Im Porno-Business heißt die Zukunft Hologramm

HoloLens: 3D Hologramm Brille von Microsoft
HoloLens: 3D Hologramm Brille von Microsoft
Eine Brille, ein Raum, mehrere Sensoren: Wie funktioniert Virtual Reality? Was kann eine Datenbrille, und was ist stereoskopisches Sehen? Der Weg zur perfekten Simulation.

Quelle: WELT

Virtuelle Realität steht noch am Anfang, aber im Porno-Geschäft nimmt die neue Technik gerade Fahrt auf. Der Chef einer Erotik-Firma erzählt, wie seine Branche die Technologie vorantreibt.

René Pour ist seit neun Jahren im Porno-Business aktiv. Er betreibt das Affiliate-Unternehmen Smart Media Star, produziert erotische Filme und vermarktet diese über Onlineportale, die er selbst baut. Seit er seine erste Virtual-Reality-Brille aufsetzte, ist ihm klar: Diese Technik könnte die Zukunft der Erotikbranche sein.

DIE WELT: René, warst du betriebswirtschaftlich gezwungen, etwas Neues auszuprobieren und auf Virtual Reality zu setzen?

René Pour: Wir waren schon immer ein innovativer Treiber der Branche. Wir haben zum Beispiel eine der ersten mobilen Erotikseiten weltweit gebaut. Und VR war einfach der nächste Schritt. Natürlich wachsen auch die Umsätze nicht mehr so stark und stagnieren eher.

DIE WELT: Wegen des Aufkommens von Youporn, Pornotube und Co?

Pour: Genau. Die waren ein richtiges Problem, weil der Nutzer dort Content gratis bekommt. Aber mittlerweile legt sich das wieder, weil auch diese Tube-Seiten nur mit viel Geld neue Inhalte liefern können. Und die Nutzer sind bereit, für neue Inhalte zu zahlen.

DIE WELT: Welchen Weg gehen diese Tube-Seiten heute?

Die Akzeptanz ist groß

Pour: Viele von diesen Seiten haben mittlerweile ein Premium-Angebot eingebaut, wo es bessere Inhalte für Geld gibt. Am Anfang haben sie den Inhalt von anderen Seiten gestohlen und haben erst nach einiger Zeit Inhalte lizensiert und dafür gezahlt. Sie wollten den Traffic dann mit Werbung monetarisieren, aber auch das funktioniert nur mit guten Inhalten, und irgendwann ging das nicht mehr auf. Heute teasern sie Gratis-Content fast nur noch an.

DIE WELT: Ist VR marktreif? Für mein Gefühl steht sie noch ganz am Anfang.

Pour: Ich gebe dir teilweise recht. Es ist preislich erschwinglich, sich VR zuzulegen. Und wir wollten ganz vorn mit dabei sein und VR im Erotikbereich mitgestalten. Die Akzeptanz ist groß, 90 Prozent der Messe-Besucher auf der letzten „Venus“ waren davon begeistert, sich einen Porno aus dieser neuen Perspektive anzuschauen.

DIE WELT: Ist VR wirklich so erschwinglich?

Virtuell und doch irgendwie ganz real

Quelle: Die Welt

Pour: Es geht bei VR-Pornos nicht zwangsläufig um einen leistungsstarken Computer und eine teure Brille. Unsere Inhalte konsumiert der Nutzer noch passiv, es gibt keine Interaktivität, er kann sich im Video zum Beispiel nicht bewegen. Dafür reicht die preiswerte Alternative aus Smartphone und Google Cardboard völlig aus. In Zukunft könnten Sexszenen auch von computeranimierten Models gespielt werden.

DIE WELT: Wann wird es mehr VR-Pornos geben?

Pour: Ab 2018 wird man damit Geld verdienen können. Und in den nächsten drei Jahren werden sie die klassische 2-D-Porno-Produktion einholen.

DIE WELT: Werden sich dadurch auch die Geschäftsmodelle ändern?

Pour: Die Geschäftsmodelle sind der 2-D-Thematik ähnlich. Man lädt den Inhalt herunter und zahlt dafür einmalig oder monatlich im Abo. Das wird sich kaum ändern.

DIE WELT: Werden sich die Geschäftsmodelle ändern, wenn die Inhalte interaktiv werden?

Ein Amazon für Sex?

DIE WELT: Wird es also einen VR-Shop für Pornos geben? Ein Alibaba oder Amazon für Sex?

Pour: Das kann ich mir gut vorstellen. Ich bin gespannt, wer da als Erstes investiert.

DIE WELT: Dem Porno-Business wird nachgesagt, es habe Technologien wie das Internet vorangetrieben. Wird das auch beim Thema VR so sein, oder ist die Games-Branche zu stark?

Pour: Um ehrlich zu sein, sind die Gamer der Sex-Branche zuvorgekommen. Sie hatten es auch leichter, weil die Einstiegshürde für ein VR-Game niedriger ist als bei einem Porno.

Resident Evil in der VR-Version macht richtig Angst

Quelle: Zoom.in

DIE WELT: Ihr arbeitet derzeit für eure VR-Pornos mit realen Models. Wird es bald nur noch virtuelle Darsteller geben?

