimierten Models gespielt werden.

DIE WELT: Wann wird es mehr VR-Pornos geben?

Pour: Ab 2018 wird man damit Geld verdienen können. Und in den nächsten drei Jahren werden sie die klassische 2-D-Porno-Produktion einholen.

DIE WELT: Werden sich dadurch auch die Geschäftsmodelle ändern?

Pour: Die Geschäftsmodelle sind der 2-D-Thematik ähnlich. Man lädt den Inhalt herunter und zahlt dafür einmalig oder monatlich im Abo. Das wird sich kaum ändern.

DIE WELT: Werden sich die Geschäftsmodelle ändern, wenn die Inhalte interaktiv werden?

Ein Amazon für Sex?

DIE WELT: Wird es also einen VR-Shop für Pornos geben? Ein Alibaba oder Amazon für Sex?

Pour: Das kann ich mir gut vorstellen. Ich bin gespannt, wer da als Erstes investiert.

DIE WELT: Dem Porno-Business wird nachgesagt, es habe Technologien wie das Internet vorangetrieben. Wird das auch beim Thema VR so sein, oder ist die Games-Branche zu stark?

Pour: Um ehrlich zu sein, sind die Gamer der Sex-Branche zuvorgekommen. Sie hatten es auch leichter, weil die Einstiegshürde für ein VR-Game niedriger ist als bei einem Porno.

Resident Evil in der VR-Version macht richtig Angst

Quelle: Zoom.in

DIE WELT: Ihr arbeitet derzeit für eure VR-Pornos mit realen Models. Wird es bald nur noch virtuelle Darsteller geben?

Pour: Um eine annehmbare Qualität für computeranimierte Pornoszenen vorzustellen, sind heutige PCs noch nicht schnell genug oder viel zu teuer. Wenn sich die Hardware weiterentwickelt, was sie immer tut, wird das kommen. Es wird wahrscheinlich ein Mix werden aus realen Pornostars und computeranimierten Möglichkeiten.

DIE WELT: Die Charaktere aus dem Computer werden die realen Darsteller also nicht verdrängen?

DIE WELT: Du sprichst von Augmented Reality. Macht ihr da etwas?

Pour: Derzeit noch nicht. Ich kenne auch keinen Konkurrenten, der sich damit beschäftigt. Das Thema ist einfach noch zu jung, und es gibt zu wenig technische Hardware, die die Inhalte darstellen könnte.

DIE WELT: Gelten für VR-Pornos die selben Einschränkungen im Netz wie für herkömmliche? Google beispielsweise listet ja keine Erotikinhalte.

Pour: Es gibt starke Einschränkungen. Man könnte für das Smartphone sehr leicht Anwendungen bauen, aber die Apps hätten dann in den App-Stores von Apple und Google Probleme, weil die keine Erotik haben wollen. Es könnte auch passieren, dass die Hersteller selbst es unterbinden, dass Pornos auf ihren Geräten abgespielt werden. Ich habe keine Ahnung, was da auf uns zukommt.

DIE WELT: Wie siehst du diese Einschränkungen persönlich?

Pour: Ich finde es nicht gut, einen Menschen in seiner Freiheit einzuschränken. Warum muss man legale Erotik verstecken?

DIE WELT: Gibt es auch technische Probleme?

Pour: Gibt es, die Kosten für das Downloaden von solchen Filmen sind derzeit zu teuer, wenn man sich nicht gerade im WLAN befindet. Wir würden die Filme sehr gern streamen, aber dafür ist die Bandbreite der meisten Internetleitungen zu gering. Der Nutzer lädt den Film also normal herunter und kann ihn dadurch leichter verbreiten, ohne dass jemand anderes dafür zahlt.

