Virtueller Sex mit Avataren

Berliner Startup will die Pornografie revolutionieren

Foto: imago/Rolf Kremming (Symbolbild)
Foto: imago/Rolf Kremming (Symbolbild)

Berlin –

Splitternackt tanzt Texas Patti auf ihren Betrachter zu. Sie windet sich verführerisch und setzt sich schließlich auf den Schoß des Kunden. Texas Patti ist egal, was sie da mit wem tut. Es ist ja nicht wirklich sie, die das macht, sondern der Avatar – die computeranimierte Kunstfigur – der Pornodarstellerin.

Strip im Kopf des Besuchers

Real ist der Sex nur im Kopf des Besuchers dieser virtuellen Welt. Diese Vision der (Porno-)Zukunft hat das Berliner Startup Memento 3D erschaffen. Die strippende Texas Patti ist die erste Version davon. Irgendwann einmal könnte jeder Mensch einen realistischen Avatar von sich erstellen lassen, der im Internet sexuelle Abenteuer erleben soll. „Das Produkt hat das Potenzial, eine Revolution zu werden“, sagt Memento-Chef Tobias Platte. Das Produkt heißt vrXcity, eine Onlinewelt, in der Menschen mit den Avataren echter Menschen interaktiv agieren können. Sie können sie anfassen, ihre Beine spreizen, an den Hüften packen, bewegen und mehr.

Die Technik zum Eintauchen in diese Welten gibt es schon und könnte möglicherweise bald größere Verbreitung finden. Die derzeit noch recht teuren VR-Brillen – VR steht für virtuelle Realität – ermöglichen ihrem Träger, sich durch lebensecht wirkende 360-Gradwelten zu bewegen. Der Nutzer hat das Empfinden, sich tatsächlich in diesen Räumen zu befinden – Schwindelgefühle inklusive. Über Fernbedienungen, die vor den Augen des Nutzers als Hände erscheinen, kann er sich selbst genauso bewegen wie Objekte oder die Avatare – im Fall der vrXcity sind dies Sexpartner. 700 Pornodarstellerinnen wurden bereits gescannt, neben den Deutschen Texas Patti und Micaela Schäfer auch das US-Starlet Jessica Drake. „Die Erotikindustrie ist ein Treiber für neue Technologien“, sagt Platte.

„Steckaufsätze“ für den Mann

Pornografie habe schon den VHS-Videokassetten zum Durchbruch verholfen. Nun soll VR folgen. Das Unternehmen des gelernten Bankers investierte viel Entwicklungsarbeit, um die „Mädchen“, wie Platte sagt, bis ins kleinste Detail zu scannen und lebensecht zu animieren. Künftig soll das Programm mit Sexspielzeugen interagieren, um die Optik in physische Erlebnisse zu übersetzen. Platte spricht unter anderem von „Steckaufsätzen“ für den Mann. Zum Start im Herbst sollen monatlich 200.000 neue Nutzer in die vrXcity finden. Ethische Probleme sieht Platte nicht bei seinem „Unterhaltungsprodukt“. Er sagt: „Den richtigen Sex wird es nicht ersetzen können.“

Der auf Sexualfragen spezialisierte Soziologe Sven Lewandowski sieht in dieser neuen Technologie eher eine neue Spielart von Pornografie. „Es scheinen inzwischen zwei Sexualwelten zu existieren: die des Pornos und die – das ist nicht abwertend gemeint – der Alltagssexualität.“ Es gebe keine Hinweise darauf, dass Pornografie die Paarsexualität verdränge oder präge, wie Menschen Sex haben. Skeptisch ist der Wissenschaftler der Universität Würzburg, ob sich über VR-Brillen und Accessoires ausgelebte Sexualität zum Massenphänomen entwickelt. Memento finanziert die Weiterentwicklung seiner vrXcity durch den Verkauf einer eigenen Internetwährung namens Redbux.

Zahlen mit virtueller Währung

Die limitierten Token könnten an Wert gewinnen, wenn sie sich – wie von Platte geplant – als Zahlungsmittel für Erotikprodukte im Internet etablieren sollten. Dutzende Partnerfirmen wollen künftig diese neue Währung akzeptieren. Außerdem sollen vrXcity-Kunden so die Darstellerinnen hinter den Avataren direkt bezahlen können. In der am Sonntag beendeten Vorverkaufsphase zeichneten Investoren nach Unternehmensangabebrund 3,1 Milliarden Redbux.