Pour: Um eine annehmbare Qualität für computeranimierte Pornoszenen vorzustellen, sind heutige PCs noch nicht schnell genug oder viel zu teuer. Wenn sich die Hardware weiterentwickelt, was sie immer tut, wird das kommen. Es wird wahrscheinlich ein Mix werden aus realen Pornostars und computeranimierten Möglichkeiten.

DIE WELT: Die Charaktere aus dem Computer werden die realen Darsteller also nicht verdrängen?

DIE WELT: Du sprichst von Augmented Reality. Macht ihr da etwas?

Pour: Derzeit noch nicht. Ich kenne auch keinen Konkurrenten, der sich damit beschäftigt. Das Thema ist einfach noch zu jung, und es gibt zu wenig technische Hardware, die die Inhalte darstellen könnte.

DIE WELT: Gelten für VR-Pornos die selben Einschränkungen im Netz wie für herkömmliche? Google beispielsweise listet ja keine Erotikinhalte.

Pour: Es gibt starke Einschränkungen. Man könnte für das Smartphone sehr leicht Anwendungen bauen, aber die Apps hätten dann in den App-Stores von Apple und Google Probleme, weil die keine Erotik haben wollen. Es könnte auch passieren, dass die Hersteller selbst es unterbinden, dass Pornos auf ihren Geräten abgespielt werden. Ich habe keine Ahnung, was da auf uns zukommt.

DIE WELT: Wie siehst du diese Einschränkungen persönlich?

Pour: Ich finde es nicht gut, einen Menschen in seiner Freiheit einzuschränken. Warum muss man legale Erotik verstecken?

DIE WELT: Gibt es auch technische Probleme?

Pour: Gibt es, die Kosten für das Downloaden von solchen Filmen sind derzeit zu teuer, wenn man sich nicht gerade im WLAN befindet. Wir würden die Filme sehr gern streamen, aber dafür ist die Bandbreite der meisten Internetleitungen zu gering. Der Nutzer lädt den Film also normal herunter und kann ihn dadurch leichter verbreiten, ohne dass jemand anderes dafür zahlt.

Quelle: https://www.welt.de/sonderthemen/noahberlin/article165740818/Im-Porno-Business-heisst-die-Zukunft-Hologramm.html

 

Wie VR-Erotik die Zukunft beeinflussen wird

VR-Erotik

… und dann gab es da diesen Moment, als Morpheus sich zu Neo beugte, die Hände öffnete und sagte, “Wenn Du die blaue Pille nimmst, ist alles vorbei. Du wachst auf in Deiner Welt und glaubst an das, was Du glauben willst. Nimm die rote Pille, und Du bleibst im Wunderland. Und ich führe Dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.” Lasst mich euch dasselbe Angebot unterbreiten und euch in eine verborgene Welt entführen, die hinter den Kulissen von Virtual-Reality, wie wir sie kennen, die Grenzen dessen auslotet, was möglich ist – und irgendwann möglich sein wird.

Oder anders ausgedrückt: Lasst uns über Sex reden.

Leider hatten wir kein erotisches Video in der Datenbank, weswegen ich eines gewählt habe, das euch dabei helfen wird, jegliche erotische und nicht-erotische Inhalte auf eurer VR fleckenfrei zu genießen:

Lasst uns über Sex und VR reden

Reden wir jetzt wirklich über Sex? Hier, auf dieser unschuldigen und völlig seriösen Gaming-Seite, einzig bekannt für stocksteife Tests und bitterernste Kolumnen? Natürlich. Denn Sex gehört zu den Grundkonstanten unseres Lebens, Sex gibt es auf Steam (Klick), auf GOG (Klick), in gigantischen Triple-A-Blockbuster-Wuchtbrummen (Klick und Klick); Sex in Filmen, Büchern, auf RTL, denn Sex ist interessant, anstößig und wie wir alle wissen: Sex sells.

Palmer Luckey: Das Genie hinter der Oculus Rift

Einige unter euch wissen sicher auch, dass Virtual Realitynicht aus Palmer Luckeys glückseeligen Händen wie von Zauberhand hervorbrach. Die Geburt von VR ist eine recht lange, aber ziemlich interessante Story; es gab schon vor der Oculus Rift etliche gescheiterte Versuche und eigentlich sollten wir dem US-amerikanischen Militär die Hand schütteln, wenn wir heute Abend Moss auf unserer PSVR starten. Palmer Luckey, der Kopf hinter der Oculus Rift, benutzte eine VR-Brille des Militärs, um den ersten Prototyp des Wundergeräts zu basteln. Fakt ist auch, dass die Technik für VR schon eine lange Weile vor der Oculus verfügbar war, für die Produktion aber so viel Geld gebraucht wurde, dass eine fertige Brille zu teuer für den Konsumenten gewesen wäre. Eine tolle, neue Gaming-Brille für 3000 Euro gefällig? Auch, wenn es noch keine Spiele dazu gibt? Naja. Deswegen brauchte es jemanden wie Luckey, der aus einem teuren Militärgerät eine Brille zauberte, die für einen Preis von unter 1000 Euro hergestellt und verkauft werden konnte.