Quelle: https://www.welt.de/sonderthemen/noahberlin/article165740818/Im-Porno-Business-heisst-die-Zukunft-Hologramm.html

 

Pornhub hat gerade einen eigenen Kanal nur für Virtual-Reality-Pornos gelauncht

Vorerst stehen 26 Videos für den heterosexuell interessierten männlichen Pornokonsumenten zur Verfügung. Eine Google Cardboard-Brille gibt’s gratis oben drauf.

Foto: Screenshot Pornhub
Foto: Screenshot Pornhub

Die größte Porno-Website der Welt hat heute ihren heiß erwarteten Kanal für Virtual Reality-Pornos gestartet. Auf einer Sub-Domain der Seite, deren Server schon wenige Stunden nach dem Launch komplett abgeschmiert war, stehen ab sofort 26 von der Firma BaDoink produzierte 180- und 360-Grad-Videos zur Verfügung. Die Werke von fünf bis sechs Minuten Länge dürften dabei wohl vor allem den heterosexuellen männlichen Pornokonsumenten zufrieden stellen.

Die für Android- und iOS-Geräte sowie die Oculus Rift optimierten Videos stellt Pornhub dabei zum kostenlosen Downlaod zur Verfügung „Jetzt können unsere Nutzer nicht nur einfach unsere Content sehen, sondern die Protagonisten in Aktion erleben und mit ihren Lieblingspornostars interargieren“, erklärte Corey Price, seines Zeichens stellvertretender Chef von Pornhub.

Dass nun auch eine der größten Porno-Website der Welt, die damit natürlich auch eine der größten Seiten des Internets ist, eine eigene VR-Sektion eröffnet, könnte dabei den ersten Schritt von Virtual Reality-Anwendungen auf dem Weg zum Massenmarkt markieren. Bisher besitzen erst wenige Menschen überhaupt VR-Brillen wie Oculus Rift und die Anschaffungspreise liegen noch immer im oberen dreistelligen Euro-Bereich.

Doch Pornhub präsentiert auch hier eine Lösung, die dem eigenen Unternehmen noch ein paar mehr Klicks beschert: Man verschenkt einfach 10.000 Google Cardboards, die über die eigene Website verlost werden. Tatsächlich war die Verlosungsseite genauso wie Pornhub insgesamt zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung anscheinend überlastet und nicht zu erreichen.

Wie es sich anfühlt Virtual Reality-Pornos zu schauen haben wir schon vor einigen Monaten getestet

Und ganz so schnell kommt die Virtuelle Realität dann auch bei laufenden Servern noch nicht auf den Streaming-Seiten an. Denn Cardboard ist nicht der Real Deal, wenn es um VR-Erfahrungen geht, sondern dient meist als günstiges Einstiegsmodell, das längst nicht das volle Potential von VR-Erlebnissen bietet, wie es andere Brillen wie Oculus Rift ermöglichen. Cardboard nutzt das Display des Smartphones und bietet so eine merklich schwächere Videoqualität, die jegliches Gefühl einer realistischen Welt, in die der Nutzer eintaucht, recht schnell dämpft.

Außerdem findet sich unter den 26 bisher veröffentlichten Videos nur ein einziges echtes Point-of-View-Video, das den Zuschauer (in diesem Fall wenig überraschend ein Mann) unmittelbar zum Protagonisten des Geschehens macht, und so zumindest vom Setup her das volle immersive Potential der Technologie ausschöpft. Das 180-Grad-Video zeigt einen Mann, der Sex mit dem Pornostar Aletta Ocean hat. Da es allerdings nur ein 180-Grad-Video ist, bedeutet das auch, dass es als Nutzer relativ wenig bringt, seinen Kopf zu bewegen, um immersiv in die Welt des Pornos einzutauchen. Momentan ist noch nicht klar, wie viele Videos Pornhub noch in den Kanal aufnehmen will und ob es bald auch technisch aufwändigere Videos geben wird.

Quelle: https://motherboard.vice.com/de/article/qve5zd/neun-instagram-tricks-die-ihr-unbedingt-ausprobieren-solltet