Mehr als 20 Milliarden Redbux wird es nicht geben. Memento stünden damit bereits über 20 Millionen Euro für die Weiterentwickelung seiner virtuellen Sexwelt zur Verfügung. Platte sagt, er sei „sehr zufrieden“. Er ist nicht der einzige, der an seine Vision von der Zukunft der Pornografie glaubt. (AFP)

Quelle: https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez—stadt/virtueller-sex-mit-avataren-berliner-startup-will-die-pornografie-revolutionieren–30027826?view=fragmentPreview

Im Porno-Business heißt die Zukunft Hologramm

HoloLens: 3D Hologramm Brille von Microsoft
HoloLens: 3D Hologramm Brille von Microsoft
Eine Brille, ein Raum, mehrere Sensoren: Wie funktioniert Virtual Reality? Was kann eine Datenbrille, und was ist stereoskopisches Sehen? Der Weg zur perfekten Simulation.

Quelle: WELT

Virtuelle Realität steht noch am Anfang, aber im Porno-Geschäft nimmt die neue Technik gerade Fahrt auf. Der Chef einer Erotik-Firma erzählt, wie seine Branche die Technologie vorantreibt.

René Pour ist seit neun Jahren im Porno-Business aktiv. Er betreibt das Affiliate-Unternehmen Smart Media Star, produziert erotische Filme und vermarktet diese über Onlineportale, die er selbst baut. Seit er seine erste Virtual-Reality-Brille aufsetzte, ist ihm klar: Diese Technik könnte die Zukunft der Erotikbranche sein.

DIE WELT: René, warst du betriebswirtschaftlich gezwungen, etwas Neues auszuprobieren und auf Virtual Reality zu setzen?

René Pour: Wir waren schon immer ein innovativer Treiber der Branche. Wir haben zum Beispiel eine der ersten mobilen Erotikseiten weltweit gebaut. Und VR war einfach der nächste Schritt. Natürlich wachsen auch die Umsätze nicht mehr so stark und stagnieren eher.

DIE WELT: Wegen des Aufkommens von Youporn, Pornotube und Co?

Pour: Genau. Die waren ein richtiges Problem, weil der Nutzer dort Content gratis bekommt. Aber mittlerweile legt sich das wieder, weil auch diese Tube-Seiten nur mit viel Geld neue Inhalte liefern können. Und die Nutzer sind bereit, für neue Inhalte zu zahlen.

DIE WELT: Welchen Weg gehen diese Tube-Seiten heute?

Die Akzeptanz ist groß

Pour: Viele von diesen Seiten haben mittlerweile ein Premium-Angebot eingebaut, wo es bessere Inhalte für Geld gibt. Am Anfang haben sie den Inhalt von anderen Seiten gestohlen und haben erst nach einiger Zeit Inhalte lizensiert und dafür gezahlt. Sie wollten den Traffic dann mit Werbung monetarisieren, aber auch das funktioniert nur mit guten Inhalten, und irgendwann ging das nicht mehr auf. Heute teasern sie Gratis-Content fast nur noch an.

DIE WELT: Ist VR marktreif? Für mein Gefühl steht sie noch ganz am Anfang.

Pour: Ich gebe dir teilweise recht. Es ist preislich erschwinglich, sich VR zuzulegen. Und wir wollten ganz vorn mit dabei sein und VR im Erotikbereich mitgestalten. Die Akzeptanz ist groß, 90 Prozent der Messe-Besucher auf der letzten „Venus“ waren davon begeistert, sich einen Porno aus dieser neuen Perspektive anzuschauen.

DIE WELT: Ist VR wirklich so erschwinglich?

Virtuell und doch irgendwie ganz real

Quelle: Die Welt

Pour: Es geht bei VR-Pornos nicht zwangsläufig um einen leistungsstarken Computer und eine teure Brille. Unsere Inhalte konsumiert der Nutzer noch passiv, es gibt keine Interaktivität, er kann sich im Video zum Beispiel nicht bewegen. Dafür reicht die preiswerte Alternative aus Smartphone und Google Cardboard völlig aus. In Zukunft könnten Sexszenen auch von computeranimierten Models gespielt werden.

DIE WELT: Wann wird es mehr VR-Pornos geben?

Pour: Ab 2018 wird man damit Geld verdienen können. Und in den nächsten drei Jahren werden sie die klassische 2-D-Porno-Produktion einholen.

DIE WELT: Werden sich dadurch auch die Geschäftsmodelle ändern?