Und wer von euch hat im Moment eine VR zu Hause? Trotz allem gab es keinen VR-Boom; tatsächlich ist VR ein schwieriger Markt, für Entwickler ebenso wie für Publisher. Der Gedanke an eine Zukunft á la Matrix (und ich behandle dieses Thema ganz ohne eine negative Konnotation) ist nicht interessant genug, damit wir 400 Euro für eine VR-Brille ausgeben. Der Gedanke an eine nackte Frau oder einen nackten Mann allerdings schon.

Nur eine virtuelle S(t)imulation?

Reality Lovers Now Compatible With All VR Devices – Cyberworlds.uk
Reality Lovers Now Compatible With All VR Devices – Cyberworlds.uk

VR funktioniert. Nur nicht da, wo wir es vielleicht vermuten: Im Interview mit Reality Lovers’ Geschäftsführer René Pour bespreche ich VR-Erotik, die beliebteste Perspektive beim Zuschauen und die technischen Errungenschaften, die bis jetzt erreicht wurden oder in Zukunft den VR-Markt bestimmen werden.

Im Reality-Lovers-Abonnement erhaltet ihr kostenlos eine VR-Brille.

Reality Lovers gibt es mittlerweile schon seit fast zwei Jahren und ja, auf unserer Seite gibt es ausschließlich VR-Filme sowohl aus der männlichen als auch der weiblichen Perspektive”, erzählt Pour über Reality Lovers, die erste deutsche VR-only Erotik-Plattform. Das Portal bietet entsprechende Erotik-Videos an, die Benutzer mit einer im Abo enthaltenen VR-Brille (eine, in der ihr euer Handy als Display benutzt) erleben können. Ist VR-Porn ein Ding? Machen das viele Menschen? Die genauen Zahlen verrät mir Pour nicht, aber die Anfragen nach VR-Erotik-Filmchen auf Google steigen seit 2015 immer weiter an; das Interesse ist da. Natürlich ist es das.

Der deutsche Markt ist immens wichtig für uns und steht – was die Umsätze und Member betrifft – auf dem zweiten Platz direkt hinter den USA. Besonders anhand der VR-Sets, bestehend aus VR-Brille und USB-Stick mit den beliebtesten 180-Grad-Filmen, wird es deutlich. Diese vertreiben wir seit geraumer Zeit deutschlandweit in den Erotik-Shops.

Wenn du Geld machen willst, steig’ in die Porno-Industrie ein. Oder anders ausgedrückt: Sex verkauft sich und wird sich immer verkaufen. Der stetige Strom von erotischen Inhalten fließt verstohlen unter dem Mantel der Gesellschaft, ungebrochen; ein Fluss, der niemals versiegen wird. Deswegen gibt es kaum eine andere Industrie, die den technischen Fortschritt dermaßen vorantreiben konnte; in der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart. Falls ihr es genau wissen wollt, sollte ihr The Erotic Engine lesen.

Die VR-Erotik selbst bewegt sich bereits jetzt in einem Bereich, der weit über den üblichen Porno hinausgeht. Auf Reality Lovers gibt es nicht nur erotische Videos, die plötzlich in VR angeschaut werden könne: Es gibt unterschiedliche Perspektiven; entweder der Voyeur-Modus (das übliche Prinzip des Zuschauen) oder der Blick direkt aus den Augen der Darsteller. Welcher Modus beliebter ist, könnt ihr euch sicherlich denken:

René Pour, der Geschäftsführer von Reality Lovers.

Der POV-Modus wird häufiger genutzt, da in dieser Perspektive die User die volle Kraft von VR spüren können”, betont Pour, “Eine spannende Erfahrung, von der uns Männer immer wieder berichten: Sie schauen häufig Filme aus der Frauen-Sicht. Die Folgen: Ihr Einfühlungsvermögen steigt und sie können sich besser in die eigene Partnerin versetzen. Natürlich gilt das auch umgekehrt

Was noch? Über Chroma-Keying und Green-Screens werden Szenen aufgenommen, in denen der Zuschauer selbst den Hintergrund wählt: Ab ins Schlafzimmer, mitten im Wald oder sich auf einem Raumschiff vergnügen? Auch die Qualität wird vorangetrieben; demnächst will Reality Lovers Videos in 5K-Qualität anbieten und in naher Zukunft soll Anfassen und Fühlen in den Fokus gerückt werden. Nichts Neues für VR-Enthusiasten oder kreative Entwickler, diverse futuristische Anzüge oder Ganz-Körper-Kapseln gibt es bereits in Erlebnisparks oder VR-Laboren, aber nicht zu Hause. Nicht im privaten Raum; dort, wo erotische Inhalte meist zu Hause sind.

Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie

VR und Pornografie

Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie
Das Geschäft mit der Begierde: VR und Pornografie

Poronografie: Ein Rückblick in die späten 1970er Jahre: Die beiden Magnetbandsysteme Betamax von Sony und VHS von JVC kommen auf den Markt. Objektiv ein klar vorentschiedenes Rennen, zumal das Betamax-Format qualitativ eindeutig die Nase vorne hat. Und trotzdem geht das Home Video System von JVC als klarer Sieger aus dem Etablierungskrieg hervor. Knapp 25 Jahre später kommt es zu einer ähnlichen Konkurrenzsituation, diesmal unterliegt die HD DVD der heute überall erhältlichen BluRay-Disc. In beiden Fällen hatte das Siegerformat einen entscheidenden Vorteil, wenngleich keineswegs technischer Natur: Nein, die Pornoindustrie hatte ihre Finger im Spiel und besiegelte durch ihre Unterstützung die Schicksale der jeweiligen Systeme.(1)

Zurück in der Gegenwart könnten Sex- und Erotikfilme abermals ein entscheidender Faktor bei der breitwirksamen Durchsetzung einer neuen Technologie sein: Virtual Reality. Einem Artikel der BBC zufolge machten 2010 „Adult Movies“ bereits mehr als ein Drittel des weltweiten Internet-Traffics aus (2) – ein Ausmaß also, dem man eine gewisse Bedeutung bei der Etablierung neuer Technologien kaum absprechen kann. Todd Glider, CEO der Porno-Plattform BaDoink, sieht dies in einem Gespräch mit der futurezone sehr ähnlich:

„Ich glaube, dass Pornos die Killer-Apps für Virtual Reality sind. […] Jeder in der VR-Branche, sei es nun Oculus oder Google, weiß von uns und hofft auch ein bisschen auf die Pornobranche, dass sie Virtual Reality voranbringt. Jeder weiß davon, aber niemand will darüber sprechen.“(3)

2015 verschenkte Gliders Unternehmen im Rahmen einer Marketing-Kampagne 10.000 Google-Cardboard-Gestelle. Als diese wegen der großen Nachfrage bereits innerhalb von 24 Stunden zur Gänze vergeben waren, brachte BaDoink weitere 20.000 kostenlose Brillen in den Umlauf. Ein weiterer kleiner Indikator, der vermuten lässt, dass die Pornografie -Industrie VR schon bald zum Durchbruch verhelfen könnte.(4)

Doch worin genau besteht das Potenzial? Und welche Problematiken ergeben sich im Vergleich zu konventionellen Produkten? Noch vor wenigen Jahren waren 3D-Fernseher in aller Munde und auch vonseiten diverser Erotikfilm-Hersteller*innen und -Konsument*innen setzte man durchaus Erwartungen in diese Zusatzfunktion. 2018 gilt TV-Stereoskopie als tot, die dreidimensionale Wiedergabe von Home Entertainment-Inhalten taugt längst nicht mehr als Verkaufsargument. Warum sollte das nun bei VR anders sein? Zur Beantwortung der Frage ist eine Analyse der Konsument*innenwünsche unerlässlich: Trendprognosen und -bewertungen wie jene im Rahmen der trenDNA geben jedenfalls Tendenzen zu erkennen, die das Bedürfnis nach einem in virtuellen Welten verankerten „Second Life“ reflektieren. Kurzum: Es geht nicht um eine möglichst realistische Rekonstruktion gewöhnlichen Contents (und dabei behilfliche technische „Spielereien“ wie 3D), sondern um die Erweiterung von Alltagsrealitäten.

Gerade der Pornofilm (Pornografie) ist nicht unbedingt für seine inhaltliche oder audiovisuelle Komplexität bekannt (Stichwort: Warum liegt hier Stroh?) und dramaturgisch-repetitive Abläufe haben alle Hoffnung auf Abwechslung im Genre verfliegen lassen. Doch VR verspricht dahingehend erstmals revolutionäre Änderungen: Anstatt in die Rolle eines unbeteiligten Voyeurs zu schlüpfen, erleben VR-Porno-Zuschauer*innen das Geschehen erstmals aus Ich-Perspektive. Die bei der Produktion verwendeten Kameras werden mit entsprechenden Vorrichtungen am Kopf eines (zumeist männlichen) Protagonisten angebracht, aus dessen Blickwinkel der gesamte Film zu sehen ist. Die mit Virtual Reality einhergehende Blickfreiheit sorgt überdies für ein zusätzliches Immersionsgefühl.(5)

Doch eben diese Machart hat auch ihre Nachteile: Die „beglückten“ Darstellenden dürfen sich aus Gründen der Bildstabilität kaum bis gar nicht bewegen, geschweige denn andere Akteur*innen berühren. Selbst zu schweres Atmen kann bereits negative Auswirkungen auf die Qualität der Aufnahmen haben. Eben diese Passivität mindert in einer Art Gegenbewegung zum Format das intensive Erlebnis des „Mittendrin-Seins“. Überdies birgt vor allem die Verwendung günstiger Cardboard-Lösungen mehrere Probleme. Während die Bewegungserfassung Smartphone-basierter Systeme im Vergleich zu teuren VR-Brillen merklich schlechter ausfällt, sind einige Nutzende auch von der völligen Beschlagnahmung von Augen und Ohren irritiert. Und: Insbesondere klobige Brillen bringen die Tragenden bei längerer Nutzung oftmals zum Schwitzen.(6)