Pour: Die Geschäftsmodelle sind der 2-D-Thematik ähnlich. Man lädt den Inhalt herunter und zahlt dafür einmalig oder monatlich im Abo. Das wird sich kaum ändern.

DIE WELT: Werden sich die Geschäftsmodelle ändern, wenn die Inhalte interaktiv werden?

Ein Amazon für Sex?

DIE WELT: Wird es also einen VR-Shop für Pornos geben? Ein Alibaba oder Amazon für Sex?

Pour: Das kann ich mir gut vorstellen. Ich bin gespannt, wer da als Erstes investiert.

DIE WELT: Dem Porno-Business wird nachgesagt, es habe Technologien wie das Internet vorangetrieben. Wird das auch beim Thema VR so sein, oder ist die Games-Branche zu stark?

Pour: Um ehrlich zu sein, sind die Gamer der Sex-Branche zuvorgekommen. Sie hatten es auch leichter, weil die Einstiegshürde für ein VR-Game niedriger ist als bei einem Porno.

Resident Evil in der VR-Version macht richtig Angst

Quelle: Zoom.in

DIE WELT: Ihr arbeitet derzeit für eure VR-Pornos mit realen Models. Wird es bald nur noch virtuelle Darsteller geben?

Pour: Um eine annehmbare Qualität für computeranimierte Pornoszenen vorzustellen, sind heutige PCs noch nicht schnell genug oder viel zu teuer. Wenn sich die Hardware weiterentwickelt, was sie immer tut, wird das kommen. Es wird wahrscheinlich ein Mix werden aus realen Pornostars und computeranimierten Möglichkeiten.

DIE WELT: Die Charaktere aus dem Computer werden die realen Darsteller also nicht verdrängen?

DIE WELT: Du sprichst von Augmented Reality. Macht ihr da etwas?

Pour: Derzeit noch nicht. Ich kenne auch keinen Konkurrenten, der sich damit beschäftigt. Das Thema ist einfach noch zu jung, und es gibt zu wenig technische Hardware, die die Inhalte darstellen könnte.

DIE WELT: Gelten für VR-Pornos die selben Einschränkungen im Netz wie für herkömmliche? Google beispielsweise listet ja keine Erotikinhalte.

Pour: Es gibt starke Einschränkungen. Man könnte für das Smartphone sehr leicht Anwendungen bauen, aber die Apps hätten dann in den App-Stores von Apple und Google Probleme, weil die keine Erotik haben wollen. Es könnte auch passieren, dass die Hersteller selbst es unterbinden, dass Pornos auf ihren Geräten abgespielt werden. Ich habe keine Ahnung, was da auf uns zukommt.

DIE WELT: Wie siehst du diese Einschränkungen persönlich?

Pour: Ich finde es nicht gut, einen Menschen in seiner Freiheit einzuschränken. Warum muss man legale Erotik verstecken?

DIE WELT: Gibt es auch technische Probleme?

Pour: Gibt es, die Kosten für das Downloaden von solchen Filmen sind derzeit zu teuer, wenn man sich nicht gerade im WLAN befindet. Wir würden die Filme sehr gern streamen, aber dafür ist die Bandbreite der meisten Internetleitungen zu gering. Der Nutzer lädt den Film also normal herunter und kann ihn dadurch leichter verbreiten, ohne dass jemand anderes dafür zahlt.

Quelle: https://www.welt.de/sonderthemen/noahberlin/article165740818/Im-Porno-Business-heisst-die-Zukunft-Hologramm.html

 

Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie

VR und Pornografie

Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie
Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie

Poronografie: Ein Rückblick in die späten 1970er Jahre: Die beiden Magnetbandsysteme Betamax von Sony und VHS von JVC kommen auf den Markt. Objektiv ein klar vorentschiedenes Rennen, zumal das Betamax-Format qualitativ eindeutig die Nase vorne hat. Und trotzdem geht das Home Video System von JVC als klarer Sieger aus dem Etablierungskrieg hervor. Knapp 25 Jahre später kommt es zu einer ähnlichen Konkurrenzsituation, diesmal unterliegt die HD DVD der heute überall erhältlichen BluRay-Disc. In beiden Fällen hatte das Siegerformat einen entscheidenden Vorteil, wenngleich keineswegs technischer Natur: Nein, die Pornoindustrie hatte ihre Finger im Spiel und besiegelte durch ihre Unterstützung die Schicksale der jeweiligen Systeme.(1)