Von Gay bis Hetero, von Gruppensex bis Masturbation – das Angebot an VR-Pornofilmen wird immer facettenreicher und nähert sich langsam der breit gefächerten Vielfalt regulärer 2D-Videos an. Neben kostenlosen Filmen in speziellen VR-Kanälen beliebter Streamingseiten wie YouPorn oder xHamster, sind auch Abo-Modelle wie jene von Reality Lovers oder VirtualRealGay am Vormarsch.(7)Mit zunehmenden Angebot rücken auch wieder Fragen in den Vordergrund, die seit dem Aufkommen erster Erotikfilme Anfang des 20. Jahrhunderts von Kritiker*innen ins Treffen geführt werden: Verzerrt Pornografie unser Normalverständnis von Sexualität? Werden unrealistische oder gar unerfüllbare Erwartungen geschaffen? Und, jetzt neu: Könnte VR-Sex bald physische zwischenmenschliche Intimität ersetzen?

In der kurzen VICE-Dokumentation „The Digital Love Industry“ führt Robert Weiss vom The Sexual Recovery Institute seine Überlegungen zu dieser Problematik aus:

„People who are needful or at certain life stages can get caught up in the virtual, thinking that it’s more real than it is. And that’s cause they want it to be. A healthy person is gonna know what a healthy relationship is. A healthy person is gonna know what good sexuality is, safe sexuality is. A healthy person is gonna be able to define a casual sexual experience from something meaningful that they wanna carry out – whether they are doing it in avatar-form, in a second life world, or they’re doing it in some kind of virtual experience or webcam. And whatever it is, they still realise that’s not the same as holding, touching and being next to a person. And I think that until virtual reality becomes so immersive that we cannot tell the difference […] people will still know the difference between fantasy and reality – and they’re gonna long for the real thing.”(8)

Nichtsdestotrotz versprechen interaktive Sextoys in Kombination mit VR eine immer realistischere Simulation echter zwischenmenschlicher Berührung. Neben der Firma Lovesense ist vor allem auch das niederländische Unternehmen Kiiroo in diesem Segment ein international relevanter Player.(9) Spannend ist hierbei, dass die Produktkonzeption weniger das Ziel verfolgt, Käufer*innen sexuelle Interaktion mit einem „fiktiven“ Gegenüber vorzugaukeln, sondern vielmehr Intimität auch über große Distanzen hinweg ermöglichen soll. Insbesondere Pärchen in Fernbeziehungen werden so zum Nutznießer derartiger technologischer Entwicklungen: Sensoren in den miteinander gekoppelten Vibratoren und Fleshlights übertragen Bewegungen und Berührungen in Echtzeit.(10)

Werden wir künftig, vor einem ersten physischen Treffen, erstmal die sexuelle Kompatibilität mithilfe von Sexspielzeug überprüfen – ähnlich, wie dies jetzt schon über Sexting geschieht? Schafft VR-Pornografie einen Mehrwert für ein erfülltes Sexualleben oder ist es doch nur eine verzerrende Belastung? Entfremden wir uns dadurch zunehmend – oder nehmen wir solche Entwicklungen einfach als neue, nicht weniger bedeutsame Form von Zwischenmenschlichkeit wahr? Und ist Sex mit VR-Brille und Toys überhaupt weniger „real“ als die physische Variante? Die nächsten Jahre werden Antworten auf diese Fragen bereithalten. Und wohl eng mit dem endgültigen Durchbruch von Virtual Reality zusammenhängen.

 

 

Autor: Mattias Fabian | Bildquelle: Pixabay, https://pixabay.com/de/frau-bett-weiblich-attraktiv-506120/
Textquellen: (1) https://futurezone.at/digital-life/badoink-pornos-sind-die-killer-app-fuer-vr/212.990.315 | (2) http://www.bbc.com/news/technology-23030090 | (3) https://futurezone.at/digital-life/badoink-pornos-sind-die-killer-app-fuer-vr/212.990.315 | (4) https://futurezone.at/digital-life/porno-webseite-verschenkt-vr-headsets/142.416.387 | (5) http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/vr-pornos-virtual-reality-sex-fuer-oculus-rift-und-gear-vr-a-1066625.html | (6) http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/vr-pornos-virtual-reality-sex-fuer-oculus-rift-und-gear-vr-a-1066625.html | (7) http://www.vrpornofilme.com/ | (8) https://www.vice.com/de/article/dpedvv/the-digital-love-industry-das-geschaeft-mit-virtueller-liebe-469 | (9) http://www.vrpornofilme.com/ | (10) https://www.kiiroo.com/products/onyx2-pearl2-couples-set-purple

Erotik-Plattform PornHub

PornHub-Community haben über vier Millionen Videos

Pornhub-virtual-reality-porn-3d
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Starker strategischer Partner setzt auf den Erfolg des Virtual Reality-Coin redBUX

Anfang Januar 2018 präsentierte die Erotik-Plattform PornHub Zahlen für das abgelaufene Jahr. Im Durchschnitt verzeichnete das Portal sage und schreibe 81 Mio. Besucher pro Tag (28,5 Mrd. Besucher im Jahr 2017). Die Suchanfragen beliefen sich auf 24,7 Milliarden – das sind 50.000 Suchvorgänge pro Minute bzw. 800 pro Sekunde.

Mitglieder der weltweiten PornHub-Community haben über vier Millionen Videos mit einer Gesamtlaufzeit von insgesamt 595.492 Stunden hochgeladen. Wenn Sie diese Clips am Stück anschauen würden, würden Sie 68 Jahre lang nicht vom Bildschirm wegkommen (Quelle: www.forbes.com/sites/curtissilver/2018/01/09/pornhub-2017-year-in-review-insights-report-reveals-statistical-proof-we-love-porn/#60c5a1ed24f5).

Bis dato kann man Pornos recht problemlos und anonym im Internet konsumieren. In Großbritannien ticken die Uhren bald anders. Im April 2018 tritt der sogenannte „Digital Economy Act 2018“ in Kraft, der Kinder und Jugendliche davon abhalten soll, Pornos anzuschauen.

Im Grunde genommen bedeutet die Gesetzesänderung, dass man ein Nutzerkonto anlegen muss, bevor man Pornos auf Seiten wie Pornhub, Redtube, YouPorn und Brazzers ansehen kann. Zu diesem Zweck müssen Nutzer ihre Reisepassdaten oder eine Handynummer sowie ihre Adresse angeben (Quelle: www.dailymail.co.uk/news/article-5336627/Pornhub-ask-porn-users-names-addresses.html).

Für viele volljährige Briten, die auf ihre Anonymität wert legen, dürfte die weltweit erste interaktive VR-Erotikplattform der Berliner Hightech-Schmiede me.mento 3D (www.me-mento.gmbh) daher eine interessante Alternative darstellen.


Quelle: www.youtube.com/watch?v=kN0vD6FauRo

Ende Januar 2018 fand die größte US-Erotikmesse AVN Adult Entertainment Expo in Las Vegas statt. Interessanterweise ging es nicht nur um nackte Tatsachen. Die Fachbesucher diskutierten in den ersten Tagen angeregt darüber, wie die innovative Blockchain-Technologie der Pornobranche nützlich sein kann.

Während der Sex-Coin oder der Tit-Coin ein Schattendasein führen, gelang der Blockchain-Plattform Spankchain im letzten Quartal dank der sexy Unterstützung von Porno-Darstellerin Kayden Kross ein erfolgreicher ICO. Dabei sammelte das Unternehmen 7,2 Mio. USD ein. ICO-Zeichner konnten ihren Einsatz innerhalb von zwei Monaten verzehnfachen.


Quelle: www.youtube.com/watch?v=DIYdRX4syK0

me.mento 3D geht mit dem redBUX-Coin den entscheidenden Schritt weiter, denn hier steht auch ein bahnbrechendes Produkt dahinter. Mit Wicked Pictures (www.wickedpictures.com) konnte me.mento bereits eine der marktbeherrschenden US-amerikanischen Pornoproduktionsgesellschaften als ersten strategischen Partner für die vrXcity gewinnen. Insgesamt stehen mehr als 1.100 Models und WebCam-Girls bei Wicked Pictures unter Vertrag. Weitere schlagkräftige Partner mit insgesamt mehr als 100(!) Millionen Kunden haben bereits starkes Interesse signalisiert.

Auf der AVN präsentierte me.mento 3D Fachbesuchern und Pornofans erstmal die vrXcity und das Feedback war überwältigend positiv. Aber sehen Sie selbst:


Quelle: www.youtube.com/watch?v=JLfhrtiFne4
&list=PLJzK9Wr5zZoPSHYcjPareBp-Y2uOiZxcT 

Die vrXcity bietet Pornoproduktionsfirmen, WebCam-Girls und Erotikstars lukrative Möglichkeiten, langfristige und wiederkehrende Einnahmen bei einem überschaubaren Aufwand zu erzielen. Erotikstars müssen sich zu Beginn nur einmalig scannen lassen.

Die Vorteile für die Erotikstars liegen auf der Hand: ihre digitalen Avatare können rund um die Uhr Umsatz erwirtschaften. Die Nutzer bezahlen für die jeweilige Dienstleistung, während im Hintergrund dank Smart Contracts die sekundengenaue Aufteilung des Umsatzes zwischen me.mento und den Stars erfolgt. Einem starken Wachstum des Angebotes in der vrXcity steht damit nichts im Wege. Je größer das Angebot, desto höher die Anzahl der Nutzer, was widerum Umsatz und Ertrag steigern sollte.

vrXcity-Nutzer können zukünftig mit komplett animierten, mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten und sich natürlich bewegenden Avataren ihrer Erotikstars interagieren. Sie können mit ihnen reden, sie anfassen und mit ihnen alles tun, wonach ihnen der Sinn steht. Natürlich alles im gesetzlich erlaubten Rahmen.