Zurück in der Gegenwart könnten Sex- und Erotikfilme abermals ein entscheidender Faktor bei der breitwirksamen Durchsetzung einer neuen Technologie sein: Virtual Reality. Einem Artikel der BBC zufolge machten 2010 „Adult Movies“ bereits mehr als ein Drittel des weltweiten Internet-Traffics aus (2) – ein Ausmaß also, dem man eine gewisse Bedeutung bei der Etablierung neuer Technologien kaum absprechen kann. Todd Glider, CEO der Porno-Plattform BaDoink, sieht dies in einem Gespräch mit der futurezone sehr ähnlich:

„Ich glaube, dass Pornos die Killer-Apps für Virtual Reality sind. […] Jeder in der VR-Branche, sei es nun Oculus oder Google, weiß von uns und hofft auch ein bisschen auf die Pornobranche, dass sie Virtual Reality voranbringt. Jeder weiß davon, aber niemand will darüber sprechen.“(3)

2015 verschenkte Gliders Unternehmen im Rahmen einer Marketing-Kampagne 10.000 Google-Cardboard-Gestelle. Als diese wegen der großen Nachfrage bereits innerhalb von 24 Stunden zur Gänze vergeben waren, brachte BaDoink weitere 20.000 kostenlose Brillen in den Umlauf. Ein weiterer kleiner Indikator, der vermuten lässt, dass die Pornografie -Industrie VR schon bald zum Durchbruch verhelfen könnte.(4)

Doch worin genau besteht das Potenzial? Und welche Problematiken ergeben sich im Vergleich zu konventionellen Produkten? Noch vor wenigen Jahren waren 3D-Fernseher in aller Munde und auch vonseiten diverser Erotikfilm-Hersteller*innen und -Konsument*innen setzte man durchaus Erwartungen in diese Zusatzfunktion. 2018 gilt TV-Stereoskopie als tot, die dreidimensionale Wiedergabe von Home Entertainment-Inhalten taugt längst nicht mehr als Verkaufsargument. Warum sollte das nun bei VR anders sein? Zur Beantwortung der Frage ist eine Analyse der Konsument*innenwünsche unerlässlich: Trendprognosen und -bewertungen wie jene im Rahmen der trenDNA geben jedenfalls Tendenzen zu erkennen, die das Bedürfnis nach einem in virtuellen Welten verankerten „Second Life“ reflektieren. Kurzum: Es geht nicht um eine möglichst realistische Rekonstruktion gewöhnlichen Contents (und dabei behilfliche technische „Spielereien“ wie 3D), sondern um die Erweiterung von Alltagsrealitäten.

Gerade der Pornofilm (Pornografie) ist nicht unbedingt für seine inhaltliche oder audiovisuelle Komplexität bekannt (Stichwort: Warum liegt hier Stroh?) und dramaturgisch-repetitive Abläufe haben alle Hoffnung auf Abwechslung im Genre verfliegen lassen. Doch VR verspricht dahingehend erstmals revolutionäre Änderungen: Anstatt in die Rolle eines unbeteiligten Voyeurs zu schlüpfen, erleben VR-Porno-Zuschauer*innen das Geschehen erstmals aus Ich-Perspektive. Die bei der Produktion verwendeten Kameras werden mit entsprechenden Vorrichtungen am Kopf eines (zumeist männlichen) Protagonisten angebracht, aus dessen Blickwinkel der gesamte Film zu sehen ist. Die mit Virtual Reality einhergehende Blickfreiheit sorgt überdies für ein zusätzliches Immersionsgefühl.(5)

Doch eben diese Machart hat auch ihre Nachteile: Die „beglückten“ Darstellenden dürfen sich aus Gründen der Bildstabilität kaum bis gar nicht bewegen, geschweige denn andere Akteur*innen berühren. Selbst zu schweres Atmen kann bereits negative Auswirkungen auf die Qualität der Aufnahmen haben. Eben diese Passivität mindert in einer Art Gegenbewegung zum Format das intensive Erlebnis des „Mittendrin-Seins“. Überdies birgt vor allem die Verwendung günstiger Cardboard-Lösungen mehrere Probleme. Während die Bewegungserfassung Smartphone-basierter Systeme im Vergleich zu teuren VR-Brillen merklich schlechter ausfällt, sind einige Nutzende auch von der völligen Beschlagnahmung von Augen und Ohren irritiert. Und: Insbesondere klobige Brillen bringen die Tragenden bei längerer Nutzung oftmals zum Schwitzen.(6)