Quelle: www.youtube.com/watch?v=p2bF9Fsm3DM

Bisher konnte ein Nutzer seinen favorisierten Erotikstar nur in Videos oder via LiveCam sehen, nun kann er tatsächlich mit seinem Star interagieren. Der Eintritt in die vrXcity ist kostenfrei. Für speziellen Content muss der Nutzer dann aber mit redBUX-Token bezahlen – einfach, sicher und anonym dank Blockchain-Technologie. redBUX ist also ein klassischer Utility-Token, der für digitale Dienste (u.a. VR Experience, in-game items) einlösbar ist.

Im Endeffekt wird es für Nutzer der vrXcity auch preiswerter sein, mit redBUX-Token anstatt mit Fiat-Währungen zu bezahlen. Darüber hinaus dürfte es in Zukunft ein Kundenbindungsprogramm geben, um treue Kunden zu belohnen und die Nutzung des redBUX-Token zu fördern.

FAZIT: Virtual Reality ist ein Megatrend. Die Erotikindustrie macht Milliardenumsätze und hat nun mit me.mento 3D einen innovativen Technologiepartner, um die nächste Evolutionsstufe zu erreichen.

Unserer Meinung nach hat der redBUX-ICO das Potenzial, eine Riesenerfolgsstory zu werden. Sie haben jetzt die einmalige Chance sich im Vorfeld dieses ICOs in die sogenannte Whitelist einzutragen, so dass Sie diese Token zuerst zeichnen dürfen. Die Whitelist ist nur auf 50.000 Personen begrenzt. Ihnen bleibt also nicht mehr viel Zeit.

Die Entwicklung des Spankchain-Coins gibt Ihnen einen kleinen Vorgeschmack darauf, was beim redBUX-Coin möglich sein könnte. Dank eines voraussichtlich stark steigenden Bekanntheitsgrades sehen wir für den redBUX-Token ein sehr attraktives Wertsteigerungspotenzial und bestätigen hiermit unsere uneingeschränkte Zeichnungsempfehlung. Darüber hinaus erhalten Sie während des Vorverkaufs noch einen attraktiven Bonus in Höhe von anfangs 35 Prozent.

Der Vorverkauf des redBUX-Token läuft vom 22. März 2018 bis zum 15. April 2018. Unter dem folgenden Link können Sie sich jetzt schon auf die Liste der privilegierten Investoren setzen lassen, die redBUX-Token zeichnen dürfen: www.ico-deals.com/t/1/9/

Quelle: http://www.shareribs.com/technology/it-und-kommunikation/analyse/article/starker_strategischer_partner_setzt_auf_den_erfolg_des_virtual_reality_coin_redbux_id107988.html

Virtual Reality-Porno

Selbstversuch im virtuellen Rammelraum

Porno geht jetzt auch in VR. Die größte Online-Plattform für Erwachsenenunterhaltung Pornhub hat eine eigene Abteilung für die 3D-Sparte eingerichtet. Aber ist das wirklich so geil, wenn man quasi selbst zum Pornodarsteller wird?

Porno geht jetzt auch in VR. Die größte Online-Plattform für Erwachsenenunterhaltung Pornhub
Porno geht jetzt auch in VR. Die größte Online-Plattform für Erwachsenenunterhaltung Pornhub

Ein bisschen zwickt sie schon auf der Nase, diese Cardboard-Brille, die dem User momentan mit Abstand den günstigsten Zugang zu virtuellen Welten verschaffen kann.  Mit um die 15 Euro ist man schon dabei. Ist natürlich auch nur ein Pappgehäuse, das ein Smartphone zu einem Virtual-Reality-Display umwandelt. Aber der durchschnittliche Pornofreund hat im Normalfall ja auch keine teure Occulus Rift oder HTC Vive neben seiner Kleenex-Box stehen.

Jetzt noch Kopfhörer in die Ohren, damit ich mich mit allen meinen Sinnen endlich voll immersiv in eine 360-Grad-3-D-Pornowelt begeben kann. Der Film, der auf meine Retina geklatscht wird, kommt von einer der größten Online-Plattformen für Erwachsenenunterhaltung: Pornhub. Seit März gibt es dort auch einen eigenen Kanal ausschließlich für VR-Pornos. Wenige Minuten nach dem Launch schmierte der Server natürlich seinerzeit ab. Hoffen wir mal, dass die dreidimensionale Pornosause mittlerweile ohne Zicken funktioniert.

Die Story ist schon mal nichts neues

irgendeine Frau spricht aus dem Off zu mir
irgendeine Frau spricht aus dem Off zu mir

Los geht’s: irgendeine Frau spricht aus dem Off zu mir, lädt mich zu sich in ihre von außen einigermaßen beeindruckende Villa ein. Aber wo ist sie? Ich muss mich kurz orientieren, schaue nach links, schaue nach rechts und sehe sie schließlich vor mir. Typisches Pornooutfit: kurzer Rock, enges Top, infantile Schulmädchenzöpfe, knallrote Pumps.

Sie lächelt, redet weiter – ich soll irgendetwas in ihrer Bude reparieren. Was genau, das ging in meiner kurzen Orientierungslosikgeit unter. Ist aber auch egal – diese Storyidee kennen wir natürlich alle auch aus ähnlichen Werken und ich glaube, ich werde den Plot schon irgendwie kapieren. Also folge ich der mit zusammengepressten Pobacken vor mir durch die Villa schreitenden, jungen Dame einfach mal. Beziehungsweise folgt ihr die Kamera. Und die imitiert selbstverständlich streng und puristisch den gierig-erigierten, männlichen Blick: P.O.V – Point Of View. Den männlichen Darsteller – also mich – kann ich natürlich nicht sehen.

BaDoink VR Pornhub
BaDoink VR Pornhub

Ein bisschen Gebrabbel zwischen Mann und Frau. Ich nutze die Zeit um mich umzuschauen: große Butze, ziemlich scheiße eingerichtet, mit neonfarbenen Couchen und schlechter, semi-moderner Behauptungskunst. Vermutlich das Anwesen des Produzenten, das er öfter mal für derartige Rammeleien zur Verfügung stellt. Im Hintergrund flackert ein Kaminfeuer – nein, eine Kaminfeuer-DVD. Oder eine Blu-Ray. Wenn ich es mir recht überlege, sollte es schon eine Blu-Ray sein. Die hatte ja einst die DVD abgelöst. Und die DVD zuvor die VHS. Virtual Reality wiederum soll jetzt alles zusammen ablösen. Deswegen bin ich ja auch überhaupt gerade hier und mache mir Gedanken über den Ursprung des digitalen Kaminfeuers.

„Would you like me to suck your cock?“, höre ich die Darstellerin fragen, während ich also gerade noch über Kaminfeuer-DVDs (sorry, Blu-Rays) nachdenke. Antworten kann ich darauf natürlich nicht – und das Fehlen von Interaktion ist in so einer P.O.V-Situation dann schon ein bisschen verwirrend.  Selbst wenn ich jetzt „nö, lass mal gut sein“ sagen würde, würde sie ja trotzdem nicht damit aufhören, an meiner Hose herumzufummeln. Stichwort: MEINE Hose. Ich schaue an mir herab und sehe die Beine des Darstellers und natürlich kurz darauf auch dessen ordentlich durchbluteten Penis. Irritierend. Noch irritierender: plötzlich fängt der gute Mann unangenehm laut zu stöhnen an. Er – nicht ich. Wie ein brünftiger, polygamer Wasserbüffel stößt er gnadenlos unrhythmische Gutturallaute aus: „Mmmhaa…a…a…o…o…mmmmhhh…“ Nein, so möchte ich aber nicht klingen. Das nervt, verstört und ist so gar nicht immersiv.

Was sollen die Männerhände im Bild?

Vorspiel
Vorspiel

Es wird aber noch bizarrer: Schließlich ist das Vorspiel vorbei und das unumgehbare Centerpiece jedes pornösen Vergnügens geht unvermeidbar los: bretthartes Vögeln in allen Lagen. Wahlweise wippen jetzt die Silikonbrüste der Darstellerin direkt vor meinen Augen herum oder ich gucke unangenehm berührt auf ihren rotierenden Hintern herab. Immer wieder fingern die gierigen Griffel des Darstellers in den Bildausschnitt. Nee, nee – so geht das doch nicht. So sehr ich versuche nicht zu lachen und mich mal darauf einzulassen, es fühlt sich einfach zu keinem Zeitpunkt so an, als wäre das mein Körper. Und dann endet der Film. Wie genau muss ich ja niemandem sagen, der schon mal dem dritten und letzten Akt eines Pornos beigewohnt hat. So ist es natürlich auch hier. Nur halt P.O.V.

Das ist es dann auch schon. Brille wieder abziehen, Kopfhörer aus den Ohren nehmen. Nach einer guten Viertelstunde ist der Ausflug in die virtuelle Pornowelt wieder vorbei. Ganz überzeugend war es nicht. Weder die Immersion, noch die technische Umsetzung mit massenhaft Bildkompressionsfehlern läuft so richtig rund. Noch ist der User recht orientierungslos im virtuellen Rammelraum unterwegs und wird von einem virtuellen Fremdkörper an- und zugestöhnt.

Die Pornoindustrie setzt auf Brille

Die Pornoindustrie positioniert sich bei der Durchsetzung technologischer Entwicklungen traditionell schon immer als treibende Kraft – das war bei der Einführung der VHS-Kassette so und natürlich auch beim Internet. Und das ist mit Virtual Reality jetzt auch wieder der Fall. Momentan bleibt die 2D-Variante für Pornoenthusiasten allerdings noch die befriedigendere Alternative. Jedenfalls im preisgünstigen Segment. Doch es stehen bereits genügend Premiumanbieter mit teuren Varianten in den Startlöchern: Und die sind nach wie vor fest und steif davon überzeugt, dass die Zukunft des Pornos Brille trägt.

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