Von Gay bis Hetero, von Gruppensex bis Masturbation – das Angebot an VR-Pornofilmen wird immer facettenreicher und nähert sich langsam der breit gefächerten Vielfalt regulärer 2D-Videos an. Neben kostenlosen Filmen in speziellen VR-Kanälen beliebter Streamingseiten wie YouPorn oder xHamster, sind auch Abo-Modelle wie jene von Reality Lovers oder VirtualRealGay am Vormarsch.(7)Mit zunehmenden Angebot rücken auch wieder Fragen in den Vordergrund, die seit dem Aufkommen erster Erotikfilme Anfang des 20. Jahrhunderts von Kritiker*innen ins Treffen geführt werden: Verzerrt Pornografie unser Normalverständnis von Sexualität? Werden unrealistische oder gar unerfüllbare Erwartungen geschaffen? Und, jetzt neu: Könnte VR-Sex bald physische zwischenmenschliche Intimität ersetzen?

In der kurzen VICE-Dokumentation „The Digital Love Industry“ führt Robert Weiss vom The Sexual Recovery Institute seine Überlegungen zu dieser Problematik aus:

„People who are needful or at certain life stages can get caught up in the virtual, thinking that it’s more real than it is. And that’s cause they want it to be. A healthy person is gonna know what a healthy relationship is. A healthy person is gonna know what good sexuality is, safe sexuality is. A healthy person is gonna be able to define a casual sexual experience from something meaningful that they wanna carry out – whether they are doing it in avatar-form, in a second life world, or they’re doing it in some kind of virtual experience or webcam. And whatever it is, they still realise that’s not the same as holding, touching and being next to a person. And I think that until virtual reality becomes so immersive that we cannot tell the difference […] people will still know the difference between fantasy and reality – and they’re gonna long for the real thing.”(8)

Nichtsdestotrotz versprechen interaktive Sextoys in Kombination mit VR eine immer realistischere Simulation echter zwischenmenschlicher Berührung. Neben der Firma Lovesense ist vor allem auch das niederländische Unternehmen Kiiroo in diesem Segment ein international relevanter Player.(9) Spannend ist hierbei, dass die Produktkonzeption weniger das Ziel verfolgt, Käufer*innen sexuelle Interaktion mit einem „fiktiven“ Gegenüber vorzugaukeln, sondern vielmehr Intimität auch über große Distanzen hinweg ermöglichen soll. Insbesondere Pärchen in Fernbeziehungen werden so zum Nutznießer derartiger technologischer Entwicklungen: Sensoren in den miteinander gekoppelten Vibratoren und Fleshlights übertragen Bewegungen und Berührungen in Echtzeit.(10)

Werden wir künftig, vor einem ersten physischen Treffen, erstmal die sexuelle Kompatibilität mithilfe von Sexspielzeug überprüfen – ähnlich, wie dies jetzt schon über Sexting geschieht? Schafft VR-Pornografie einen Mehrwert für ein erfülltes Sexualleben oder ist es doch nur eine verzerrende Belastung? Entfremden wir uns dadurch zunehmend – oder nehmen wir solche Entwicklungen einfach als neue, nicht weniger bedeutsame Form von Zwischenmenschlichkeit wahr? Und ist Sex mit VR-Brille und Toys überhaupt weniger „real“ als die physische Variante? Die nächsten Jahre werden Antworten auf diese Fragen bereithalten. Und wohl eng mit dem endgültigen Durchbruch von Virtual Reality zusammenhängen.

 

 

Autor: Mattias Fabian | Bildquelle: Pixabay, https://pixabay.com/de/frau-bett-weiblich-attraktiv-506120/
Textquellen: (1) https://futurezone.at/digital-life/badoink-pornos-sind-die-killer-app-fuer-vr/212.990.315 | (2) http://www.bbc.com/news/technology-23030090 | (3) https://futurezone.at/digital-life/badoink-pornos-sind-die-killer-app-fuer-vr/212.990.315 | (4) https://futurezone.at/digital-life/porno-webseite-verschenkt-vr-headsets/142.416.387 | (5) http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/vr-pornos-virtual-reality-sex-fuer-oculus-rift-und-gear-vr-a-1066625.html | (6) http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/vr-pornos-virtual-reality-sex-fuer-oculus-rift-und-gear-vr-a-1066625.html | (7) http://www.vrpornofilme.com/ | (8) https://www.vice.com/de/article/dpedvv/the-digital-love-industry-das-geschaeft-mit-virtueller-liebe-469 | (9) http://www.vrpornofilme.com/ | (10) https://www.kiiroo.com/products/onyx2-pearl2-couples-set-purple